Eine Flugtafel am Flughafen
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Experten raten eindringlich von Urlaubsreisen in den Osterferien ab.

Osterferien zu Hause

Corona: „Ansturm ist eine Katastrophe“ - Eindringliche Warnung von Experten vor Osterurlaub

  • Felicitas Bogner
    vonFelicitas Bogner
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Die Osterferien sind eine beliebte Reisezeit. Doch die aktuelle Corona-Lage bereitet große Sorgen. Experten warnen vor Urlaubsreisen in den kommenden Wochen.

Essen/München - Trotz der immer höher steigenden Infektionszahlen sind sämtliche Flieger von Deutschland auf die Balearischen Inseln in den kommenden Wochen nahezu ausgebucht. Viele zieht es in den Osterferien weg. Wohlmöglich auch zu Verwandten innerhalb Deutschlands. Das bereitet Experten und Politikern große Sorgen. Sie warnen mit drastischen Ansagen.

Angst vor höherem Infektionsgeschehen durch Osterreisen - Schaade (RKI): „Das müssen wir verhindern“

Bei der jüngsten Bundespressekonferenz* warnte der Vize-Präsident des Robert-Koch-Instituts* (RKI), Lars Schaade, mit Blick auf Ostern eindringlich: „Wenn an Ostern Menschen aus verschiedenen Orten Deutschlands zusammenkommen, könnte die Pandemie angeheizt werden.“ Er stellte klipp und klar fest: „Das müssen wir verhindern.“ Karl Lauterbach (SPD) appellierte zusätzlich für Covid-Testungen bei Reiserückkehrern. Er befürchte eine noch stärkere Ausbreitung der Mutanten durch „eine Reisewelle“.

Virologe warnt: Weitere Risiken bei Osterreisen neben Anstieg der Infektionen wahrscheinlich

Mit diesen Sorgen stehen sie nicht alleine da. Auch Virologe Ulf Dittmann aus Essen spricht sich klar gegen Reisen in den anstehenden Ferien aus.  „Über Ostern haben wir in den allermeisten Ländern außer Israel keine stabile Lage“, sagte der Leiter des Instituts für Virologie an der Uniklinik Essen der dpa. Und betonte, dass er damit auch die Lage auf Mallorca meine. Der Trend zu aktuell niedrigen Fallzahlen auf der Urlaubsinsel könne schnell kippen. Aber auch fernab des Infektionsgeschehens gibt er zwei mögliche Szenarien zu Bedenken: „Dass man sich infiziert und dort ins Krankenhaus muss oder dass man von Gegenmaßnahmen wie Quarantäne betroffen ist oder wieder Flüge ausfallen“, sagte er laut dpa.

Spanier dürfen innerhalb ihres eigenen Landes nicht verreisen - aber Flieger aus Deutschland sind fast ausgebucht

Auch in Spanien* macht sich Unmut mit Blick auf die drohende deutsche Touristenüberflutung* breit. Beispielsweise die spanische Tageszeitung ABC schrieb diesbezüglich: „Spanien wird zu Ostern ein Bunker für die Spanier und eine Oase für die Touristen aus dem Ausland sein.“ Mit der Begründung: Spanier dürfen aufgrund der Corona*-Situation innerhalb des Landes ihre Region nur in vereinzelten Ausnahmen verlassen. Osterreisen sind für Spanier innerhalb des eigenen Landes untersagt.

Reisen in den Osterferien: Stichwort Ischgl - „Ansturm ist eine Katastrophe“

Übereinstimmend zur Warnung von Lars Schaade sagt auch der Essner Virologe zum Thema Urlaub innerhalb der Bundesrepublik: „Virusverbreitung und Infektionszahlen haben etwas mit Mobilität zu tun. Und natürlich würde das die Mobilität erhöhen.“ Auch der Professor für Tourismuswirtschaft und Nachhaltigkeit an der Universität München, Jürgen Schmude, befürchtet im Hinblick auf Osterreisen schlimme Konsequenzen. Es könne zu einem „zweiten Ischgl“ kommen, sagte Schmude laut Redaktionsnetzwerk Deutschland und betonte: „Grundsätzlich ist dieser Ansturm eine Katastrophe. Wir haben gesehen, was bei Reise-Großereignissen passieren kann - Stichwort Ischgl.“ (feb) Merkur.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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