In Österreich liegen aktuell viele Corona-Patienten auf der Intensivstation.
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In Österreich liegen aktuell viele Corona-Patienten auf der Intensivstation.

Nach Lockerungen im Februar

Corona in Österreich: Zahlen „explodieren“ - Experte bestätigt extremen Zuwachs auf Intensivstationen

Das Coronavirus sorgt nun in Österreich für einen extremen Anstieg der Intensivpatienten. Die britische Mutation beschleunigt den Prozess, Lockerungen könnten schon bald wieder aufgehoben werden.

Wien - Obwohl sich das Coronavirus auch weiterhin ungebremst in Deutschland, Europa und der Welt ausbreitet, können sich viele Bürger aktuell über erste Lockerungen in der Corona-Pandemie und innerhalb der zweiten Welle freuen. Während Deutschland ab dem 8. März erste Öffnungsmaßnahmen vollzogen hat, versuchte auch Österreich in den vergangenen Wochen einen Schritt zurück zur Normalität zu wagen. Doch nun explodiert die Zahl der Intensivpatienten ruckartig.

Corona in Österreich: Zahl der Intensivpatienten explodiert

Wie oe24.at am Montag berichtet, ist die Zahl der Corona-Patienten, die auf der Intensivstation behandelt werden müssen, innerhalb von nur zwei Wochen um mehr als 23 Prozent angestiegen. Im Vergleich dazu sei die Zahl der infizierten Personen die zwar ins Krankenhaus eingeliefert, allerdings nicht auf die Intensivstation verlegt werden, um knapp elf Prozent gestiegen.

Wie das Portal unter anderem die Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI) zitiert, handele es sich um einen „besorgniserregenden Anstieg“. Ein konkreter Grund für die Explosion der Zahlen wird dabei zwar nicht genannt, die britische Mutation spiele jedoch eine „zweifellos wichtige Rolle“.

Corona in Österreich: Mutation füllt Intensivstationen - Folgt bald der „Krisenmodus“?

ÖGARI-Präsident Klaus Markstaller bestätigt gegenüber oe24.at, dass die Mutation eine wichtige Rolle für die Auslastung der Intensivstationen spiele. „Die deutlich leichtere Übertragbarkeit von Mensch zu Mensch und die höhere Reproduktionszahl dieser Variante ist inzwischen durch wissenschaftliche Evidenz umfassend belegt. Und ein Mehr an Infektionen führt naturgemäß auch zu einer stärkeren Belastung der Intensivstationen“, so Markstaller.

Der Mediziner erklärt dabei auch, dass dieser Trend in der kommenden Zeit beobachten werden müsse. Sollten sich die Zahlen nicht bald beruhigen, müsse „noch stärker in den Krisenmodus umgeschalten werden“. Eine Möglichkeit sei dabei, beispielsweise wieder nicht lebensnotwendige Operationen zu verschieben.

Corona in Österreich: Tausende demonstrieren gegen Maßnahmen - trotz Lockerungen

Die Demonstrationen gegen die Maßnahmen in der Coronavirus-Pandemie am Samstag in Wien dürften vermutlich nicht zur Entspannung der Infektionszahlen beitragen. Wie die Polizei erklärt, versammelten sich dabei Tausende Menschen. Auf ihrem Protestzug durch die Hauptstadt Österreichs missachteten die Demonstranten die Abstandsregeln, viele trugen keine Mund-Nasen-Bedeckung.

Obwohl die Corona-Maßnahmen in dem Land im Februar erheblich gelockert wurden, zeigen sich viele Bürger noch immer unzufrieden mit dem Krisenmanagement der Regierung. So wurde unter anderem die Wiedereröffnung von Restaurants gefordert. Auch die Corona-Tests für Schüler, die eine Teilnahme am Unterricht vor Ort möglich machen, stehen in der Kritik.

Ein Corona-Vorfall sorgt aktuell in Österreich Schlagzeilen. Eine Krankenschwester ist nach einer Corona-Impfung verstorben, eine Kollegin soll mit einer Lungenembolie im Krankenhaus liegen.

 
 
 

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