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„Ende von völliger Unvernunft“: Corona-Drama in Pflegeheim mit 18 Toten - Lauterbach bestürzt

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SPD-Politiker Karl Lauterbach auf einer Wahlkampfveranstaltung in Köln.
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach äußerte sich fassungslos über die Todesserie in Thüringen. (Archivbild) © Berthold Bronisz/Imago

Eine Serie von Todesfällen erschüttert Thüringen: 18 Bewohner eines Altenheimes starben nach einer Corona-Infektion - die Mehrheit von ihnen ungeimpft.

Rudolstadt - In einem Pflegeheim in Thüringen kam es zu einem Corona-Drama: Nach einem Ausbruch starben 18 Bewohner an den Folgen einer Corona-Infektion. 14 der erkrankten Personen waren nicht vollständig geimpft. SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach reagierte erschüttert auf die Serie von Todesfällen und sprach vom „Ende von völliger Unvernunft“.

Corona-Ausbruch in Pflegeheim: 18 Bewohner sterben - weil viele nicht vollständig geimpft waren

Wie das Landratsamt Saalfeld-Rudolph am Freitag (3. Dezember) mitteilte, starben nach einem Corona-Ausbruch in einem Seniorenheim in Rudolstadt 18 Menschen, von denen lediglich vier vollständig geimpft waren. Nur eine Person habe demnach drei Impfungen erhalten, drei weitere waren doppelt geimpft. Bei einer ersten Meldung von vergangener Woche hatte das Landratsamt berichtet, dass Angehörige der Heimbewohner von der Impfung abgeraten hatten. Damals waren sieben Tote gezählt worden. Von 141 Heimbewohnern war rund ein Drittel nicht geimpft, hieß es in der Mitteilung vom Freitag.

In den sozialen Medien gab es etliche Behauptungen, wonach die Todesfälle im Zusammenhang mit der Booster-Impfung stehen würden. Dem widersprach das Landratsamt und verwies auf den Anteil der Ungeimpften unter den Todesfällen. Genügend Impfmöglichkeiten für die Bewohner von Pflegeeinrichtungen habe es allerdings gegeben. „Die Nicht-Impfung ist in diesen Fällen also eine bewusste Entscheidung der Bewohner beziehungsweise von deren Angehörigen und Betreuern und liegt nicht an Terminengpässen in der Impfstelle“, hieß es.

Corona-Tote in Pflegeheim: Karl Lauterbach fassungslos

Politiker zeigten sich am Freitag (3. Dezember) bestürzt über den Vorfall in Thüringen: SPD-Politiker und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND): „Das ist traurig und das Ende von völliger Unvernunft.“ Offenbar war weder den Angehörigen, noch der Heimleitung ausreichend bewusst, dass sie Leben aufs Spiel setzten, so Lauterbach. „Das ist unverzeihlich.“ Der Mediziner könne nur appellieren, Impfmöglichkeiten zu nutzen, um solche Fälle künftig zu verhindern.

Auch der scheidende Ostbeauftragte der Bundesregierung, Marco Wanderwitz, zeigte sich betroffen. „Das macht ein Stück weit sprachlos. Impfen hilft zumindest gegen schwere Verläufe. Man kann das nur immer wieder wiederholen. Mehr nicht“, erklärte er dem RND. Auf Twitter schrieb der thüringische CDU-Landesvorsitzende Christian Hirte von „erschütternder Ignoranz“. (sf/dpa)

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