Neue Corona-Maßnahme

Kein Zutritt für Ungeimpfte mit der „2G-Regel“? Ethik-Rat ermahnt Bundesregierung

Wo kommt man trotz Corona rein? Die Ethikrat-Vorsitzende Alena Buyx rät der Bundesregierung, Genesene, Geimpfte und Ungeimpfte mit Test möglichst gleich zu behandeln.

Berlin - Wird aus „3G“ bald schon „2G“? Privatanbieter können ohnehin schon jetzt für ihre Innenräume das „2G“-Prinzip festlegen: also Zutritt nur für Geimpfte und Genesene – nicht aber für Getestete. Wer keine Corona-Impfung erhalten hat, muss draußen bleiben.

Nach der MPK mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will die Bundesregierung vorerst auf das „3G“-Prinzip setzen, wie es mit den Ländern vereinbart wurde. Allerdings soll es sich jetzt auch als wirksames Schutzinstrument beweisen. Falls nicht, könnte sich die Lage schnell ändern.

Neue „2G-Regel“: Ethikrat-Vorsitzende Buyx ermahnt Staat zu Maßhalten

Die Vorsitzende des Deutschen Ethikrates, Alena Buyx, mahnte nun einen zurückhaltenden Umgang des Staates mit der 2G-Regel an. „Aus ethischer Perspektive ist es wichtig, in der Pandemie so viel Teilhabe wie möglich am gesellschaftlichen Leben für alle zu gewährleisten und individuelle Wahlmöglichkeiten zu erhalten - auch wenn nicht alle Kosten dafür vom Staat übernommen werden müssen“, sagte Buyx der Rheinischen Post vom Donnerstag.

„Private Anbieter sind frei darin, die 2G-Regel einzuführen, aber der Staat sollte mit der 2G-Regel sehr maßvoll und situationsangepasst umgehen“, fügte Buyx hinzu.

Buyx hatte zuvor die Einführung kostenpflichtiger Corona-Tests für Ungeimpfte als folgerichtig und nachvollziehbar begrüßt. Wer sich trotz aller niedrigschwelligen Impfangebote jetzt gegen die Impfung entscheide, der sorge letztlich dafür, dass die Pandemie weitergehe, sagte Buyx dem Sender Phoenix. Zustimmung zur geplanten Kostenpflicht für Tests kam auch von Ärzte- und Kommunalverbänden.

Ethikrat-Vorsitzende Buyx sieht keine Corona-Impfpflicht „durch die Hintertür“

„Das ist keine Impfpflicht, auch nicht durch die Hintertür“, sagte sie zu dem Thema überdies dem ZDF. Sie führte aus: „Eine Impfpflicht beinhaltet, dass man insgesamt sanktioniert wird, wenn man nicht geimpft ist - unabhängig davon was man macht“.

Tatsächlich seien beispielsweise Restaurantbesuche auch für Ungeimpfte bei Nachweis eines negativen Testergebnisses möglich. Außerdem bestehe die Alternative, nicht ins Restaurant zu gehen. Eine echte Impfpflicht gäbe es dagegen für die Masern-Impfung, so Buyx.

Auf die noch nicht Geimpften kommen ab 23. August verschärfte Testvorschriften zu. Unternehmer und Unternehmerinnen in Bayern - etwa im Friseursalon, Wirtshaus oder Fitnessstudio - sahen auf Nachfrage des Münchner Merkur durch die Neuregelung viel Arbeit auf sich zukommen. (frs/AFP/dpa)

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