Alle News aus Deutschland

Corona: RKI-Chef ist „sehr besorgt“ über dritte Welle - und nennt Voraussetzung für Maßnahmen-Ende

Eine neue Corona-Mutation ist in Deutschland angekommen. RKI-Chef Wieler zeigte sich „sehr besorgt“ angesichts der aktuellen Zahlen. Der News-Ticker.

Update vom 11. März, 8.12 Uhr: Mehr als 100 Länder wollen die Patente auf Corona-Impfstoffe aussetzen, damit mehr Firmen in mehr Ländern sie herstellen können - und Länder mit Pharmaindustrie sowie die Industrie blockieren das bislang. Auch am Mittwoch gab es bei der mittlerweile achten Diskussionsrunde der WTO-Mitgliedsländer seit Oktober keine Annäherung, wie die dpa berichtet. Man einigte sich lediglich darauf, die Lage Mitte April erneut zu betrachten.

Der Botschafter Indiens, das den Vorstoß der Patentaussetzung zusammen mit Südafrika gestartet hat, bedauerte, dass gerade diejenigen Länder gegen eine vorübergehende Aufhebung der Patente seien, die mehr Impfstoff gehortet hätten, als sie brauchten - und die damit zu dem Engpass weltweit beitrügen.

Patentstreit bei Corona-Impfstoffen: Ärzte ohne Grenzen kritisieren „Monopole“

Schweizer Diplomaten argumentierten dagegen, es werde schon alles Menschenmögliche getan, um die Produktion anzukurbeln. Die Patente seien nötig für eine fruchtbare Kooperation zwischen Impfstoff-Entwicklern und -Herstellern. Die EU setzte sich für noch mehr Lizenzverträge zwischen Entwicklern und Herstellern ein. Die USA setzten sich für multilaterale Lösungen ein, ohne näher auf den Streitpunkt Patente einzugehen.

WTO-Chefin Ngozi Okonjo-Iweala hat Exportkontrollen und Regierungen, die im Gerangel um noch mehr Impfdosen die Preise in die Höhe trieben, kritisiert. Vor der Sitzung des TRIPS-Rats forderte sie Hersteller auf, die Fabrikation in Entwicklungsländern anzukurbeln. Auch die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen machte Druck: „Die Aufhebung der Monopole einiger Unternehmen würde Impfstoffe, Tests und Behandlungen für mehr Menschen zugänglich machen“, sagte der Präsident der Organisation, Christos Christou.

RKI-Chef Wieler warnt: Dritte Corona-Welle hat begonnen

Update vom 11. März, 7.01 Uhr: In Deutschland sind laut RKI innerhalb eines Tages 14.356 Corona-Neuinfektionen gemeldet worden. Die 7-Tage-Inzidenz stieg auf 69,1 (Vortag: 65,4).

„Wir haben ganz klare Anzeichen dafür: In Deutschland hat die dritte Welle schon begonnen“, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler am Mittwoch im Gespräch mit der UN-Journalistenvereinigung (ACANU) in Genf. „Ich bin sehr besorgt.“ Die strikte Anwendung von Schutzmaßnahmen wie Maske tragen und Abstand halten sei trotz Impfungen weiter dringend nötig. 

Die Impfkampagne sei ein Wettlauf gegen das mutierende Virus. Die Ziellinie sei aber in Sicht: Wenn es keine Unterbrechungen wegen Produktionsausfällen oder aus anderen Gründen gebe, könnten bis Herbst 80 Prozent der Bevölkerung immun gegen das Virus sein. „Wenn das der Fall ist, können alle Maßnahmen aufgehoben werden“, sagte Wieler. Er geht davon aus, dass nach den ersten Impfrunden Auffrischungen nötig sind - in welchen Abständen, sei bislang unklar.

Laut RKI-Chef Lothar Wieler hat die dritte Corona-Welle in Deutschland bereits begonnen.

