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Corona-General warnt: PCR-Tests werden knapp - Wer jetzt auf eine Priorisierung hoffen darf

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Der Krisenstabs-Chef Carsten Breuer (l.) glaubt, dass die Labore bald an ihre Testkapazitäten gelangen könnten, was PCR-Tests angeht.
Der Krisenstabs-Chef Carsten Breuer (l.) glaubt, dass die Labore bald an ihre Testkapazitäten gelangen könnten, was PCR-Tests angeht. ©  Hannibal Hanschke/dpa

Durch die hohen Corona-Zahlen geraten die Labore, die sich um PCR-Tests kümmern, an ihre Grenzen. Kommt bald eine Priorisierung, und wer kann auf sie hoffen?

München - Omikron ist auf dem Vormarsch - und die Labore geraten an ihre Grenzen. Angesichts der sich rasant verbreitenden Omikron-Welle geraten in erster Linie die Labore an ihre Grenzen. Janosch Dahmen, gesundheitspolitischer Sprecher der Grünen, hat sich am Freitag im ARD-Mittagsmagazin deshalb für eine Priorisierung bei den PCR-Corona-Tests ausgesprochen, hält aber weitreichendere Maßnahmen für nötig. „Wie an anderen Stellen auch müssen wir hier, wenn ein Engpass entsteht, priorisiert arbeiten und darauf achten, dass insbesondere Mitarbeiter der kritischen Infrastruktur, aber auch schwer symptomatisch erkrankte Patienten weiter die wichtigen Tests im PCR Bereich bekommen.“

Viele Labore seien bereits am Limit. Testen reiche nicht aus, um Omikron zu brechen, so Dahmen: „Wir müssen all das, was wir bereits im dritten Jahr der Pandemie wissen, was hilft, nämlich Abstand halten und Kontakte reduzieren - sowohl in eigener Verantwortung als auch gegebenenfalls in nachgeschärften Regeln.“ Dazu zähle er eine mögliche Ausweitung von 2G-plus-Maßnahmen und der FFP2-Maskenpflicht. 

„Wir sehen sehr deutlich, dass die wöchentliche Kapazität von 2,4 Millionen PCR-Tests, die wir in etwa in Deutschland haben, nun unter Volllast überall gebraucht wird“, sagte Dahmen dem RBB-Inforadio. Es müsse darauf geachtet werden, Schwerstkranke und das Personal der kritischen Infrastruktur zu bevorzugen - auch wenn dies dann an anderer Stelle, etwa beim Freitesten, zu Verzögerungen führe.

Generalmajor Breuer: Bald nicht mehr genügend Testkapazitäten

Wegen der rasant steigenden Infektionszahlen stehen nach Einschätzung des Leiters des Corona-Krisenstabes der Bundesregierung, Generalmajor Carsten Breuer, bald voraussichtlich nicht mehr genügend Testkapazitäten für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung. Auch aus Reihen der Union kamen am Donnerstag Forderungen nach einer Priorisierung vor allem für den Einsatz der für Nachweise wichtigen PCR-Tests.

„Wir werden mit Sicherheit wie bei allen knappen Ressourcen Kapazitäten bündeln müssen, wo es erforderlich ist“, sagte auch Breuer der Süddeutschen Zeitung. Das gelte auch für Tests. „Sobald es irgendwo eng wird, muss ich priorisieren. Da haben Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur Vorrang“, sagte der Bundeswehr-General.

Das Ziel sei aber, das bisherige Testregime so lange wie möglich aufrechtzuerhalten, hob er weiter hervor. „Wir brauchen möglichst genaue Daten, um zu sehen, wie sich die Welle bei uns auswirkt“. Breuer warnte davor, die Gefahr durch die Omikron-Variante des Coronavirus zu unterschätzen.

Grüne Fraktionsvorsitzende will sensible Berufe und kritische Infrastruktur bevorzugen

Der General forderte ein „Bollwerk gegen Omikron“. Deutschland dürfe „nicht in die Lage geraten, dass wir in der kritischen Infrastruktur so weit herunterfahren müssen, dass öffentliches Leben eingeschränkt wird“. Breuer warb zudem erneut für mehr Impfungen, um der Omikron-Welle zu begegnen. Es fehle dafür weder an Impfstoff, noch an der Infrastruktur, stellte er klar.

Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann äußerte ebenfalls die Befürchtung, dass bald nicht mehr jeder im Verdachtsfall einen PCR-Test machen kann, weil die Kapazitäten der Labore ausgeschöpft sind. „Wenn das der Fall sein sollte, was ich nicht hoffe, werden wir priorisieren müssen“, sagte sie den Sendern RTL und ntv. Vorrang müssten Menschen in sensiblen Berufen und der kritischen Infrastruktur haben. Außerdem sei ein PCR-Test bei Infizierten am Ende ihrer Isolation nötig.

CDU fordert Handlungsempfehlung vom Gesundheitsministerium

„Das Bundesgesundheitsministerium muss schnellstens eine Handlungsempfehlung zur Priorisierung bei PCR-Tests vorlegen“, sagte auch der CDU-Gesundheitsexperte Tino Sorge der Nachrichtenagentur AFP. Solange eine Überlastung drohe, „müssen die vorhandenen Kapazitäten in erster Linie nach Dringlichkeit und medizinischem Bedarf genutzt werden“. Dies könne dazu führen, „dass ein Urlauber länger warten muss, damit ein Pflegebedürftiger sein Resultat zügig erhält“ oder Beschäftigte in der kritischen Infrastruktur versorgt werden können.

„Die hohen Infektionszahlen gehen mit vielen Tests einher“, warnte auch der Vorsitzende der Akkreditierten Labore in der Medizin, Michael Müller, vor Engpässen. Auch er mahnte zu Priorisierungen. Die Möglichkeit, sich bald aus der Quarantäne freitesten zu lassen, werde dies, was die Labore angeht, unweigerlich zu einem „Ansturm“ auf die Labore führen. (cg mit dpa)

Ab Februar kann man sich in Deutschland mit einem neuen Impfstoff vor Corona schützen. Vier andere werden derzeit geprüft und könnten bald folgen.

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