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Corona: Österreich will Supermarkt-Regeln weiter verschärfen – für alle

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Von: Franziska Schwarz

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Kunden tragen Schutzmasken bei ihrem Einkauf in einem Supermarkt in Wien im April 2020 Mundnasenschutz.
Österreich verschärft die Corona-Regeln im Lebensmittelhandel. © Roland Schlager/dpa

Das Nachbarland schränkt das Shoppen wohl weiter ein. Kanzler Schallenberg äußerte sich indes zur Corona-Impfpflicht und nannte sie einen vergleichsweise „kleinen“ Eingriff.

Wien - In Österreich gilt seit dem 22. November ein landesweiter Teil-Lockdown. Nicht zwingend zur Grundversorgung nötige Geschäfte sind geschlossen. Ab dem 1. Februar führt das deutschsprachige Nachbarland eine allgemeine Corona-Impfpflicht ein – die nun auch Olaf Scholz (SPD) erwägt, der Angela Merkel im Amt nachfolgen will (unser News-Ticker zu den Beratungen hier).

Die diversen Maßnahmen wie die 2G-Regel haben die Corona-Lage in Österreich offenbar stabilisiert: Zuletzt ist die Zahl der täglichen Neuansteckungen teils deutlich gesunken. Die 7-Tage-Inzidenz liegt aktuell knapp über 930, nach zuvor Werten von mehr als 1000. Die Impfquote hat etwa 67 Prozent erreicht, aber dazu gleich mehr.

Aber: Auf den Normal- und Intensivstationen hat sich die Lage noch nicht stabilisiert. Die Menschen hoffen, wie von der Regierung ursprünglich angekündigt, auf ein Ende des Teil-Lockdowns am 13. Dezember. Der Druck der Wirtschaft und des Handels, dieses Datum wegen des wichtigen Weihnachtsgeschäfts auch einzuhalten, ist enorm. Eine Entscheidung wird frühestens Ende der Woche erwartet.

Corona-Teil-Lockdown in Österreich nun mit kürzeren Öffnungszeiten

Nach übereinstimmenden Medienberichten will die österreichische Regierung ab Donnerstag (2. Dezember) die Öffnungszeiten für Lebensmittelgeschäfte auf maximal 19 Uhr verkürzen. Zuvor hatte die Gewerkschaft GPA dies gefordert. „Es gibt keinen Grund, warum im Lockdown bis 21.00 Uhr geöffnet sein sollte“, zitiert die überregionale österreichische Tageszeitung Kurier deren Vorsitzende Barbara Teiber.

Bisher durften die Filialen im Rahmen von 72 Wochenstunden bis 21 Uhr für Kundinnen und Kunden öffnen. Schon in vorigen Lockdowns durften Filialen nur bis 19 Uhr aufmachen. Mitte Mai wurde diese Beschränkung zurückgenommen, seither galt wieder 21 Uhr, berichtet Kurier. Deswegen sind Menschen in dem Land aber nicht, teils mit Randale, auf die Straße gegangen, sondern vor allem gegen die geplante allgemeine Impfpflicht.

Geringe Corona-Impfquote: Kanzler Schallenberg spricht von „Teufelskreis“

Dass seine Regierung zu dieser Maßnahmen gezwungen gewesen sei, bedauerte Österreichs Kanzler Schallenberg (ÖVP) kürzlich in einem Interview mit der italienischen Zeitung Corriere della Sera. Bei der aktuellen Impfrate von nur 67 Prozent sei es unmöglich, den „Teufelskreis“ aus Corona-Wellen und Debatten über Lockdowns zu beenden, sagte der konservative Regierungschef.

Im Vergleich zur Grundrechtseinschränkung durch einen Lockdown sei die Impfpflicht nur ein „kleiner“ Eingriff in die Rechte der Bürger, betonte er. Einen Stufenplan für Lockerungen soll es laut einem Bericht aber bereits geben. (frs mit Material der AFP)

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