Corona-Paukenschlag in Deutschland: Gericht kippt Einzelhandel-Regeln - und sieht Grundrechte verletzt

Update vom 10. März, 17 Uhr: Der nächste Paukenschlag in der Corona-Pandemie in Deutschland! Ein Gericht im Saarland hat Corona-Beschränkungen im Einzelhandel vorläufig aufgehoben.

So sieht das saarländische Oberverwaltungsgericht (OVG) in Saarlouis das Grundrecht der Berufsausübungsfreiheit und die Eigentumsgarantie durch die unterschiedlichen Covid-19-Regeln für den Handel verletzt.

Dass der Einzelhandel einen Kunden pro 40 Quadratmeter Verkaufsfläche bedienen darf, während privilegierte Geschäfte einen Kunden pro 15 Quadratmeter empfangen dürfen, ist nicht verhältnismäßig, hieß es in der Begründung.

Was das nun für den Einzelhandel im Saarland (rund eine Million Einwohner) bedeutet, ob dieser weitläufig öffnen kann, muss die Politik beantworten. Für die Corona-Regeln von Bund und Ländern ist dies in jedem Fall die nächste Niederlage.

Verwaist: der St. Johanner Markt im Zentrum von Saarbrücken in der Corona-Krise.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Landkreis Calw (Baden-Württemberg) lässt alle Läden öffnen

Update vom 10. März, 15.10 Uhr: Im Landkreis Calw in Baden-Württemberg* sind seit Dienstag alle Läden geöffnet, obwohl die 7-Tage-Inzidenz eigentlich bei über 50 liegt.

Das Landratsamt Calw beruft sich dabei eigenen Angaben zufolge auf eine „bereinigte Inzidenz“ und die aktuelle Corona-Verordnung des Landes. Darin heißt es, „bei der Bewertung der Inzidenzwerte kann das Gesundheitsamt die Diffusität des Infektionsgeschehens angemessen berücksichtigen“.

Das Infektionsgeschehen im Landkreis sei in maßgeblichen Teilen eingrenzbar und somit nicht diffus, hatte das Gesundheitsamt bereits am Montag mitgeteilt.

Die Behörde habe lokal gut eingrenzbare Ausbrüche herausgerechnet - etwa „gesicherte Infektionsketten mit gut nachverfolgten Kontaktpersonen“, sagte eine Sprecherin am Dienstag. Die sogenannte bereinigte Inzidenz liege damit fünf Tage in Folge unter 50. Die Geschäfte in den 25 Kommunen des Landkreises dürften mithin geöffnet sein.

Corona in Deutschland: Entscheidung zu Impfung in Arztpraxen verzögert sich

Update vom 10. März, 13.24 Uhr: Bei der Einbeziehung der Arztpraxen in der Corona-Impfstrategie zögert Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Spahn will erstmal einen gemeinsamen Beschluss mit den Ministerpräsidenten erreichen, heißt es aus Regierungskreisen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Weil es unterschiedliche Ansichten in den Ländern dazu gebe, sei gemeinsames Agieren um so wichtiger.

Ziel sei weiterhin Anfang April mit Impfungen in den Praxen zu beginnen, erklärte das Gesundheitsministerium auf Anfrage. Es solle ein bundeseinheitliches Vorgehen geben, um auch Vertriebswege über den Großhandel und Apotheken zu nutzen. Die regionalen Impfzentren der Länder sollen weiterarbeiten, Termine sollen bestehen bleiben. Die nächsten Bund-Länder-Beratungen sind für den 22. März geplant.

Bayern ändert plötzlich seine Corona-Impfstrategie. Wie Merkur.de* berichtet, sorgt ein Schreiben an alle Bürgermeister jetzt für Verwirrung.

