Boris Palmer kontert prompt

Corona in Ba-Wü: Zahlen steigen spunghaft an - Lauterbach mit deutlicher Kritik an Tübingen-Modell

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Ministerpräsident Kretschmann hat den „Osterruhe“-Plan in Baden-Württemberg zu den Akten gelegt. Tübingen-OB Palmer hält die Hand über das Modellprojekt der Stadt. Der News-Ticker.

  • In Baden-Württemberg wird es in der Corona-Krise es keine „Osterruhe“ geben. Der Ministerpräsident entschuldigt sich „für das Hin und Her“ (siehe Update vom 24. März, 13.39 Uhr)
  • Hotspot-Risiko? Tübingens Oberbürgermeister Palmer (Grüne) verteidigt sein Corona-Test-Modell (siehe Update vom 25. März, 8.04 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Krise in Baden-Württemberg ist beendet. Hier finden Sie unseren News-Ticker zu Corona in Deutschland.

Update vom 25. März, 22.20 Uhr: Tübinger Wissenschaftler stellen ein höheres Todes-Risiko nach Operationen wegen Coronavirus-Infektionen fest. Sie plädieren jetzt für Corona-Impf-Privilegien in Baden-Württemberg und Deutschland.

Corona-Pandemie in Baden-Württemberg: Winfried Kretschmann äußert sich zu Ostern

Update vom 25. März, 10.29 Uhr: Welche Kontaktbeschränkungen gelten in Baden-Württemberg über die Oster-Feiertage? „Das wird noch geklärt“, sagte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) am Donnerstag in Stuttgart. In dem Bund-Länder-Beschluss vom frühen Dienstagmorgen hatte es geheißen, dass sich zwei Haushalte mit maximal fünf Personen treffen dürfen. Kinder bis 14 Jahre sollten nicht mitgezählt werden.

Nachdem die Osterruhe aber am Mittwoch gekippt wurde, ist nicht klar, ob über die Feiertage nun die Kontaktregeln der Notbremse gelten. Das würde bedeuten, dass sich in Kreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz von mehr als 100 nur ein Haushalt mit einer weiteren Person treffen darf (unter-14-Jährige Kinder wieder nicht mitgezählt). Dem Vernehmen nach soll diese Frage bis diesen Freitag geklärt sein.

Update vom 25. März, 8.04 Uhr: In Baden-Württemberg liegt die 7-Tage-Inzidenz nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) bei 108,6 und damit unter dem deutschlandweiten Wert von 113,3. Insgesamt 2.938 neue Corona-Fälle und 23 weitere Todesfälle in Verbindung mit einer Sars-CoV-2-Infektion wurden in den vergangenen 24 Stunden verzeichnet. Das geht aus den RKI-Daten am Donnerstag hervor.

Corona in BaWü: Stadt Tübingen offenbar Angst ein „Hotspot“ zu werden

Die Stadt Tübingen gilt als „Corona-Modellstadt“ in der Corona-Krise. Alle Geschäfte, Kultureinrichtungen sowie die Außengastronomie sind offen. Vor dem Shoppen gilt in der Universitätsstadt eine Schnelltest-Pflicht. Trotzdem hatte Tübingen wohl Angst über Ostern ein Hotspot zu werden, berichtet der SWR (siehe auch Update vom 22. März, 8.04 Uhr). Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) wollte demnach beantragen, den Modellversuch über Ostern auszusetzen. Aus Sorge vor Shopping-Tourismus zu Ostern.

Während andere Bundesländer dem Tübingen-Modell nacheifern wollen, zweifelt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach den Erfolg an. „Auch Tübingen schafft es nicht“, twittert Lauterbach und postete ein Foto mit steigenden Corona-Fallzahlen. Und weiter: „Die Tests für Schulen und Betriebe fehlen noch, der Aufbau dauert. Ausgangssperren bei Inzidenz über 100 zumindest ab 20 Uhr wäre wirksam und unbürokratisch. Kommen werden sie später sonst ohnehin. Weil die Welle nicht vom Wetter gestoppt wird.“

Corona in BaWü: So reagiert Tübingens OB-Palmer auf Lauterbach-Kritik

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) und die Pandemiebeauftragte Lisa Federle wiesen die Kritik des SPD-Politikers zurück, teilt die Nachrichtenagentur dpa mit.

