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Corona: Warum stichelt Kanzler Kurz ständig gegen Deutschland? Denn: Zahlen sprechen andere Sprache

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Von: Patrick Mayer

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Bundeskanzler von Österreich: Sebastian Kurz von der ÖVP.
Bundeskanzler von Österreich: Sebastian Kurz von der ÖVP. © IMAGO / photosteinmaurer.com

Österreich plant in der Coronavirus-Pandemie Öffnungen und Lockerungen. Kanzler Sebastian Kurz bemüht Seitenhiebe in Richtung Deutschland. Doch wie groß sind die Fortschritte in der Corona-Krise wirklich?

München/Wien - In der ersten Phase der Coronavirus-Pandemie blickten deutsche Politiker und Wissenschaftler nicht selten über die Alpen und den Inn nach Österreich. Der Nachbar, so hieß es etwa aus Bayern und München, sei in der Entwicklung des Infektionsgeschehens stets um etwa zwei bis drei Wochen voraus.

Coronavirus-Pandemie: Österreichs Sebastian Kurz mit Seitenhieben gegen Deutschland

Der Nachbar blickt nun seit Wochen aber ebenfalls über die Alpen und das Innviertel nach Deutschland. Bildlich gesprochen. Vornehmlich aus dem Bundeskanzleramt in Wien. Dort, von wo Sebastian Kurz (ÖVP) seine Regierungsgeschäfte betreibt. Kleine Seitenhiebe an den Nachbarn inklusive. So verwies Kurz auf einer Pressekonferenz am 6. April darauf, dass Deutschland „weiterhin im Lockdown“ verharre, während Österreich vor „den letzten harten Wochen“ stünde.

Die Freiheit ist zum Greifen nahe.

Österreichs Kanzler Sebastian Kurz zur Corona-Krise

Am 19. April legte der konservative Kanzler nach, erklärte, dass es in Österreich eine deutlich geringere Dunkelziffer an Corona-Neuinfektionen als in Deutschland gebe. Und warum? Weil in der Alpenrepublik vergleichsweise viel mehr getestet werde.

Covid-19-Pandemie: In Österreich wird viel mehr auf das Coronavirus getestet als in Deutschland

Das ist erstmal richtig: Schon seit Monaten werden im föderalen Durcheinander zwischen Berlin und München, zwischen NRW und Sachsen Teststrategien noch diskutiert, die zwischen Innsbruck, Salzburg und Wien längst umgesetzt sind. Österreichs Coronavirus-Teststrategie beinhaltet im Wesentlichen:

Quelle: tagesschau.de, Stand 17. Februar 2021

Die Freude über die vermeintlichen Erfolge ist groß. „Mittlerweile haben wir ständige Massentests“, erklärte Kurz am 16. April und prophezeite in seiner gewohnt staatsmännischen Rhetorik: „Die Freiheit ist zum Greifen nahe.“

Coronavirus-Pandemie in Österreich: Corona-Zahlen sprechen eine andere Sprache

Aber warum stichelt der 34-Jährige unentwegt gegen Nachbar Deutschland? Sind die Fortschritte im Vergleich wirklich so groß? Antwort: Nein! Man muss relativieren. Das belegen mehrere Punkte zur Bewertung der Corona-Lage:

Quellen: Gesundheitsministerium Wien, Impfdashboard von BMG und RKI, Bericht des COVID-Prognose-Konsortiums, ORF.at

Im kritischen Bereich: die Intensivstationen in der dritten Welle der Corona-Pandemie in Österreich.
Im kritischen Bereich: die Intensivstationen in der dritten Welle der Corona-Pandemie in Österreich. © Screenshot sozialministerium.at, Stand 15. April

Corona-Pandemie: Kanzler Sebastian Kurz will in Österreich bald rigoros öffnen und lockern

Fazit: Kurz verspricht seinem Land jetzt weitreichende Öffnungen und Lockerungen. Wie das Nachrichtenportal oe24.at am 20. April berichtet, soll es am 17. Mai so weit sein. Inklusive Gastronomie und Tourismus. Ob diese Aussichten die wahre Corona-Lage wirklich abdecken, steht derweil auf einem anderen Blatt. (pm)

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