1. Startseite
  2. Welt

Neue Erkenntnisse zur Omikron-Variante BA.5: Wer sich eher ansteckt - und wer selten

Erstellt:

Von: Patrick Mayer

Kommentare

Dürften im Herbst wieder steigen: die Corona-Infektionszahlen in Deutschland. (Symbolfoto)
Dürften im Herbst wieder steigen: die Corona-Infektionszahlen in Deutschland. (Symbolfoto) © IMAGO / Lobeca

Eine neue Corona-Studie liefert weitreichende Erkenntnisse zur Omikron-Variante BA.5. So wird etwa die Wahrscheinlichkeit einer Infektion nach einer Impfung plus Infektion bestimmt.

München - Der Corona-Chefmahner bleibt seiner Linie treu: In den vergangenen Wochen warnte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) unablässig vor der Omikron-Variante BA.5. Der Subtyp sei nicht nur ansteckender, „sondern auch etwas gefährlicher“, meinte der Rheinländer etwa Mitte Juli bei Twitter: „Für den Herbst ungut, aber Vorbereitungen laufen.“

Omikron-Variante BA.5: Karl Lauterbach warnt vor Leichtfertigkeit bei Corona-Mutante

Lauterbach reagierte damals auf einen Tweet des wissenschaftlichen Leiters des Divi-Intensivbettenregisters, Christian Karagiannidis. Dieser schrieb in einem Posting, dass die Omikron-Varianten BA.4 und BA.5 eine höhere Viruslast hätten und tiefere Lungenabschnitte betreffen würden. Ende Juli erklärte Lauterbach dann, dass ein Wegfall der Quarantäne-Pflicht für ihn nicht in Frage komme. Auch wenn Länder wie Österreich, Spanien und Griechenland das entsprechend handhaben. „Das liefe auf eine Art Durchseuchung hinaus“, sagte der Ressortleiter dem Kölner Stadt-Anzeiger und meinte: „Ich glaube, dass wir im Herbst große Probleme haben werden.“

BA.5 also. Seit der Ausbreitung des Coronavirus mussten sich die Menschen ja an so manche Abkürzung gewöhnen. Und Geduld darin üben, jeweils neue Informationen über die Subtypen zu bekommen. Schließlich mussten Medizin und Wissenschaft erstmal analytisch auf die neuen Mutanten reagieren. Das ist nun wieder geschehen. So wurde eine hochaktuelle Studie zur Omikron-Variante BA.5 in der wissenschaftlichen Zeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht. Durchgeführt wurde die Studie in Portugal, wo sich die Omikron-Variante BA.5 in Europa vergleichsweise früh verbreitet hatte.

Im Video: Neues Omikron-Vakzin könnte im Oktober zugelassen werden

Die Studienautoren vom „Instituto de Medicina Molecular João Lobo Antunes“, der „Universidade de Lisboa“ und der „Direção Geral da Saúde“ untersuchten ebenfalls, welchen Einfluss die Impfungen gegen das Virus hatten. Resultate sind: Vergleichsweise wenige Menschen haben sich mit BA.5 infiziert, nachdem sie sich in der ersten Omikron-Welle mit den Varianten BA.1 oder BA.2 angesteckt hatten. Weil sie dadurch schon einen Immunschutz hatten.

Mehr noch: Wer laut der Studie geimpft war und sich zusätzlich noch mit BA.1 oder BA.2 infiziert hatte, war demzufolge viermal besser vor einer Infektion mit BA.5 geschützt als Personen, die kein Covid-19 hatten. Offenbar wegen des hohen Anteils an Antikörpern gegen das Virus und dessen Mutanten.

Omikron-Variante BA.5: Impfung plus Corona-Infektion mit BA.1 oder BA.2 erhöht offenbar den Schutz

„Wir fanden heraus, dass eine frühere SARS-CoV-2-Infektion eine schützende Wirkung gegen eine BA.5-Infektion hatte, und dieser Schutz bei einer früheren Infektion mit BA.1 oder BA.2 am höchsten war“, so die Forscher zu ihren Ergebnissen. Sie wiesen allerdings darauf hin, dass diese Daten im Hinblick auf Durchbruchsinfektionen in einer hochgradig geimpften Bevölkerung betrachtet werden müssten. Portugal war zeitweise Impfweltmeister, 98 Prozent der Bevölkerung über zwölf Jahren ist geimpft. Auch Geimpfte, die sich zum Beispiel mit der Corona-Variante Delta infiziert hatten, waren demnach gut gegen BA.5 geschützt.

Übrigens: Auch Karl Lauterbach hat sich bereits zu der Corona-Studie aus Portugal geäußert. „Diese Studie aus Portugal könnte sich im Herbst als wichtig erweisen und wäre ein Grund für gedämpften Optimismus“, schrieb der Epidemiologe bei Twitter: „Die Daten zeigen einen relativ hohen Schutz bei Omikron-Genesenen mit zusätzlicher Impfung vor einer BA.5 Infektion.“ (pm)

Auch interessant

Kommentare