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Geschätzt bis zu 15 Millionen Tote: Corona im Vergleich mit anderen Pandemien

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Aufnahme von 1918: Patienten, die an der Spanischen Grippe erkrankt sind, liegen in Betten eines Notfallkrankenhauses im Camp Funston der Militärbasis Fort Riley in Kansas.
Elend im Jahr 1918: Spanische-Grippe-Patienten in einem US-Notfallkrankenhaus. © -/National Museum of Health and Medicine/dpa

Die einen fürchten die vierte Welle – die anderen sehen die Corona-Epidemie als quasi beendet an. Ins Verhältnis rückt beide Perspektiven ein Blick auf die Zahlen vergangener Virusausbrüche.

Genf - Fünf Millionen. Das ist aktuell die Zahl der offiziell registrierten Covid-19-Todesfälle. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt die tatsächliche Ziffer auf das Zwei- bis Dreifache. Keine Frage: Corona ist verheerend. Viele Länder, unter ihnen auch Deutschland, ringen mit der vierten Welle.

Aber wie sieht es im Vergleich zu anderen Epidemien und -Pandemien des 20. und 21. Jahrhunderts aus? Hier einige Zahlen.

Schweinegrippe war erstes weltweit wahrgenommenes Coronavirus

2009 grassierte die „Schweinegrippe“, verursacht vom Virus H1N1. Zunächst wurden offiziell 18.500 Todesopfer dieser Pandemie gemeldet. Laut der Fachzeitschrift The Lancet starben aber tatsächlich weit mehr Menschen - zwischen 151.700 und 575.400. Das Sars-Virus verbreitete sich 2002 und 2003 von China aus und war das erste Coronavirus, das weltweit Ängste auslöste. 774 Menschen starben an der Infektion.

Influenza: „Spanische Grippe“ forderte mehr Tote als der Erste Weltkrieg

Etwa fünf Millionen Menschen erkranken jedes Jahr schwer an der Grippe, zwischen 290.000 und 650.000 sterben nach Angaben der WHO daran. Weit mehr Menschen starben durch Grippe-Pandemien, die von neuen, nicht-saisonalen Influenzaviren ausgelöst wurden. Die Asiatische Grippe von 1957 bis 1958 und die Hongkong-Grippe von 1968 bis 1970 hatten jeweils etwa eine Million Todesopfer zur Folge.

Am verheerendsten war die „Spanische Grippe“ in den Jahren 1918 bis 1919. In drei aufeinanderfolgenden Wellen starben laut neueren Berechnungen 50 bis 100 Millionen Menschen. Das sind weit mehr Todesopfer als die zehn Millionen des Ersten Weltkriegs.

Ebola und Dengue-Fieber: Tropenviren im Vergleich mit Corona

Eine Infektion mit Ebola-Viren ist viel gefährlicher als mit Sars-CoV-2: 50 Prozent der Erkrankten sterben. Dennoch ist die Zahl der Todesopfer durch den 1976 entdeckten Erreger weit geringer als bei Corona. Denn Ebola ist weniger ansteckend, weil das Virus nicht über die Luft übertragen wird, sondern nur durch direkten engen Kontakt. Bei mehreren Ebola-Ausbrüchen in Afrika starben bisher rund 15.300 Menschen.

Auch andere tropische Viren können tödlich sein. Das Dengue-Fieber, das von Mücken übertragen wird, ist seit zwei Jahrzehnten auf dem Vormarsch. Einige tausend Menschen sterben laut WHO jedes Jahr daran.

Aids-Pandemie forderte bislang mehr als 36 Millionen Tote

Aids ist die mit Abstand tödlichste Pandemie in jüngerer Zeit: Seit 1980 starben weltweit fast 36,3 Millionen Menschen an der unheilbaren Krankheit, die das Immunsystem angreift. Noch gibt es keinen wirksamen Impfstoff, aber antiretrovirale Medikamente können die Krankheit stoppen und das Übertragungsrisiko stark verringern. Dank dieser Therapie ist laut der UN-Organisation „UNAids“ die Zahl der Todesfälle von ihrem Höchststand von 1,7 Millionen im Jahr 2004 auf 680.000 im Jahr 2020 gesunken.

Vor allem in ärmeren Ländern sterben jedes Jahr mehr als eine Million Menschen an Infektionen mit Hepatitis-B- und -C-Viren, die vor allem über das Blut übertragen werden. (AFP/frs)

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