„Karl Lauterbach kennt den Unterschied zwischen dem Landkreis Tübingen und der Universitätsstadt Tübingen nicht. Als Rheinländer sei ihm das verziehen, aber seine These beruht auf den falschen Zahlen. Der Anstieg der Inzidenz im Landkreis Tübingen findet bisher in der Stadt Tübingen nicht statt.“

Die 7-Tage-Inzidenz in der Stadt Tübingen bewege sich seit zwei Wochen in einem Korridor zwischen 20 und 30, erklärte Federle. Der von Lauterbach zitierte Anstieg der Inzidenz im Landkreis Tübingen gehe auf Ausbrüche an Schulen und Kitas außerhalb des Stadtgebiets zurück.

Im Landkreis Tübingen liegt die 7-Tage-Inzidenz laut RKI-Angaben momentan bei 65,2. Werte für die Stadt Tübingen weist das RKI nicht aus. Der Landkreis veröffentlicht nur wöchentlich Zahlen der Corona-Fälle, die dann nach Gemeinden aufgeschlüsselt sind. In der Stadt Tübingen wurden demnach 21 Corona-Infektionen im Vergleich zur Vorwoche gemeldet - Datenstand 18. März.

Palmer reagierte auch auf Lauterbachs Kritik an fehlenden Tests. „Tübingen hat aber auch die von Lauterbach geforderten Testungen in Schule, Kita und Betrieben längst auf den Weg gebracht.“

Corona in Baden-Württemberg - Gezerre um „Osterruhe“ - Kretschmann entschuldigt sich

Update vom 24. März, 13.39 Uhr: Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) wurde in der Sondersitzung am Mittwoch im Landtag in Stuttgart von Merkels Rücknahme der Osterruhe überrascht.

„Ich möchte mich bei der Bevölkerung für dieses Hin und Her entschuldigen“, sagte der Grünen-Politiker nach dem Stopp der Oster-Lockdown-Pläne. Es habe sich als nicht machbar herausgestellt, Gründonnerstag und Karsamstag mithilfe des Infektionsschutzgesetzes als Ruhetage zu definieren, erklärte der Regierungschef. Zudem sei klar geworden, dass es bei vielen Betrieben stark die Lieferkette beeinträchtigt hätte. Das Sprichwort „der Teufel steckt im Detail“ habe sich bewahrheitet, sagte der Grüne.   

Corona in Baden-Württemberg - Ausgangssperren und Perspektiven für Schulen

Update vom 24. März, 10.55 Uhr: Die „Notbremse“ tritt in Baden-Württemberg in Regionen und Städten mit einer 7-Tage-Inzidenz über 100 automatisch in Kraft, stellte Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bei seiner Rede im Landtag in Stuttgart klar.

„Es gibt derzeit keinen Spielraum für Öffnungsschritte“, betonte der Regierungschef. Die Infektionszahlen würden sich alle zehn Tage verdoppeln. Wo die „Notbremse“ greift, dürfen Geschäfte des täglichen Bedarfs sowie Bau- und Gartenmärkte geöffnet bleiben. Es gelte eine Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr. Zudem sei es dann Pflicht eine medizinische Maske im Auto zu tragen, wenn Personen aus verschiedenen Haushalten darin unterwegs sind. Ob und wie es das sogenannte „Click und Meet“ oder „Click und Collect“ geben wird, stehe noch nicht fest.

Corona in Baden-Württemberg: Kommt die Testpflicht an Schulen?