Update vom 10. März, 11.18 Uhr: Biontech/Pfizer liefert vier Millionen zusätzliche Corona-Impfdosen, und zwar schon im März. Das hat das Pharmaunternehmen mit der EU vereinbart. Die Dosen könnten in den kommenden beiden Wochen geliefert werden, um in den Mitgliedstaaten gegen „Virus-Hotspots“ vorzugehen und die Freizügigkeit in der EU aufrechtzuerhalten, teilte die EU-Kommission am Mittwoch mit.

Corona-Zeiten: „Rock am Ring“- Festival fällt neben anderen großen Open-Air-Festivals auch 2021 aus.

Sieben große Open-Air-Festivals abgesagt

Update vom 10. März, 11.05 Uhr: Wie traurig! Sieben große Open-Air-Festivals in Deutschland und der Schweiz fallen auch 2021 wegen Corona aus. Das teilte das Veranstalter-Netzwerk Eventim Live am Mittwoch mit. Abgesagt seien damit unter anderem „Rock am Ring“, „Rock im Park“, „Hurricane Festival“ und „Southside“*.

Update vom 10. März, 9.34 Uhr: Sachsen will die Corona-Impfung im Vogtland (Sachsen) für alle Einwohner ab 18 Jahren freigeben. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat den Plan der sächsischen Landesregierung gebilligt, im Grenz-Landkreis Vogtland von der Impfpriorität abzuweichen.

Corona in Deutschland: Spahn billigt gelockerte Impfreihenfolge in Sachsen

„Wir haben vereinbart, dass in der Grenzregion zu Tschechien, wo wir sehr hohe Infektionszahlen haben, eine sogenannte Schutzregel gemacht werden kann, damit sich das nicht weiter ins Land rein trägt“, sagte Spahn am Mittwoch im ZDF- „Morgenmagazin“. „Grundsätzlich ist es noch wichtig, die Priorität einzuhalten“, betonte der Gesundheitsminister.

Update vom 10. März, 7.42 Uhr: Wann geht es mit den Corona-Impfungen in den Hausarztpraxen tatsächlich im April los? Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern wollen an diesem Mittwoch den genauen Zeitpunkt für den Start der Corona-Impfungen in Deutschlands Hausarztpraxen bestimmen. Bei einer Schalte der Fachminister soll es nun darum gehen, wie die erwarteten Impfstoffdosen auf die Impfzentren und die Praxen verteilt werden, wie die Deutsche Presse-Agentur in Berlin aus Kreisen der Gesundheitsminister erfuhr. 

Wenn ab April Haus- und Fachärzte einsteigen, dann nimmt die Corona-Impfaktion an Fahrt auf. Davon ist auch Ärztepräsident Klaus Reinhardt überzeugt. „Sobald wir ausreichend Impfstoff für alle haben, sollten Haus- und Fachärzte auch selbst über die Impfreihenfolge entscheiden dürfen“, sagte Reinhardt der Rheinischen Post. „Sie wissen am besten, welche ihrer Patienten besonders gefährdet sind.“

In München wollen die Hausärzte in ihren Praxen sofort loslegen, wie tz.de* berichtet. Das Söder-Kabinett bleibt aber hart.

Corona in Deutschland: RKI meldet leichten Anstieg bei den Neuinfektionen

Update vom 10. März, 6.28 Uhr: Binnen 24 Stunden haben die Gesundheitsämter 9.146 Corona-Neuinfektionen (Mittwoch vor einer Woche: 9019) und 300 weitere Todesfälle gemeldet (Mittwoch vor einer Woche: 418). Das geht aus den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) Mittwochfrüh hervor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt demnach bei 65,4 (Vortag: 67,5).

Den 7-Tage-R-Wert schätzt das RKI laut dem Lagebericht vom Dienstagabend auf 0,97 (Vortag 1,03). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 97 weitere Menschen anstecken. Der Wert spiegelt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen wider.

