Lkw-Fahrer mit Handy.
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Weil seine Handynummer der Impfhotline von NRW ähnelt, bekommt ein Lkw-Fahrer unzählige Anrufe.

„Die älteren Menschen waren wirklich verzweifelt“

Falsch verbunden? Handy von Lkw-Fahrer läutet plötzlich permanent - Dann entdeckt er den kuriosen Grund

  • Franziska Konrad
    vonFranziska Konrad
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Mit Telefonnummer ist das so eine Sache. Wer hat sich nicht schon mal verwählt. Ein Lkw-Fahrer hat das nun erfahren müssen. Seine Handyverbindung ähnelt einer Hotline-Nummer, und zwar einer heißbegehrten.

  • Von einem Tag auf dem anderen klingelte bei einem Lkw-Fahrer plötzlich ununterbrochen das Handy.
  • Seine Nummer wurde unfreiwillig zu einer Kummer-Nummer in Corona-Zeiten.
  • Hinter den Anrufen steckt jedoch ein kurioser Grund.

Dortmund - Seit Montagmorgen klingelt bei einem Lkw-Fahrer aus Dortmund ziemlich häufig das Handy. Die einfache wie kuriose Erklärung dafür: Acht Ziffern seiner Handynummer gleichen der Corona-Impfhotline von Nordrhein-Westfalen (NRW). Das hat der Trucker ziemlich schnell herausgefunden. Trotz Telefon-Wahnsinn bleibt er am Ende der Leitung sehr gelassen. Respekt!

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Pünktlich zum Start der Impfterminvergabe um 8 Uhr bimmelte das Mobiltelefon von Michael S. „Da flogen auf einmal Handynummern bei mir ins Handy rein, die ich überhaupt nicht zuordnen konnte“, erzählt er dem WDR2. Aus lauter Neugier hob der Lkw-Fahrer schließlich ab.

„Da war dann ein älterer Herr dran, meldete sich gleich mit seinem Namen und wo er wohnt und er hätte gerne einen Impftermin“. Es stellte sich heraus: Anstatt bei der 0800 116 117 – der offiziellen Impfhotline von NRW – landen die Anrufer bei dem Brummi-Fahrer.

Corona in Deutschland: Lkw-Fahrer tröstet Senioren, die auf einen Impftermin warten

Seitdem gingen bei Michael S. „unendlich viele“ Anrufe ein. Wann immer es möglich ist, geht der Dortmunder ans Telefon. Dann spricht er mit Senioren oder deren Kindern, die für die Eltern einen Termin zur Corona-Impfung ausmachen möchten. „Einmal hatte ich 63 Anrufe in Abwesenheit. Der späteste war um 21.20 Uhr“, zitiert ihn die Dpa.

„Die älteren Menschen waren wirklich verzweifelt“, berichtet der Dortmunder. „Ein 80-Jähriger sagte mir, dass er seit 10 Stunden versucht, einen Termin zu kriegen.“ In solchen Fällen spendete Michael S. Trost: „Ich habe versucht, die älteren Herrschaften zu beruhigen. Und ihnen gesagt, dass sie ganz bestimmt auch noch einen Termin kriegen.“

Letztlich hätten sich die Anrufer „zig Mal entschuldigt“, so Michael S.. „Aber viele Gespräche haben mich wirklich gerührt.“

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