Nach den Osterferien sollen die Schulen und Kitas öffnen, solange es vertretbar ist. „Wir wollen eine Perspektive geben, doch die neue Mutation ist deutlich ansteckender“, mahnt Kretschmann. Lehrkräfte sollen dann regelmäßig getestet werden, zweimal pro Woche sei vorgesehen. Das Testen sei ein wichtiger Punkt in der Strategie, erklärt der Ministerpräsident. Eine Testpflicht werde ausgelotet. Es sei wichtig Schulen sicherer zu machen und lernen in Präsenz zu ermöglichen. In der kommenden Woche wolle sich Kretschmann mit Vertretern von Eltern, Lehrern und Schulleitern zusammensetzen.

Beim Thema Tests appelliert der Regierungschef auch an die Unternehmen, Mitarbeiter regelmäßig zu testen. Ein gesetzlicher Rahmen würde auch hier geprüft.

„Wir können das Impftempo steigern“, so Kretschmann. 1,3 Millionen Impfdosen - so viel wie in den letzten drei Monaten - würden jetzt geliefert. „Impfen ist der Königsweg aus der Pandemie“, doch leider konnte dieser bisher nicht so genutzt werden, räumte er ein. Das soll sich ändern. Nach Ostern würden die flächendeckend Arztpraxen mit einbezogen. Später auch Betriebsärzte, wenn genügend Impfstoff vorhanden sei. Ende Juni, Anfang Juli solle in Baden-Württemberg jeder über 18 Jahre mindestens einmal geimpft worden sein. Bis Ende April alle über 60-Jährigen, Lehrer und Polizisten.

Kretschmann bedauere die erneuten Einschränkungen sehr. „Auf dem letzten Abschnitt der Pandemie, geben wir den Leben unserer Bürger und Bürgerinnen den Vorrang“, sagt Kretschmann.

Corona: So sieht die „Notbremse“ in Baden-Württemberg aus

  • In Baden-Württemberg gilt die „Notbremse“ automatisch ab einer 7-Tage-Inzidenz von 100 für Städte und Landkreise
  • Nur Geschäfte für den täglichen Bedarf dürfen offen bleiben, dazu gehören auch Bau- und Gartenmärkte.
  • Nächtliche Ausgangssperre von 21 bis 5 Uhr.
  • Medizinische Maskenpflicht in privaten Pkw, wenn Mitfahrende nicht einem Hausstand angehören.
  • „Click und Collect“ oder „Click und Meet“ für den Einzelhandel noch unklar.

Der BaWü-Ministerpräsident hatte sich in seiner Rede auch für die Osterruhe ausgesprochen. Öffentliche Ansammlungen werden untersagt, kirchliche Gemeinschaften werden gebeten, Gottesdienste rund um die Ostertage virtuell abzuhalten. Nach der massiven Kritik an Oster-Beschlüssen will Kanzlerin Merkel kurzfristig erneut mit den MinisterpräsidentInnen der Länder beraten. Um 11 Uhr soll es eine Schalte der Kanzlerin mit den Regierungschefs geben. Laut Medienberichten soll die Osterruhe wieder gekippt werden.

Laut Spiegel-Informationen von mehreren Teilnehmern hat Kanzlerin Angela Merkel die Osterruhe als ihren Fehler bezeichnet: „Wenn möglich, muss man ihn noch rechtzeitig korrigieren. Ich glaube, das ist noch möglich.“ Sie wolle nun die Menschen im Land um Verzeihung bitten.

Corona in Baden-Württemberg - Inzidenz steigt weiter an

Update vom 24. März, 7.42 Uhr: In Baden-Württemberg liegt die 7-Tage-Inzidenz am Mittwochfrüh bei 101,9, wie aus den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) hervorgeht. Binnen 24 Stunden wurden demnach 1.983 neue Corona-Infektionen und 18 weitere Todesfälle verzeichnet.