„Der 7-Tage-R-Wert liegt um 1. Es besteht durch das Auftreten verschiedener Virusvarianten ein erhöhtes Risiko einer erneuten stärkeren Zunahme der Fallzahlen“, so das RKI im aktuellen Lagebericht. Liegt der R-Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.  

Update vom 10. März, 6.15 Uhr: Der russische Corona-Impfstoff Sputnik V soll von Juli an auch in Italien produziert werden. Jetzt lobt der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens Sputnik V.

Corona in Deutschland: Die Zahl der Neuinfektionen nimmt wieder leicht zu.

Update vom 9. März, 15.45 Uhr: Während die Corona-Fallzahlen in Deutschland weiter steigen, meldet das Robert-Koch-Institut bei den Todesfällen im Vergleich zum Vorwochenwert einen Rückgang, von 358 auf nun 255. Laut einer Hochrechnung des Statistischen Bundesamts sind im Februar trotz Pandemie drei Prozent weniger Menschen gestorben als im Schnitt des gleichen Monats in den vier Vorjahren. Demnach starben 81.746 Menschen, 2632 weniger als im Monatsdurchschnitt von 2017 bis 2020, wie das Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden mitteilte.

Zur Erklärung, warum im Februar die gesamten Sterbefallzahlen trotz der Covid-19-Todesfälle unter den Durchschnitt der Vorjahre gefallen sind, verweist die Statistik-Behörde auf den Influenza-Wochenbericht des RKI. Demnach liegen andere Atemwegserkrankungen in diesem Winter auf einem äußerst niedrigen Niveau. 2017 und 2018 dagegen seien die Sterbefallzahlen durch starke Grippewellen in den ersten Monaten des Jahres deutlich erhöht gewesen. Den Effekt der quasi ausgefallenen Grippewelle hatten Experten mit den Corona-Maßnahmen erklärt. Die Gesamtzahl der Sterbefälle in diesem Jahr einschließlich der letzten Februarwoche gibt das Bundesamt mit 177.169 an. Dies seien neun Prozent mehr als im Schnitt desselben Zeitraums der vier Vorjahre.

Corona in Deutschland: Tausende Pflegekräfte schmeißen in der Corona-Krise ihren Job hin

Update vom 9. März, 10.30 Uhr: Die Corona-Pandemie wird nicht nur im Einzelhandel oder der Gastronomie ihre Spuren hinterlassen, einem Medienbericht zufolge hat Deutschland auch tausende Pflegekräfte verloren. Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe am Dienstag berichten, betreffe der Rückgang sowohl Krankenhäuser als auch die Altenpflege.

Demnach ging die Zahl der Beschäftigten in der Pflege zwischen Anfang April und Ende Juli 2020 um mehr als 9.000 zurück - dies entspreche einem Rückgang um 0,5 Prozent. Insgesamt waren demnach in Deutschland zuletzt rund 1,8 Millionen Menschen in der Pflege tätig. Vor der Pandemie seien die Beschäftigtenzahlen in der Pflegebranche dagegen leicht gestiegen. Dem Bericht zufolge waren alle 16 Bundesländer betroffen.

Die pflegepolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, Pia Zimmermann, machte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für diese Entwicklung verantwortlich und warf der Regierung vor, die Lage durch eine verfehlte finanzielle Ausgestaltung der Kranken- und Pflegeversicherung zu verschärfen. „Zusätzliche und deutlich besser entlohnte Pflegekräfte werden sofort gebraucht.“ Hierzu müssten bislang privat versicherte Spitzenverdiener „auf alle ihre Einkünfte einheitlich und solidarisch Beiträge entrichten“.

