Coronavirus - Testkonzert in Barcelona
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Negativ getestet und mit FFP2-Maske durften in Barcelona 5000 Menschen ein Konzert besuchen.

Mit FFP2-Maske und Negativ-Test

Corona-Perspektive für Kultur? Test-Konzert in Spanien könnte Vorbild sein

  • Elisabeth Urban
    vonElisabeth Urban
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In Spanien fand ein Testlauf für die Kultur statt, jetzt sind die Ergebnisse des Konzertes mit 5000 Menschen klar - sie machen Hoffnung.

Vor einem Monat fand in Barcelona ein Test-Konzert statt, das für mittlerweile ungewohnte Bilder sorgte: Dicht an dicht standen die knapp 5000 Musikfans im Palau Sant Jordi in Barcelona gedrängt, Mindestabstand war hier Fehlanzeige. Um das Konzert trotzdem zu einem erfolgreichen Musterbeispiel zu machen, hatten die Veranstalter allerdings andere Sicherheitsmaßnahmen durchgesetzt.

Corona Test-Konzert: Mit Masken, Testkonzept und Lüftungsanlage

Wer der Musik von Indie-Rockband „Love of Lesbian“ lauschen wollte, musste einen negativen tagesaktuellen Antigen-Test vorlegen, außerdem herrschte eine strikte Pflicht für das Tragen von FFP2-Masken. Zudem war in der Konzerthalle eine besonders leistungsfähige Lüftungsanlage verbaut worden. Organisiert hatten das Groß-Event mehrere Festivals, Musik-Veranstalter und das Krankenhaus „Germans Trias i Pujol de Badalona“, an dem auch der beteiligte Arzt Josep Maria Llibre arbeitet. Auf einer Pressekonferenz verkündete Llibre jetzt das Ergebnis des Experiments: Laut ihm gibt es „kein Anzeichen“, dass sich bei der Großveranstaltung Menschen mit dem Coronavirus infiziert hätten, wie auch costanachrichten.com* berichtet.

Corona-Konzert in Barcelona: Veranstalter werten Ergebnisse als Erfolg

Zwei Wochen nach dem Konzert waren sechs der 4600 Zuschauer positiv auf Covid-19 getestet worden, bei vier der sechs Fälle sei sich Llibre sicher, dass die Übertragung nicht während des Konzerts stattgefunden habe. Sein Mitstreiter, der Virologe Boris Revollo ergänzte, in den beiden ungeklärten Fällen könne er eine Ansteckung während des Konzerts zwar nicht kategorisch ausschließen, es bestehe aber eine „sehr hohe Wahrscheinlichkeit“, dass sie nicht dort stattgefunden hatten. Ein Manko des Experiments gibt es allerdings: Das Forschungsteam hatte keine Informationen darüber, wie viele der Konzertbesucher sich in den zwei Wochen nach dem Konzert tatsächlich auf Corona testen ließen - weitere Infektionen ohne Symptome könnten also unter dem Radar unbemerkt stattgefunden haben.

Trotz dieser Lücke seien das Konzert und die jetzt veröffentlichten Resultate als eine Hoffnung für die Kultur-Branche zu sehen: „Mit einer optimierten Lüftung, Antigen-Tests und dem Tragen von Masken kann man einen sicheren Raum garantieren“ meint Josep Maria Llibre. Tatsächlich zog die Veranstaltung große internationale Aufmerksamkeit auf sich: „Die Welt hatte ihre Augen auf uns gerichtet, viele Leute fragten uns, wie wir es gemacht haben“, so Angels Ponsa, der Kultur-Beauftragte der katalanischen Regionalregierung. In Barcelona ist man stolz auf das Projekt, das bislang mit den größten Publikumszahlen seit Beginn der Pandemie experimentiert hatte - Deutschland und die Niederlande hatten in der Vergangenheit mit 1500 und 1300 Menschen Testläufe gestartet. (eu) *Merkur.de und costanachrichten.com sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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