Der Landtag in Baden-Württemberg befasst sich an diesem Mittwoch in einer Sondersitzung mit den Beschlüssen aus dem jüngsten Corona-Gipfel. Landeschef Winfried Kretschmann (Grüne) will am Vormittag erklären, wie Baden-Württemberg die schärfere Notbremse und den fünftägigen Oster-Lockdown umsetzen wird.

„Damit bin ich total unzufrieden“ - Kretschmann über Vorgehen der Regierung zu Mallorca-Reisen

Update vom 23. März, 17.05 Uhr: Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann hat sich am Dienstag zurückhaltend zu den Beschlüssen von Bund und Ländern geäußert. Der Grünen-Politiker bat um „Nachsicht“, dass die genaue Umsetzung der Beschlüsse noch juristisch geprüft werden müsse. Die genauen Bedingungen vor allem für den Oster-Lockdown vom 1. bis 5. April seien noch unklar, etwa welche Geschäfte am Gründonnerstag und Karsamstag geschlossen bleiben müssen. Er könne sich vorstellen, „dass das ein dem Feiertag entsprechender Ruhetag ist“, so Kretschmann.

Über den fast 15 Stunden dauernden Corona-Gipfel am Montag sagte Kretschmann vielsagend: „Ob das jetzt gut vorbereitet war und ich damit zufrieden bin, das lasse ich jetzt mal so stehen.“ Auch die Urlaubsflüge nach Mallorca kritisierte der Grünen-Politiker scharf: „Das bringt uns in echte Argumentationsnöte. Dass Urlaub auf den Balearen erlaubt sei, aber kein Urlaub im Schwarzwald, habe rechtliche Gründe. „Ich hätte mir da schon mehr Kreativität der Bundesregierung gewünscht, damit wir das verhindert kriegen.“

Corona in Baden-Württemberg: Kretschmann will verschärften Sonderweg

Update vom 23. März, 13.18 Uhr: Für Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) gibt es angesichts der Corona-Lage keinen weiteren Spielraum für Öffnungsschritte. „Wir sind offenkundig in einer exponentiellen Situation, also einer dritten Welle“, sagte der Ministerpräsident auf einer Pressekonferenz am Dienstag.

Kretschmann verweist darauf, dass es ein gesteigertes Infektionsgeschehen in Kitas und Schulen gegeben habe. Ein Effekt der Impfungen sei frühestens Anfang Mai Ende Juni zu erwarten. Das Virus sei viel gefährlicher geworden zudem breite sich eine Pandemie-Müdigkeit aus. „Wir müssen überlegen, wie genau wir die Beschlüsse umsetzen.“

Corona in BaWü: Kretschmann schließt landesweite Notbremse nicht aus

Die Notbremse bei einer 7-Tage-Inzidenz von über 100 trete in Kraft, betont der Ministerpräsident. Allerdings sei noch unklar, ob dies dann nur regional gelten solle. Auch wie das mit den Ausgangsbeschränkungen zu regeln sein wird, sei noch offen. Das alles müsse in den nächsten Tagen besprochen werden. Es seien alles komplexe Fragen, die vorab geklärt werden müssen.

„Bin kein Pandemie-Diktator - ich lasse mich beraten“, sagte Kretschmann. „Wir denken von unten nach oben, ob das auch praktikabel und sinnvoll ist.“ Deswegen würde es auch heute keine weiteren Informationen geben. Die Mallorca-Flüge sind den Menschen einfach schwer zu erklären, räumt der Ministerpräsident ein. Es selbst sei darüber sehr unglücklich.

Corona in BaWü: Neue Entwicklung bereitet Sorgen - „Die Beobachtung macht man auf jeden Fall“

Update vom 23. März, 7.29 Uhr: Die Lage auf den Intensivstationen in Baden-Württemberg sei noch ruhig. Es gebe noch Reserven, berichtet Stefan Reinecke, Ärztlicher Direktor am Marienhospital Stuttgart, im SWR. Aber die Zahl der Patienten nehme wieder erkennbar zu.

