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Omikron-Chaos in Großbritannien: Züge fallen aus, Supermärkte leer, Müll nicht abgeholt

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Von: Richard Strobl

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Coronavirus - Großbritannien
Menschen stehen vor der Good Health Pharmacy im Norden Londons, um eine Corona-Auffrischungsimpfung zu erhalten. © Gareth Fuller/dpa

Die neue Omikron-Variante überrollt Großbritannien und sorgt für teils chaotische Zustände in dem Land. Das könnte Deutschland noch bevorstehen.

London - Schon vor Weihnachten hatten Experten in Deutschland gewarnt, dass die Omikron-Variante des Coronavirus auch in Deutschland zu Versorgungsschwierigkeiten führen könnte. Genau dieses Szenario trifft nun bereits in Großbritannien zu.

Omikron-Wand trifft Großbritannien: Massive Personalausfälle legen das Land bereits teils lahm

Am Montag wurden allein in England und Schottland fast 160.000 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet, wegen der Feiertage sind die Zahlen allerdings lückenhaft und die Dunkelziffer dürfte hoch sein. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag zuletzt bei 1526 (Stand: 29. Dezember). Laut dailymail sind aktuell eine Million Briten wegen der Omikron-Variante in häuslicher Quarantäne. Zudem sind laut dem nationalen Gesundheitssystem NHS aktuell bereits zehn Prozent krankgemeldet.

Diese Ausfälle sind demnach in fast allen Lebensbereichen spürbar.

Demnach leeren sich in vielen Supermärkten erneut die Regale. Das liege einmal mehr an Liefer-Problemen, von denen Großbritannien bereits nach dem Brexit betroffen war. An den Kassen bilden sich lange Schlangen aufgrund von Personalmangel, zudem leeren sich besonders bei Milch, Brot und Früchten die Regale - so die dailymail. Eine erste große Kette denkt dem Bericht nach nun schon darüber nach einige Märkte ganz zu schließen.

Omikron in Großbritannien: Züge fallen aus, Supermärkte leer, Müll wird nicht abgeholt

Daneben müssen bereits Bahnverbindungen gestrichen werden. Laut Rail Delivery Group ist aktuell einer von zehn Beschäftigten im Zugverkehr krank gemeldet.

Und auch die Müllabfuhr hat bereits massive Probleme. Die Mülltonnen sind dem Bericht nach im ganzen Land überfüllt, da die Abholung nach den Weihnachtsfeiertagen um bis zu einer Woche verschoben wurde. So stapeln sich auf den Straßen in Birmingham alte Weihnachtsbäume und der Müll der Feiertage auf den Straßen. „Es ist ein Albtraum (...). Es ist, als würde man in einem Slum leben“, wird ein Anwohner zitiert.

Coronavirus - Großbritannien
Überquellende Mülltonnen, die in der Cherry Street im Liverpooler Stadtteil Walton auf die Abholung durch die Müllabfuhr warten. © Peter Byrne/dpa

Die Schulen will Premier Boris Johnson aber weiter offen halten. Sie öffneten am Dienstag wieder. Die Schulleiter rechneten zuvor auch hier mit massiven Personalausfällen.

Omikron in Großbritannien: Katastrophenfall in mehreren Kliniken

Noch schlimmer ist die Situation aber offenbar in den Krankenhäusern.

Mehrere britische Kliniken haben wegen eklatanter Personalausfälle im Zusammenhang mit der Omikron-Variante den Katastrophenfall ausgerufen. Mindestens sechs Krankenhausstiftungen, zu denen teilweise mehrere Kliniken gehören, haben sich angesichts der heftigen Corona-Welle bereits zu diesem Schritt entschieden, wie die BBC am Dienstag berichtete. Krankenhäuser rufen den Katastrophenfall aus, wenn die Verantwortlichen der Ansicht sind, dass sie notwendige Behandlungen nicht mehr gewährleisten können

Der Chef der NHS Confederation, in der Organisationen des nationalen Gesundheitsdienstes zusammengeschlossen sind, Matthew Taylor, schrieb der BBC zufolge in einem Beitrag, „in vielen Teilen des Gesundheitssystems sind wir aktuell im Krisenzustand“. In einigen Krankenhäusern würden Beschäftigte bereits gebeten, freie Tage aufzugeben, damit der Betrieb aufrechterhalten werden könne.

Omikron-Chaos in Großbritannien: Steht das Deutschland erst noch bevor?

Immerhin: Die Zahl der belegten Krankenhausbetten ist offenbar nur halb so hoch wie vor einem Jahr, Das belegt laut Gesundheitsministerin Maggi Throup wie der Impfstoff und die Booster-Kampagne wirke.

Die Situation könnte ein Ausblick sein, was auf Deutschland noch zu kommt. Schließlich hatte Expertenrat-Mitglied Stefan Sternberg gerade erst betont, dass Deutschland bei der Ausbreitung der Omikron-Variante um knapp zwei Wochen hinter den meisten Ländern liegen würde.

Boris Johnson weigert sich bislang standhaft die Quarantäne-Zeiten bei der neuen Omikron-Variante herunterzusetzen. Diesen Schritt waren bereits mehrere Länder, wie etwa Frankreich und Italien gegangen. So will man einen Versorgungskollaps vermeiden. Söder nannte diese Debatte die Kernfrage für die in Deutschland am Freitag anstehende Ministerpräsidentenkonferenz. (rjs mit dpa)

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