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Lauterbach meldet sich mit neuen Omikron-Daten aus England - „Nachrichten nicht gut“

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Von: Jonas Raab

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Seit Tagen warnt Gesundheitsminister Karl Lauterbach vor der Omikron-Variante des Coronavirus und verweist dabei auf dessen Ausbreitung in Großbritannien. Jetzt liefert er Zahlen.

Berlin/London - Karl Lauterbach hat die Insel derzeit fest im Blick. Der Grund: Omikron. Unlängst warnte der Gesundheitsminister vor einer „massiven fünften Welle“ und einer Situation, „die wir in dieser Form noch nicht gehabt haben“. Als Begründung verwies er auf die Lage in Großbritannien. Dort verdopple sich die Zahl der Omikron-Fälle inzwischen alle ein bis zwei Tage. Nun meldet sich der SPD-Politiker bei Twitter mit neuen England-News und räumt dabei mit einer weit verbreiteten Annahme über die neue Virusmutation auf.

Als Lauterbach kürzlich ein Impfzentrum in Hannover besuchte, sagte er mit Blick auf Omikron, dass die Situation leider immer noch unterschätzt werde. Britische Kollegen hätten ihm berichtet, dass die Lage auf der Insel alles übertreffe, was sie im Verlauf der Pandemie bisher beobachtet hätten. In vier Tweets erklärte Lauterbach, warum das so ist.

Lauterbach warnt bei Twitter vor Corona-Variante: „Omikron darf niemand unterschätzen“

„Omikron darf niemand unterschätzen“, schrieb der Minister am Freitag (17. Dezember) und teilte dabei einen mit den Worten „Omikron-Tsunami“ überschriebenen Bericht der britischen Zeitung The Guardian mit seinen Twitter-Followern. Im Beitrag erklären Experten, dass sie in Großbritannien noch bis zum Jahresende eine Million Neuinfektionen pro Tag durch die Omikron-Variante erwarten.

Ob das britische Gesundheitssystem mit der Omikron-Welle zurechtkommen wird, hängt laut Guardian vor allem davon ab, wie hoch der Anteil der Krankenhauseinweisungen unter den Neuinfektionen ist. Immer wieder heißt es nämlich, Omikron führe zu weniger schweren Krankheitsverläufen. Zuverlässige Daten dazu gab es bislang aber noch nicht.

Neue Erkenntnisse zu Corona-Mutation: Lauterbach teilt Omikron-Report aus Großbritannien

Am Samstag meldete sich Lauterbach dann mit neuen Nachrichten aus Großbritannien. Gut sind sie nicht. Lauterbach teilte einen Omikron-Report des National Health Service (NHS), dem staatlichen Gesundheitssystem in Großbritannien und Nordirland. Der Report sei sehr bedeutsam, erklärte Lauterbach. Er zeige erstmalig, dass es unwahrscheinlich sei, dass Omikron-Infektionen deutlich milder verlaufen würden als die mit anderen Corona-Varianten. Demnach gebe es keinen Unterschied im Hospitalisierungsrisiko.

Nur kurze Zeit später teilte Lauterbach in dem Kurznachrichtendienst ein kurzes Video, das die Corona-Fallzahlen in London seit dem 1. Oktober und aufgeschlüsselt nach Virusvariante anzeigt. Während der Graph der Delta-Variante zackenförmig und im Verhältnis langsam steigt, schießt der Omikron-Graph Anfang Dezember binnen Tagen auf das Dreifache der Delta-Fälle hoch. „Eindrucksvoll“, schrieb Lauterbach dazu.

Lauterbach blickt wegen Omikron nach Großbritannien: „Nachrichten nicht gut“

Nur ein paar Stunden später meldet sich Lauterbach noch einmal bei Twitter zu Wort, indem er einen Thread von Ewan Birney, Direktor des European Bioinformatics Institute des EMBL in Hinxton, teilt. Darin fasste der Biologe die Corona-Lage in Großbritannien zusammen. Lauterbachs Urteil: „Ausgezeichneter Thread“ und „lesenswert“, meinte der Gesundheitsminister, „Nachrichten aber nicht gut.“

Um bei Omikron unter der Zahl der Todesfälle der ersten und zweiten Welle zu bleiben, dürfe die hochansteckende neue Virusvariante nur 10 bis 30 Prozent so tödlich sein wie Delta. „Das ist aber nach neuen Daten aus UK noch unwahrscheinlich“, erklärte Lauterbach. (jo)

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