Corona in Deutschland: Hof verzeichnet Inzidenz über 300 - Neue Mutation in Berlin registriert

Update vom 9. März, 9.40 Uhr: Das Coronavirus breitet sich weiter aus, die Infektionszahlen in Deutschland bleiben jedoch auch weiterhin auf einem relativ stabilen Niveau. Doch auch am Dienstag bleibt die bayerische Stadt Hof die am stärksten betroffene Region in ganz Deutschland. Wie das RKI am Dienstag erklärt, bleibt die Stadt nicht nur über dem kritischen Inzidenz-Wert von über 300. Die Sieben-Tage-Inzidenz erhöhte sich im Vergleich zum Vortag sogar noch. Demnach verzeichnet das RKI nun für Hof eine Inzidenz von 338,2 Fällen pro 100.000 Einwohner. Am Vortag lag dieser Wert noch bei 327,3.

Doch während viele Landkreise aktuell sinkende Inzidenzen vermelden, wurde in Deutschland nun zum ersten Mal eine erneut mutierte Version des Coronavirus entdeckt. Wie das Unternehmen Centogene am Dienstag mitteilt, wurde die Mutation B.1.525 am Flughafen Berlin-Brandenburg entdeckt. Die Probe sei von einer Person aus Sachsen abgegeben worden. Experten gehen auch bei dieser Mutation von einer höheren Ansteckungsgefahr aus. Die Variante ähnelt der britischen Mutation, weist aber, wie die Varianten aus Südafrika und Brasilien, eine Mutation des Spike-Proteins auf. Zuvor war die Variante schon in Italien, Skandinavien, Großbritannien, Kanada, den USA und Nigeria nachgewiesen worden.

Corona in Deutschland: Hausärzte impfen ab April - Freiheiten bei Priorisierung

Update vom 9. März, 8.20 Uhr: Die Impstrategie in Deutschland verläuft bislang eher schleppend, ab Anfang April sollen die niedergelassenen Ärzte in Deutschland flächendeckend bei den Corona-Impfungen mit ins Boot geholt werden. Darauf einigten sich die Fachminister von Bund und Ländern am Montag in der Gesundheitsministerkonferenz, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Teilnehmerkreisen erfuhr. 

Der Impfstoff soll auf dem normalen Weg über Großhandel und Apotheken in die Praxen kommen. Der bürokratische Aufwand für die Arztpraxen solle auf ein Minimum reduziert werden, hieß es. Die Impfzentren sollen vorerst bestehen bleiben. Vereinbarte Termine dort sollen erhalten bleiben.

Bund und Länder hatten bereits am Mittwoch beschlossen, dass mit steigenden Mengen an Impfdosen haus- und fachärztliche Praxen ab Ende März/Anfang April generell in die Impfkampagne eingebunden werden sollen. Die Priorisierung einzelner Bevölkerungsgruppen soll beibehalten werden, aber dann sollen die Ärztinnen und Ärzte selbst entscheiden, wer auf Basis der Empfehlungen die Impfung erhält.

Der Chef der Ständigen Impfkommission, Thomas Mertens, hatte in einem Interview gesagt, es habe gute Argumente gegeben, die Praxen erst bei genug Impfstoff einzubeziehen. Unter anderem könnte sich mancher Arzt gegenüber „seinen Patienten“ mit der korrekten Impfreihenfolge schwer tun, so Mertens. Laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) stehen fürs Impfen 75. 000 Haus- und Facharztpraxen in Deutschland bereit. Wenn 50 000 Arztpraxen täglich jeweils 20 Impfstoffdosen verabreichten, könnten laut KBV alleine dadurch bis zu fünf Millionen Impfungen in der Woche durchgeführt werden.

Wenn es genug Impfstoff gibt, kann es nach Modellrechnungen der KBV gelingen, am 1. August einen Impfvollschutz der gesamten Bevölkerung zu erreichen.

