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Hirnschäden und Gedächtnisverlust durch Long Covid? Neue Studie zeichnet düsteres Bild

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Von: Christoph Gschoßmann

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Long Covid: Erschöpft oder unkonzentriert – viele leiden nach einer  Coronavirus-Infektion unter Langzeitfolgen.
Long Covid: Erschöpft oder unkonzentriert – viele leiden nach einer Coronavirus-Infektion unter Langzeitfolgen (Symbolbild). © Joseffson/imago

Das Gehirn kann durch Long Covid ernste Schäden davontragen. Diese Erkenntnis haben Forscher aus einer Studie in Australien gewonnen.

München/Sydney - Die Zahl der Coronavirus-Infektionen schießt wieder in die Höhe und die Pandemie macht sich erneut bemerkbar. Studien liefern immer neue Erkenntnisse zum Virus, die jetzt darauf hindeuten, dass Long-Covid-Patienten an Hirnnebel und Gedächtnisverlust leiden. Eine Studie aus Australien, in der 128 Patienten über zwölf Monate untersucht wurden, ergab, dass etwa 20 Prozent der Patienten mindestens ein Jahr lang mit Gehirnnebel zu kämpfen hatten.

Auch weitere Probleme kamen hinzu: Es stellte sich heraus, dass die Patienten unter Kurzatmigkeit, Müdigkeit, Hirnschädigungen, Kopfschmerzen und psychischen Problemen leiden. Einige von ihnen verglichen es mit einer traumatischen Hirnverletzung.

Coronavirus: Long-Covid-Patient konnte sich „in Meetings nicht mehr konzentrieren“

„Die Auswirkungen von Long Covid auf einige sind erheblich. Ich hatte einen Patienten, einen Geschäftsmann, der sein Geschäft verkaufen musste, weil er sich bei Meetings nicht mehr auf Verträge und Verhandlungen konzentrieren konnte“, sagte Professor Bruce Brew vom St. Vincent’s Hospital in Sydney gegenüber 9 News.

Damit nicht genug. Die negativen Auswirkungen von Long Covid auf das Gehirn verschwinden laut der Studie nicht unbedingt nach zwölf Monaten. „Wir hoffen, dass es ein weiteres Jahr oder weniger dauern wird, bis sich ihr Zustand verbessert, aber wir wissen es einfach nicht“, so Brew. Der Professor sagte auch, es gebe dank der Studie Hinweise auf eine mögliche Behandlungsart: Ein Nervengift auf im Gehirn. Man könne „bestehende Medikamente umzufunktionieren, um dieses Toxin zu modulieren“, so Brew.

Coronavirus: Viele Long-Covid-Patienten fühlen sich zunächst nicht unwohl

Die Forschung ergab auch, dass Patienten mit Long Covid sich nicht unwohl fühlen, wenn sie sich damit infizierten. „Es gibt ein weit verbreitetes Missverständnis, dass Sie keinen Gehirnnebel erleben werden, wenn Sie nicht schwer an Covid erkrankt sind, aber in unserer Studie wurden neun von zehn derjenigen, die an Long Covid leiden, nicht ins Krankenhaus eingeliefert“, erklärte Brew.

Brews Kollege Professor Steven Faux sagte, dass er wöchentlich etwa acht bis zehn Personen mit der Krankheit in der Long-Covid-Klinik habe. Die Mediziner stellten demnach fest, „dass es tatsächlich jüngere Menschen betrifft, und sie finden es wirklich schwierig, weiterarbeiten zu können.“ Faux weiter: „Wir sehen Menschen mit langsamen Denkprozessen und Verwirrung, was einer traumatischen Hirnverletzung sehr ähnlich ist.“(cg)

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