„Wir können eine leichte Verschiebung hin zu jüngeren Patienten erkennen - wir können es noch nicht statistisch darlegen, aber die Beobachtung macht man im klinischen Alltag auf jeden Fall“, so Reinecke im SWR-Interview. Anders als vor einem Jahr gebe es keinen Mangel an Material oder Intensivbetten sowie Beatmungsgeräten in den Kliniken, aber es fehlen Menschen, die Covid-19-Patienten versorgen könnten.

Baden-Württemberg: Lage auf den Corona-Intensivstationen - eine Sorge wächst.

Corona-Lage in Baden-Württemberg: Statement von Ministerpräsident Kretschmann erwartet

Update vom 23. März, 7.06 Uhr: In Baden-Württemberg sind binnen 24 Stunden 681 Corona-Neuinfektionen und 21 weitere Todesfälle verzeichnet worden, teilt das Robert-Koch-Institut (RKI) am Dienstagfrüh mit.

Der Lockdown in Deutschland soll bis mindestens bis zum 18. April verlängert werden. Über Ostern - vom 1. bis einschließlich 5. April - soll dann der Lockdown nochmal radikal verschärft werden. Nur am Karsamstag sollen Supermärkte laut dem Beschluss von Bund und Ländern geöffnet bleiben.

Welche Maßnahmen konkret in Baden-Württemberg gelten sollen, will Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) bei einer Pressekonferenz am Dienstagmittag bekannt geben. Baden-Württemberg hat die 7-Tage-Inzidenz von 100 überschritten. Ob das Staatsministerium die „Notbremse“ jetzt flächendeckend umsetzt, gilt eher als unwahrscheinlich.

Corona in Baden-Württemberg - Überraschung beim Inzidenz

Update vom 22. März, 22.10 Uhr: Es ist nur eine kleine Kommastelle, doch geht es nach den aktuellen Inzidenz-Berechnungen, steht Baden-Württemberg besser als die anderen Bundesländer da. Mit einer Inzidenz von 103 (siehe Update von 19.10 Uhr) meldet Baden-Württemberg zwar nicht den geringsten Inzidenz-Wert in ganz Deutschland. Doch damit ist das Bundesland das einzige Bundesland, das einen leichten Rückgang der Zahlen vermelden kann. Das geht aus Berechnungen von ntv hervor. Ein Zehntel mehr hatte das Bundesland noch am Vortag vermeldet.

Insgesamt 10 von 16 Bundesländern liegen bereits über der kritischen Schwelle von mehr als 100 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner. Die höchsten Inzidenzen vermelden Hamburg, Berlin und Thüringen. Ob die aktuellen Corona-Beschlüsse die Pandemie in Deutschland wieder eindämmen können, bleibt abzuwarten. Aktuell pausieren die Verhandlungen im Rahmen des Corona-Gipfels.

Corona in Deutschland: Baden-Württemberg meldet aktuelle Infektionszahlen

Update vom 22. März, 19.10 Uhr: Während Bund und Länder aktuell beim Corona-Gipfel beratschlagen, meldet Baden-Württemberg die aktuellen Corona-Zahlen. Demnach ist die Sieben-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg leicht gesunken. Der Wert ging im Südwesten nach Angaben des Landesgesundheitsamts vom Montag jedoch nur minimal um ein Zehntel auf 103,0 zurück und liegt damit weiter über dem wichtigen Schwellenwert von 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Ab diesem Wert greift landesweit in den Landkreisen die sogenannte Notbremse.

Im Vergleich zum Sonntag verzeichnete die Behörde 682 neue Corona-Infektionsfälle. Damit stieg die Zahl der bestätigten Fälle seit Beginn der Pandemie auf 344.780. Es gab 21 neue Todesfälle in Verbindung mit dem Virus - damit sind es nun 8.550 Corona-Tote.