Corona in Deutschland: RKI veröffentlicht aktuelle Zahlen

Update vom 9. März, 6.35 Uhr: Die Zahl der offiziell in Deutschland mit dem Coronavirus infizierten Personen erhöht sich am Dienstag um 4252 Neuinfektionen. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 255 weitere Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Dienstag hervor. Damit erhöht sich die Zahl der Neuinfektionen im Vergleich zur vorherigen Woche erneut. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 3.943 Neuinfektionen und 358 neue Todesfälle verzeichnet. Viele Experten befürchten bereits, dass die Trendumkehr eine dritte Welle einläuten könnte.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (Sieben-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Dienstagmorgen bundesweit bei 67,5 - und damit etwas niedriger als am Vortag (68,0). Vor vier Wochen, am 9. Februar, hatte die Inzidenz noch bei 72,8 gelegen. Die Zahl der neuen Ansteckungen in Deutschland war im Januar und Februar über Wochen deutlich zurückgegangen. Zuletzt stagnierte sie allerdings, was auch an der Verbreitung ansteckenderer Varianten liegen könnte.

Update vom 8. März, 20.01 Uhr: Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 1,03 (Vortag 1,06). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 103 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona in Deutschland: Schnelltests bald auch bei dm und Rossmann erhältlich

Update vom 8. März, 16.10 Uhr: Nach den Discountern Aldi und Lidl peilen auch die Drogeriemarktketten dm und Rossmann den Start des Verkaufs von Corona-Selbsttests an. Sofern die Lieferungen wie geplant kämen, „können wir den Corona-Schnelltest voraussichtlich im Laufe der Woche in unseren Verkaufsstellen anbieten“, teilte Rossmann am Montag mit. Von dm hieß es ebenfalls, man gehe davon aus, im Laufe dieser Woche starten zu können.

Ursprünglich hatten beide Ketten den Verkaufsbeginn am Dienstag in Aussicht gestellt, dies aber an notwendige Lieferungen gekoppelt - diese kamen offenbar nicht so schnell wie erhofft. Die Edeka-Supermärkte wollen die Tests „in Kürze“ anbieten.

Bei Aldi war es bereits am Samstag losgegangen, die Packungen waren schnell ausverkauft. Eine Sprecherin von Aldi Süd erklärte am Montag, es sei weitere Ware unterwegs und es werde noch in dieser Woche Nachschub kommen. „Aufgrund der nach wie vor hohen Nachfrage kann es auch dann sein, dass die Tests zügig ausverkauft sind“, so die Sprecherin. An der Kasse werde jeder Kunde weiterhin nur eine Packung bekommen. Eine Packung enthält fünf Tests.

Beim Discounter-Konkurrenten Lidl startete am Wochenende der Online-Verkauf der Tests, auch hier war die Nachfrage groß und die Webseite war zwischenzeitlich nicht erreichbar. Am Montag hieß es auf der Seite nur, die Packungen seien „demnächst bestellbar“.

Corona in Deutschland: Mindestens drei Prozent der Bevölkerung bereits geimpft

Update vom 8. März, 15.30 Uhr: Während sich die Infektionszahlen in Deutschland in den vergangenen Wochen stabilisiert haben, verläuft die Impfkampagne noch immer eher schleppend. Mindestens drei Prozent der Bevölkerung wurden bislang vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Rund 2,5 Millionen Menschen haben bereits die zweite Dosis Impfstoff erhalten, wie aus den Daten des Robert Koch-Instituts hervorgeht. Insgesamt 6,2 Prozent (ca. 5,2 Millionen) haben demnach mindestens eine Dosis erhalten.

Begonnen hatten die bundesweiten Impfungen - nach ersten Impfungen in Sachsen-Anhalt - offiziell am 27. Dezember. Im Fokus standen zunächst ältere Menschen in Heimen. Aktuell werde bei gut 203.000 Impfungen pro Tag im Schnitt alle 0,4 Sekunden eine Impfung durchgeführt, hieß es am Montag auf dem Impfdashboard des Bundesgesundheitsministeriums.

Bei den meisten Geimpften handelt es sich laut RKI-Statistik um alte Menschen, Personal in Krankenhäusern und Altenheimen sowie Pflegeheimbewohner.

