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Corona: „Pan-Sars-Virus“-Antikörper entdeckt – Laboraffen könnten Schlüssel für Universalimpfung liefern

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Von: Anna Lorenz

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Untersuchungen an Laboraffen hinsichtlich der Corona-Impfung haben vielleicht einen Durchbruch in der Antikörperforschung erzielt. Die Erkenntnisse könnten ein Universalvakzin gegen Covid ermöglichen.

San Diego (CA) – Die Corona-Pandemie ist weiterhin von täglicher Aktualität. Einschätzungen zum kommenden Herbst legen nahe, dass das Virus die Welt noch länger beschäftigen wird. Die Impfungen, die gegen eine Covid-Infektion angeboten werden, sind zwar geeignet, das Risiko einer Ansteckung zu mindern, haben allerdings die schnell erfolgende Mutation des Virus als Antagonisten. Wissenschaftler der Scripps Research, eine medizinische Forschungseinrichtung an der Universität San Diego, konnten nun Antikörper identifizieren, die gegen jegliche Form des Virus wirksam zu sein scheinen.

Corona: Forscher entdecken bei Versuchen mit Laboraffen sogenannte „Pan-SARS-Virus“-Antikörper

Die Ergebnisse, die am 10. August 2022 im Fachblatt Science Translational Medicine veröffentlicht wurden, klingen vielversprechend: In Versuchen mit Rhesusaffen und Makaken konnten die Forscher feststellen, dass die Tiere Antikörperstrukturen herstellen können, die gegen ein breites Spektrum unterschiedlicher Ausprägungen des Virus gerichtet sind. Grund ist, dass die Antikörper ebenfalls am Spike-Protein ansetzen, allerdings an einer Stelle, die „relativ konservierter ist“.

Das heißt, die entsprechende Struktur ist nicht so sehr von Mutationen betroffen wie andere Partien des Proteins. Da sie in vielen verschiedenen SARS-Viren vorhanden ist, scheint sie ein verhältnismäßig stabilerer Teil des Virus zu sein. Wenn es gelingt, Impfstoffe zu entwickeln, die den entdeckten „Pan-SARS-Virus“-Antikörper beim Menschen erzeugen, könnte sie „Schutz gegen neu auftretende SARS-CoV-2-Varianten und andere SARS-verwandte Viren bieten“, so die Forscher.

Corona: Universalimpfung dank Laboraffen? Genomdifferenzen verleihen der Aussicht einen Haken

„Die Antikörperstrukturen offenbaren einen wichtigen Bereich, der mehreren SARS-verwandten Viren gemeinsam ist. Diese Region wurde bisher selten als Ziel menschlicher Antikörper beobachtet und schlägt zusätzliche Strategien vor, die verwendet werden können, um unser Immunsystem dazu zu bringen, diese bestimmte Region des Virus zu erkennen“, so Co-Senior-Autor Ian Wilson, DPhil, vom Lehrstuhls für Integrative Struktur- und Computerbiologie an der Universität San Diego.

Allerdings gibt es einen Haken: Die „Pan-SARS-Virus“-Antikörper werden durch das Gen IGHV3-73 kodiert. Obwohl die Rhesusaffen und Makaken ein, dem Menschen sehr ähnliches Genom aufweisen, ist das besagte Gen bei letzteren allerdings nicht der Tonangeber hinsichtlich der Immunantwort. Diese hängt beim Menschen nämlich „mit dem IGHV3-53-Gen zusammen, das eine starke, aber viel engere neutralisierende Antikörperantwort hervorruft“, so die Wissenschaftler.

Wie Dennis Burton, PhD, der leitende Autor und Vorsitzende der Abteilung für Immunologie und Mikrobiologie in Aussicht stellt, könnte man jedoch durch „fortschrittliche Proteindesignstrategien“ versuchen, dem Menschen „Pan-SARS-Virus“-Antikörper zur Verfügung zu stellen. Gerade in Anbetracht von Omikron und Centaurus wäre die Entwicklung eines Universalimpfstoffs wünschenswert – das, da sind sich die Forscher einig, bedürfe allerdings noch vielen genaueren Untersuchungen. (askl)

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