Zwei Menschen liegen am Strand auf Liegen und lesen jeweils ein Buch
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Ist nach dem Urlaub bald für noch mehr Deutsche vor der Quarantäne? Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher fordert härtere Einreisebestimmungen.

Quarantäne-Pflicht nach Rückkehr?

Corona: Landeschef fordert striktere Regel für viele deutsche Urlauber - Kritik an Merkels Regierung

  • Marcus Giebel
    VonMarcus Giebel
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Für Einreisende aus Risikogebieten gibt es derzeit einige Möglichkeiten, eine drohende Quarantäne zu umgehen. Das will Peter Tschentscher in Bezug auf nicht immunisierte Personen schnell ändern.

München - In der Corona-Krise wurde lange über ein an Inzidenzwerte gekoppeltes Ampel-System für Deutschland diskutiert. Mit den Farben Rot, Gelb und Grün, die dann für immense Einschränkungen, moderate Einschränkungen oder nur wenige Einschränkungen im täglichen Leben stehen.

Ein ähnliches System nutzt das Robert-Koch-Insitut (RKI) mit seiner Liste der internationalen Risikogebiete. Hier wird unterteilt in Virusvariantengebiete wie Brasilien oder Südafrika, Hochinzidenzgebiete wie Großbritannien oder Portugal und „einfache“ Risikogebiete wie die Niederlande oder Spanien. Reisen in diese Länder werden zwar nicht verboten, doch auf Rückkehrer warten erschwerte Bedingungen. Stichwort: Quarantäne.

Reisen in Corona-Krise: Quarantäne kann von vielen Rückkehrern umgangen werden

Die Pflicht zur Selbstabschottung gilt bei einem Aufenthalt in einem Risikogebiet für zehn Tage, im Falle eines Hochinzidenzgebietes für 14 Tage. Allerdings kann diese Regelung mit einem Impf- oder Genesenennachweis oder einem negativen Testergebnis umgangen werden. Es gibt jedoch weitere Einschränkungen: Wer aus einem Hochinzidenzgebiet zurückkehrt, kann sich frühestens nach fünf Tagen freitesten, bei Virusvariantengebieten führt kein Weg an 14 Tagen Isolation vorbei. So soll der Vormarsch von Mutanten wie der Delta-Variante möglichst eingebremst werden.

Denn besonders aufgrund dieser Weiterentwicklung von SARS-CoV-2 droht am Horizont bereits eine weitere, die vierte Corona-Welle. Vor warnt auch Peter Tschentscher (SPD). Hamburgs Erstem Bürgermeister, seines Zeichens promovierter Mediziner, sind die Einreiseregeln nicht strikt genug.

Video: Plötzlich im Risikogebiet - diese Möglichkeiten haben Urlauber

Reisen in Corona-Krise: Tschentscher will fünftägige Quarantäne-Pflicht für nicht immunisierte Personen

„Reiserückkehrer aus Risikogebieten sollten mindestens fünf Tage zu Hause bleiben und die Quarantäne danach erst bei einem negativen PCR-Test verlassen dürfen“, fordert der SPD-Politiker in der Bild am Sonntag. Dabei geht es ihm vor allem um die Bürger, die noch nicht immunisiert sind - ob infolge von Impfung oder Genesung.

Weiter warnt er in Richtung RKI, aber auch Gesundheitsminister Jens Spahn und Innenminister Horst Seehofer: „Durch die laxe Einreiseverordnung des Bundes verlieren wir täglich an Boden.“ Bereits jetzt sei in Hamburg jede dritte Infektion „auf Auslandsreisen zurückzuführen“.

Drängt auf eine Ausweitung der Quarantäne-Regeln für Reiserückkehrer: Hamburgs Erster Bürgermeister Peter Tschentscher sieht Deutschland vor Problemen.

Reisen in Corona-Krise: Tschentscher-Vorschlag würde Verschärfungen für 82 Länder bedeuten

Die erwünschte Verschärfung würde 82 Länder oder zumindest bestimmte Gebiete dieser Länder betreffen. Darunter eben auch unter deutschen Urlaubern besonders beliebte Reiseziele wie Spanien samt Balearen und Kanaren oder Griechenland. Gerade die jüngere Generationen, in denen die Impfquote noch sehr niedrig ist, müsste sich mit einer Quarantäne-Pflicht anfreunden.

Wie zur Unterstützung von Tschentschers Einlassung berichtet die Mallorca Zeitung, dass die noch längst nicht komplett erforschte Delta-Variante auf der Insel mittlerweile in 85 Prozent der positiven Proben nachgewiesen wurden. Nach Informationen der Zeitung Ultima Hora schließt die Regionalregierung eine erneute nächtliche Ausgangssperre aus. Jedoch könnte die Zahl der erlaubten Personen bei privaten oder öffentlichen Treffen wieder begrenzt werden.

Ob dieser Schritt aus Hamburg einen gehobenen Daumen bekommen würde? Immerhin könnte er dazu beitragen, dass das beliebte Urlaubsziel an der RKI-Ampel nicht so bald von Grün auf Gelb hochspringt. (mg)

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