Weiterhin haben 43 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten einen Inzidenz-Wert über 50. Nur der Kreis Rottweil (48,6) liegt leicht darunter. Die Kreise Rastatt (205,3) und Schwäbisch Hall (333,9) bilden weiterhin die Spitze mit dem landesweit stärksten
Infektionsgeschehen. In der Kleinstadt Schrozberg im Hohenlohischen liegt der Wert sogar bei 1168,6, im benachbarten Blaufelden bei 870,2 (Stand: Sonntag).

Update vom 22. März, 15.58 Uhr: In der Nacht auf Samstag hat die Polizei eine Tiefgaragen-Party in Stuttgart-Mitte aufgelöst. Mehrere Jugendliche hatten sich dort zum Feiern getroffen. Die Corona-Regeln beachteten sie dabei nicht.

Ein 21-Jähriger und eine gleichaltrige Frau seien aggressiv geworden, als die Beamten die Personalien einer Jugendlichen hatten aufnehmen wollen. Sie hätten sich dabei „massiv gewehrt“, heißt es im Polizeibericht, und eine 23-jährige Polizistin verletzt.

Baden-Württemberg: Streit um Corona-Impfungen - Landrat schimpft über „Ungerechtigkeit“

Update vom 22. März, 15.20 Uhr: „Diese Ungerechtigkeit muss das Land und hier namentlich der zuständige Sozialminister Manne Lucha nun endlich abstellen“, schimpft Sven Hinterseh (CDU). Der Landrat des Schwarzwald-Baar-Kreises kritisiert die Verteilung der Impfdosen auf die Landkreise.

Der Bund verteile die Impfdosen nach einem Einwohnerschlüssel auf die Länder, doch innerhalb des Landes werde das in Baden-Württemberg nicht berücksichtigt. Das Landratsamt Villingen-Schwenningen moniert diesen Umstand. In den Impfzentren unter Landesverwaltung und vielen Kreisimpfzentren werde bereits Prioritätsstufe 2 geimpft, während im Schwarzwald-Baar-Kreis noch hunderte Bürger der Prioritätsgruppe 1 auf ihre Impfung warten. Für die Lokalpolitiker untragbar.

Corona in Baden-Württemberg: Hunderte Impfungen abgesagt - Organisatoren enttäuscht

Update vom 22. März, 14.22 Uhr: Impf-Ärger im Kreis Lörrach. Das Landratsamt sagte einen Impftermin von etwa 200 Senioren ab. Die Aktion sei privat organisiert und nicht mit dem Kreisimpfzentrum abgesprochen gewesen, teilt die Behörde mit.

Die Organisatoren der Efringen-Kirchen zeigen sich enttäuscht. Angesicht steigender Infektionszahlen sei die Reaktion des Landratsamts absolut unverständlich. Ein Sprecher entgegnet, an der Leitung des Kreisimpfzentrums vorbei sei ein mobiler Impfeinsatz beim zentralen Impfzentrum in Freiburg angefordert worden. Dabei hätten die Initiatoren den Anschein erweckt, es habe sich um einen vereinbarten und freigegebenen Einsatz gehandelt.

Das Impf-Großevent am Dienstag fällt also aus. Ein Teil der betroffenen Senioren habe aber bereits einen neuen Impf-Termin erhalten und auch die anderen sollen ihn zeitnah bekommen, merkt der Sprecher des Landratsamts an.

Corona in Baden-Württemberg: Inzidenz steigt weiter - Schulen und Kitas bleiben wohl teils geschlossen

Update vom 22. März, 11.44 Uhr: Was bedeutet die steigende Corona-Inzidenz für den Schulunterricht in Baden-Württemberg? Zum ersten Mal seit zwei Monaten liegt die 7-Tage-Inzidenz im Südwesten wieder über den Schwellenwert von 100 - und es gibt viele Hotspots in dem Bundesland.

Ein kursierender Entwurf aus dem Kanzleramt schlägt vor, Schulen und Kitas zu schließen beziehungsweise gar nicht zu öffnen, sofern Erzieherinnen, Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler oder betreute Kinder nicht zweimal pro Woche getestet werden könnten. Ab einer Inzidenz von 200 könnte es demnach eine Schließung von Schulen und Kitas geben.