Corona: Kritische Situation auf Kreuzfahrtschiff in Deutschland - 1.000 Arbeiter sitzen fest

Update vom 8. März, 12.30 Uhr: Das Coronavirus breitet sich weiter aus, trotz Pandemie-Lockerungen ab dem heutigen Montag bleibt die Gefahr einer dritten Welle bestehen. Eine durchaus kritische Situation mit dem Virus könnte es nun unter anderem auf einem Kreuzfahrtschiff gegeben haben. Wie ein Sprecher der Bremer Senatorin für Gesundheit am Montag erklärte, wurden weitere Infektionen auf dem Meyer-Kreuzfahrtschiff „Odyssey of the Seas“ registriert. Nun sitzen rund 1.000 Arbeiter und Besatzungsmitglieder auf dem Luxusliner in Bremerhaven fest.

Die Infizierten würden nun von Bord gebracht und in einem Hotel isoliert. Bereits in der vergangenen Woche hatte die Papenburger Meyer-Werft, bei der das Schiff gebaut wurde, zwei Corona-Infektionen bestätigt. Die nun infizierten Personen waren laut der Gesundheitsbehörde als Kontaktpersonen der ersten beiden Fälle eingestuft und umgehend in Einzel-Kabinen isoliert worden. „Wir rechnen nicht mit weiteren Fällen“, sagte der Sprecher. Um ganz sicher zu gehen, gebe es für das Schiff zunächst aber noch keine Freigabe. Nach Angaben der Meyer-Werft werden alle Arbeiter an Bord täglich auf das Coronavirus getestet.

Corona in Deutschland: Kostenlose Schnelltests ab Montag - Experte befürchtet keinen „großen Run“

Update vom 8. März, 8.37 Uhr: Ab diesem Montag soll es kostenlose Schnelltests geben. „Einen großen Run erwarte ich erstmal nicht“, sagt Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des deutschen Städte- und Gemeindebundes im ZDF-„Morgenmagazin“. Erst, wenn es Vorteile mit den Tests geben würde. Denn, das Testergebnis halte nur für sechs Stunden vor. Der CDU-Politiker kritisiert, dass immer von einer digitalen Strategie gesprochen werde, aber eine einheitliche App zum Melden von positiven Corona-Tests mit einer Schnittstelle zum Gesundheitsamt fehlen würden.

Angesichts der bundesweiten Lockerungen der Corona-Regeln am Montag hat der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, mehr Tempo beim Angebot kostenloser Schnelltests gefordert. „Wir müssen besser, schneller, unbürokratischer, auch mutiger werden“, sagte Landsberg am Montag im ZDF-“Morgenmagazin“. Er hätte sich eine frühere Schnellteststrategie gewünscht, aber nun müsse nach vorn geschaut werden.

Landsberg forderte zudem, dass Bund und Länder mehr auf die Erfahrungen in den Kommunen vor Ort hören sollten. Er höre auch viel Unmut von Bürgermeistern, weil die Menschen ihren Frust nicht in Berlin, sondern vor Ort zeigten. Die seit Montag geltenden Lockerungen bezeichnete Landsberg als „richtig“.

Corona in Deutschland: Inzidenz über 100 - hier gibt es keine Corona-Lockerungen

Update vom 8. März, 8.19 Uhr: Über der „Notbremse“ - also einer 7-Tage-Inzidenz über 100 - liegen in Deutschland 66 Regionen, wie aus dem RKI-Dashboard hervorgeht.

