Ein Blick auf die kroatische Gespanschaft Split-Dalmatien
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Ein Blick auf die kroatische Gespanschaft Split-Dalmatien. Das Land wird wie die Türkei nun als Hochinzidenzgebiet eingestuft.

Keine weiteren Virusvariantengebiete

Corona-Hochinzidenzgebiet: Bundesregierung setzt auch noch Türkei und Kroatien auf die Liste

  • Andreas Schmid
    vonAndreas Schmid
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Die Liste der als Hochinzidenzgebiet eingestuften Länder wird erweitert. Unter anderem neu mit dabei sind Kroatien und die Türkei.

Berlin - Die Bundesregierung hat die als Hochinzidenzgebiet geltenden Länder erweitert. Neu auf der Liste landeten unter anderem die Türkei und Kroatien, die diesen Status ab Sonntagmitternacht (11. April) innehaben werden. Die rasant in die Höhe schnellenden Fallzahlen vor Ort ließen keinen anderen Schluss zu. Als Hochinzidenzgebiet werden Länder eingestuft, in denen die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen längere Zeit über 200 liegt. Inzwischen ist das weltweit bei mehr als 40 Ländern der Fall.

Corona in der Türkei: Inzidenz steigt nach Lockerungen - weitere Einschränkungen geplant

In der Türkei waren in der Woche nach Ostern die höchsten Fallzahlen seit Ausbruch der Pandemie gemeldet worden. Am 8. April gab es in mehr als 55.000 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden. Zum Vergleich: In Deutschland, wo ähnlich viele Menschen wie in der Türkei leben, waren es am selben Tag weniger als halb so viel. Die Türkei kommt aktuell auf eine Inzidenz von 393,5 (Stand: 9. April). In der Millionenmetropole Istanbul wurden zuletzt sogar fast 600 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen registriert.

Beobachter führen den rapiden Anstieg der Fallzahlen auf Recep Tayyip Erdogans Lockerungspolitik zurück. Der türkische Präsident* hatte die Corona-Beschränkungen im März immer weiter aufgehoben. Cafés und Restaurant etwa waren geöffnet, Ausgangssperren aufgehoben. Um den aktuellen Trend zu stoppen, gelten nun wieder strengere Restriktionen wie Ausgangsbeschränkungen in entsprechenden Regionen. Zum kommende Woche beginnenden Fastenmonat Ramadan sollen die Maßnahmen weiter verschärft werden.

Corona: Kroatien fortan Hochinzidenzgebiet - dritte Welle macht sich bemerkbar

Auch in Kroatien hat sich die Corona-Lage in den vergangenen Tagen zugespitzt. Nachdem vor Ostern einzelne Regionen wie das Urlaubsgebiet Istrien noch weitestgehend von Beschränkungen verschont geblieben waren, werden die Maßnahmen im EU-Land nun flächendeckend verschärft. Die Gastronomie darf derzeit nur in ihrem Außenbereich bewirten. Darüber hinaus gelten strengere Kontakt- und Versammlungsbeschränkungen

Das vier-Millionen-Einwohner-Land kommt derzeit auf eine Inzidenz von 285,3. (Stand: 9. April). Binnen eines Tages wurden 2599 neue Fälle registriert. Während der zweiten Infektionswelle im Dezember waren konstant mehr als 4000 Neuinfektionen gemeldet worden. Nachdem das öffentliche Leben in der Folge weitestgehend heruntergefahren wurde, stabilisierte sich die Lage. Nun droht allerdings die dritte Welle.

Corona: Hochinzidenzgebiet - was bedeutet die Einstufung?

Gilt ein Land als Hochinzidenzgebiet, zieht dies Beschränkungen bei der Einreise nach Deutschland nach sich. Menschen, die aus den entsprechenden Gebieten in die Bundesrepublik einreisen wollen, müssen einen negativen Corona-Test* vorweisen. Da Flugreisen ohnehin ein entsprechendes Testergebnis benötigen, um an Bord steigen zu dürfen, ändert sich für sie praktisch nichts. Neu ist, dass es nun auch auf dem Landweg einen Nachweis braucht, nicht am Coronavirus* erkrankt zu sein.

Das Robert Koch-Institut* teilt dahingehend mit: „Wer sich in den letzten 10 Tagen vor Einreise in einem dieser Regionen aufgehalten hat, ist verpflichtet, bereits bei Einreise einen Nachweis (ärztliches Zeugnis oder Testergebnis) über das Nichtvorliegen einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 mitzuführen und auf Anforderung der zuständigen Behörde oder der von ihr beauftragten Behörde vorzulegen. Dieser Test darf frühestens 48 Stunden vor Einreise vorgenommen worden sein.“

Corona: drei EU-Länder zurückgestuft - keine neuen Virusvariantengebiete

Neben Kroatien* und der Türkei wurden unterdessen auch Armenien sowie die Ukraine als Hochinzidenzgebiet eingestuft. Außerdem hat die Bundesregierung drei Länder von der Liste gestrichen. Malta*, Lettland* und die Slowakei gelten ab Sonntag (11. April) lediglich als „normale“ Risikogebiete.

Positiv zu erwähnen ist, dass keine weiteren Länder und Regionen als Virusvariantengebiete* ausgewiesen wurden. Momentan nennt das RKI in diesem Zusammenhang acht Staaten in Afrika (Botswana, Eswatini, Lesotho, Simbabwe, Malawi, Mosambik, Sambia, Südafrika) sowie Brasilien und das französische Departement Moselle. Das an Bayern angrenzenden österreichische Tirol sowie Tschechien wurden bereits Ende März von der Liste der Virusvariantengebiete genommen. Die vollständige Auflistung des RKI können Sie hier einsehen. (as) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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