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Wie viel Omikron-Welle ist wirklich? RKI vertröstet auf Januar – Lauterbach nennt dennoch Größenordnung

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Von: Kai Hartwig

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Kritisiert den Vorstoß aus der CSU: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) lehnt höhere Kassenbeiträge für Corona-Ungeimpfte ab. (Archivbild)
Kritisiert den Vorstoß aus der CSU: Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) lehnt höhere Kassenbeiträge für Corona-Ungeimpfte ab. (Archivbild) © Kay Nietfeld/dpa

Die aktuellen Corona-Zahlen bereiten RKI und Bundesregierung Probleme. Bald soll sich die Daten-Lage wieder entspannen. Gesundheitsminister Lauterbach ordnet ein.

München – Omikron ist auch in Deutschland präsent - allerdings lässt sich die Corona-Lage dieser Tage nicht mit absoluter Genauigkeit einschätzen. Und das wird wohl auch noch einige Tage so bleiben: So glaubt das Robert-Koch-Institut (RKI), man könne erst in einigen Wochen wieder mit belastbaren Corona-Zahlen arbeiten. Dabei drängt die Zeit: Am 7. Januar steht ein neuer Corona-Gipfel an. Dann geht es um die Fortschreibung oder Verschärfung der aktuellen Maßnahmen.

Einstweilen bleiben nur Mutmaßungen. Der SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach ist überzeugt, dass die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen zwei bis drei Mal höher liegt als in den derzeitigen Statistiken ausgewiesen. Die Feiertage hätten eine „deutliche Untererfassung“ der Corona-Infektionen bewirkt, meinte Lauterbach am Mittwoch (29. Dezember) in Berlin: „Die gegenwärtig ausgewiesene Inzidenz unterschätzt die Gefahr, in der wir uns befinden.“

Corona in Deutschland: Weihnachten verzerrt Zahlen – Lauterbach vermutet „deutliche Untererfassung“

Als ungefähres Stichdatum prognostizierte das RKI den 10. Januar 2022, ab dann seien die Daten wieder genauer, um das Infektionsgeschehen in Deutschland präziser einordnen zu können. „Wir gehen davon aus, dass sich Diagnostik- und Testverhalten gegen Ende der ersten Januarwoche wieder dem Niveau der letzten Wochen angleichen und dadurch die Daten in der zweiten Januarwoche vergleichbar mit den Daten der letzten Wochen sind“, erklärte das RKI der dpa.

Der Grund für die aktuelle Unsicherheit ist mit einem Wort zu umschreiben: Weihnachten. Während der Weihnachtsfeiertage ließ die Test- und Meldeaktivität der Bundesbürger deutlich nach. Auch für Silvester und Neujahr steht dies zu befürchten. Die geringere Menge an einlaufende Daten erschwert dem RKI die Berechnungen beziehungsweise mindern deren Aussagekraft.

Zahlreiche Corona-Testzentren blieben an den Weihnachtsfeiertagen zu. Auch die wöchentlichen Tests an Schulen oder Kitas fielen aufgrund der Ferien weg. So hatten die Gesundheitsämter Datenlücken zu beklagen. Die Folge: Das sich derzeit ergebende Bild der Corona-Lage ist unvollständig.

Corona-Lage in Deutschland: Experte warnt – „Kann plötzlich ganz schnell gehen“

Vor allem die Ausbreitung von Omikron in Deutschland betrachten Experten mit Sorge. Dem RKI wurde zuletzt eine stark ansteigende Zahl an nachgewiesenen oder wahrscheinlichen Omikron-Fällen übermittelt. Für Modellierer Dirk Brockmann von der Humboldt-Universität Berlin ein klarer Hinweis, dass Omikron einen immer größeren Anteil am Infektionsgeschehen in der Bundesrepublik hat, wie er der dpa sagte. Der Wissenschaftler warnte davor, sich wegen der derzeitigen Zahlen und sinkender Inzidenz in einer trügerischen Sicherheit zu wiegen. „Es kann plötzlich ganz schnell losgehen und dann sehr stark“, befand Brockmann.

Unterdessen hat die Bundesregierung wegen der unzureichenden Daten-Lage Gespräche mit dem RKI und weiteren Experten aufgenommen. Gemeinsam versuche man, die Zahlen zur Pandemie mit Beginn des neuen Jahres wieder sehr aktuell zu haben, ließ das Bundesgesundheitsministerium am Mittwoch (29. Dezember) verlauten. Ein Sprecher des Ministeriums gab auf Nachfrage an, er gehe davon aus, dass Kanzler Olaf Scholz schon beim nächsten Bund-Länder-Gipfel am 7. Januar 2022 valide Daten zur Verfügung stehen werden. (kh/dpa)

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