Aktuell wären davon in Baden-Württemberg betroffen:

  • Schwäbisch Hall (Inzidenz, Stand Sonntag: 306)
  • Rastatt (207)
  • Nicht mehr weit vom Schwellenwert entfernt sind:
  • Hohenlohekreis (191,7)
  • der Main-Tauber-Kreis (178,2)
  • Kreis Sigmaringen (176,5)

Corona in Baden-Württemberg: Grünen-Fraktionschef für Schulschließung ab Inzidenz 200

Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) hatte bereits am Freitag angekündigt, dass die Einwohner von Hotspots mit harten Maßnahmen wie Ausgangsbeschränkungen rechnen müssen. Angesichts vieler Ansteckungen in Kitas und Schulen könne es zudem sein, „dass wir da auch was ändern müssen“.

Grünen-Fraktionschef Andreas Schwarz hält eine Schließung der Schulen ab einem Inzidenz-Wert von 200 für richtig. Für nach Ostern müsse man aber für Schülerinnen und Schüler eine Perspektive entwickeln. „Daher benötigen wir einen inzidenzbasierten Stufenplan für den Unterricht an unseren Schulen“, sagte er der dpa.

Szene aus einer Grundschule in Baden-Württemberg vom Februar 2021 - seither ist die Corona-Inzidenz in dem Bundesland stark gestiegen.

Tübingen-OB Palmer: Corona-Test-Modell im Notfall nur für Kreisbewohner

Update vom 22. März, 10.02 Uhr: Das Modellprojekt in Tübingen soll abgeändert werden. Oberbürgermeister Boris Palmer (Grüne) hat angekündigt, es gegebenenfalls auf die Bewohnerinnen und Bewohner des Landkreises einzuschränken.

„Das heißt, wir würden dann die Tests den auswärtigen Gästen nicht mehr zur Verfügung stellen, damit würden sie auch nicht an die Voraussetzungen kommen, um unsere Angebote zu nutzen“, erklärte Palmer dem Deutschlandfunk am Montag.

Tübinger OB Boris Palmer zu Corona-Modellprojekt: „Wir sind da reaktionsfähig“

In Tübingen gilt seit etwa einer Woche ein Modellprojekt zu mehr Öffnungsschritten in Corona-Zeiten. An mehreren Teststationen können die Menschen kostenlose Tests machen, das Ergebnis wird bescheinigt. Damit kann man in Läden oder zum Friseur. Aber auch Außengastronomie und Kultureinrichtungen dürfen Gäste mit Zertifikat empfangen und bedienen.

Bisher können auch Bewohnerinnen und Bewohner aus anderen Bundesländern nach Tübingen kommen und sich sozusagen freitesten. Wenn das aber Überhand nehme, werde Tübingen einschreiten. „Wir sind da reaktionsfähig, wenns nötig ist.“

Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer (l.), hier mit BaWü-Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Archivbild), in Tübingen.

Corona in Baden-Württemberg: Neue Regeln ab Montag - Land überschreitet ominöse Inzidenz-Grenze

Unsere Erstmeldung vom 21. März: Stuttgart - Am 22. März treffen sich Bund und Länder zu einem neuerlichen Corona-Gipfel. Zum Stand vor den Beratungen treten ab dem betreffenden Montag einige Lockerungen und Verschärfungen innerhalb des Bundeslandes in Kraft. Die hohe Zahl der Neuinfektionen bei einer 7-Tage-Inzidenz über 100 könnten nun auch das Ende der erst kürzlich beschlossenen Öffnungen von Schulen für Präsenz- und Wechselunterricht bedeuten. Es könne sein, „dass wir da auch was ändern müssen“, so Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) vor dem Corona-Gipfel.