In Bayern werden die drei höchsten Werte verzeichnet:

  • Stadt Hof (Bayern) mit 327,3
  • Landkreis Wunsiedel im Fichtelgebirge (Bayern) mit 306,9
  • Landkreis Kulmbach mit 258,5

Corona in Deutschland: RKI meldet 5011 Neuinfektionen - Zahl der Toten auf Jahrestiefstand

Update vom 8. März, 6.08 Uhr: Endlich gibt es nach monatelangem Stillstand Lockerungen, zumindest in den meisten Bundesländern. In einigen Ländern deutet sich jedoch eine Tendenz an, die Experten unruhig werden lässt. In den vergangenen 24 Stunden sind 5.011 Corona-Neuinfektionen und 34 weitere Todesfälle an das Robert Koch-Institut (RKI) gemeldet worden. Die Zahl der Todesfälle entspricht einem neuen Tiefstand im Jahr 2021.

Bei der Zahl der Neuinfektionen sind das etwa 280 mehr als am Montag vor einer Woche. Bei den Todesfällen ist es ein neuer Tiefstand im Jahr 2021. Wichtiger Hinweis: Die Zahlen beziehen sich auf Meldungen an das RKI - nicht auf das Sterbedatum. Und nach dem Wochenende kann es erfahrungsgemäß immer zu Nachmeldungen kommen.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt am Montagmorgen bei 68,0 (Vortag: 66,1). Das sogenannte 7-Tage-R gibt das RKI in seinem Lagebericht von Sonntagabend mit 1,06 (Vortag: 1,06) an.  Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 106 weitere Menschen anstecken. Der Wert spiegelt das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt das 7-Tage-R für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab.

Update vom 7. März, 22.15 Uhr: Im harten Coronavirus-Lockdown in Deutschland treten ab 8. März Lockerungen der Corona-Regeln* in Kraft - doch das gilt nicht für jeden Landkreis und jede Stadt. Denn: Die „Corona-Notbremse“ greift vielerorts - zwei Bundesländer sind sehr betroffen.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Ab Montag gilt die sogenannte Notbremse

Erstmeldung vom 7. März: München/Hannover - Die Corona-Notbremse*. Es ist das neueste Vokabular in der Coronavirus-Pandemie in Deutschland.

Das Covid-19-Schutzinstrument gilt, wenn die Neuansteckungen mit dem heimtückischen Coronavirus* in einem Landkreis, einer kreisfreien Stadt und/oder einer definierten Region die Marke 100 bei 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen überschreiten. Wenn also die 7-Tage-Indzidenz*, noch so ein Krisen-Vokabular, höher als 100 ist.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Formfehler in Niedersachsen sorgt wohl für mehr Lockerungen

Doch: In Niedersachsen kam es schon am Tag vor der Gültigkeit der neuen Corona-Regeln (ab 8. März) zur nächsten Panne in der Pandemie. Denn die Verordnung im nordwestlichen Bundesland enthält wohl einen Formfehler. Das schreibt das Nachrichtenportal ntv.de und verweist auf einen entsprechenden Bericht der Neuen Deister-Zeitung.

Demnach dürfen die sogenannten körpernahen Dienstleistungen auch bei einer 7-Tage-Inzidenz über 100 öffnen. Also zum Beispiel Kosmetiker oder Tattoo-Studios. Dies ist laut Bund-Länder-Gipfel in der Notbremse eigentlich nicht vorgesehen. Notwendig sei zumindest das Vorzeigen eines negativen Corona*-Tests.

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Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Regel-Panne bei der Corona-Notbremse in Niedersachsen

Mehr noch: Wie die Staatskanzlei in Hannover laut dem Medienbericht erklärte, dürfen in Niedersachsen demnach auch Fahr- und Flugschulen sowie Büchereien unabhängig von der Inzidenz wieder öffnen. Eine Notbremse, die nicht funktioniert?

Zum Start der Lockerungen wird es spektakulär in Deutschland. Schon jetzt klagen viele Bürgerinnen und Bürger, dass sie im Corona-Regel-Dschungel überhaupt nicht mehr durchblicken.

Verfolgen Sie alle Entwicklungen zur Corona-Pandemie in Deutschland hier im News-Ticker. (pm) *Merkur.de und tz.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Fabian Sommer/dpa

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