Corona in Baden-Württemberg: Wechselunterricht ab 22. März

So sollen Schüler:innen und Lehrkräfte an Grundschulen nun auch im Unterricht eine medizinische Maske tragen. Auch auf weiterführenden Schulen wird die Maskenpflicht auf medizinische Masken festgelegt. Auf Twitter verkündete die Landesregierung außerdem, dass in den 5. und 6. Klassen Wechselunterricht möglich werde. Zuvor hatte es einige Kritik gegeben, da Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) eine Rückkehr in den Präsenzunterricht ohne „förmliches Abstandsgebot“ ankündigte.

Auch was Nachhilfeunterricht angeht, geht das Land wieder zu Präsenzunterricht über. Bis zu fünf Schüler:innen dürfen sich wieder treffen - allerdings natürlich ebenfalls mit Pflicht zu einer medizinischen oder FFP2-Maske. Für Musik-, Kunst- und Jugendkunstschulen gilt: Präsenzunterricht ist bis zu einer 7-Tage-Inzidenz von 100 möglich. Ab dann muss zu Online-Angeboten gewechselt werden.

Corona in Baden-Württemberg: Ausweitung der Maskenpflicht für Kinder

Die Maskenpflicht wird ab dem 22. März auch generell für Kinder ausgeweitet. Bisher war es ausreichend, im Alter von 6 bis 14 Jahren eine Alltagsmaske zu tragen. Nun wird auch für sie eine „erweiterte Maskenpflicht“ gelten. Sprich: Erlaubt sind nun nur noch medizinische oder FFP2-Masken - Kinder von 0 bis 5 Jahren sind weiterhin ausgenommen. Für das Personal in Kitas, Grundschulförderklassen, Horten und Schulkindergärten gilt ab Montag ebenfalls Maskenpflicht.

In vielen Innenstädten ist das Tragen einer Maske Pflicht.

Corona in Baden-Württemberg: Welche neuen Regelungen werden auf dem Gipfel beschlossen? Land vor steigenden Fallzahlen

Auf dem anstehenden Gipfel könnten allerdings neue Regeln für Baden-Württemberg beschlossen werden. Lockerungen und weitere Öffnungen wird es vorerst wohl nicht geben, da die Fallzahlen im Bundesland derzeit wieder steigen. Die 7-Tage-Inzidenz in Baden-Württemberg überschritt am Sonntag (Stand 16 Uhr) den Wert von 100 und lag bei einer Neuinfektionszahl von 103,1 pro 100.000 Einwohner:innen. Das teilte das Landesgesundheitsamt mit. Ab diesem Wert greift die sogenannte Notbremse. Am Vortag hatte der Wert noch bei 99,8 gelegen.

43 der 44 Stadt- und Landkreise im Südwesten haben derzeit einen Inzidenz-Wert über 50. Nur der Kreis Rottweil (48,6) liegt leicht
darunter. In 21 Kreisen liegt die Inzidenz über 100. Die Kreise Rastatt (207,0) und Schwäbisch Hall (306,0) bilden weiterhin die
Spitze mit dem landesweit stärksten Infektionsgeschehen. In Schwäbisch Hall wurde bereits eine Ausgangssperre verhängt.

Corona in Baden-Württemberg: Landesgesundheitsamt sieht Anstieg auch durch Kita- und Schulöffnungen

Das Landesgesundheitsamt kündigte zudem an, der Trend steigender Fallzahlen werde sich im Südwesten wohl weiter fortsetzen. Das sagte der Leiter des Referats Gesundheitsschutz und Epidemiologie beim Landesgesundheitsamt, Stefan Brockmann, der dpa. Er beobachte auch einen starken Zuwachs der Infektionen bei Kindern und Jugendlichen. Derzeit liege der Anteil bei etwa 20 Prozent aller Infektionen. Dies sei auf die Öffnung von Kitas und Schulen zurückzuführen, so Brockmann. (dpa/jh)

Rubriklistenbild: © Felix Kästle/dpa

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