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Neue Einschränkungen für Spahn „nicht notwendig“ - er nennt Zeitpunkt für Rückkehr zur Normalität

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Von: Patrick Huljina

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Sind bereits deutlich mehr Menschen in Deutschland gegen das Coronavirus geimpft, als zunächst angenommen? Davon geht man beim Robert-Koch-Institut (RKI) aus.

Update vom 7. Oktober, 13.40 Uhr: „Die deutsche Impfkampagne ist noch erfolgreicher als gedacht“, sagt Gesundheitsminister Jens Spahn in einem Live-Statement. Er ging auf die neuen RKI-Daten ein. Die höhere Impfquote gebe „mehr Sicherheit für den Herbst und Winter“. Spahn stellte klar: „Aus heutiger Sicht, sind bei dieser Impfquote keine weiteren Einschränkungen notwendig.“

Es sei eine Bestätigung für den aktuellen Kurs, mit mehr Vorsicht „Schritt für Schritt“ zu mehr Freiheit und einer Normalität zu kommen. Auch bei der jetzt bekannten, wohl höheren Impfquote, bleiben Maßnahmen wie 3G und die AHA-Regeln im Herbst und Winter weiterhin notwendig, so Spahn. Aus heutiger Sicht und falls keine neuen Varianten entstehen, könne man spätestens im Frühjahr zur Normalität zurückkehren, erklärte der Gesundheitsminister erneut.

Corona: RKI geht von deutlich mehr Geimpften aus

Erstmeldung: Berlin - Bereits im August hatte das Robert-Koch-Institut (RKI) von einer „gewissen Unsicherheit“ bei der Interpretation der Impfquoten-Daten zum Coronavirus berichtet. Nun geht man erneut davon aus, dass bereits mehr Menschen in Deutschland eine Corona-Impfung erhalten haben, als in der offiziellen Meldestatistik erfasst sind.

Laut den offiziellen Meldungen der Impfstellen haben bisher knapp 80 Prozent der Menschen ab 18 Jahren eine erste Spritze bekommen, gut 75 Prozent bereits die zweite Impfdosis gegen das Coronavirus. In einem aktuellen RKI-Bericht (Stichtag 5. Oktober) heißt es nun, es sei anzunehmen, dass unter Erwachsenen bis zu 84 Prozent mindestens einmal und bis zu 80 Prozent vollständig geimpft sind. Die Schätzung beruht demnach auf Bürgerbefragungen und Meldedaten.

Das RKI erläutert in dem Bericht, es liege nahe, „dass die im Digitalen Impfquoten-Monitoring berichtete Impfquote als Mindest-Impfquote zu verstehen ist und eine Unterschätzung von bis zu 5 Prozentpunkten für den Anteil mindestens einmal Geimpfter beziehungsweise vollständig Geimpfter angenommen werden kann.“ Zur Anschauung: Fünf Prozentpunkte in der Erwachsenenbevölkerung Deutschlands entsprechen grob überschlagen 3,5 Millionen Menschen.

Deutlich höhere Corona-Impfquote? Befragungen des RKI

Hintergrund ist, das in vom RKI durchgeführten Befragungen deutlich mehr Menschen angeben, bereits geimpft zu sein, als in der Statistik vermerkt sind. Das Institut liefert dafür verschiedene Ansätze zur Erklärung. Unter anderem wird genannt, dass in den Befragungen wenig impfbereite Menschen unterrepräsentiert sind.

Zudem gibt das RKI an, dass Menschen mit schlechten Deutschkenntnissen nicht an der Befragung teilnehmen können. „Es besteht die Vermutung, dass Sprachbarrieren auch zu einere geringeren Inanspruchnahme der Covid-19 Impfung führen.“ Zudem würden bestimmte Impfungen in der Statistik gar nicht erfasst.

Jens Spahn (CDU), Bundesminister für Gesundheit, nimmt neben Lothar Wieler (M), Präsident des Robert Koch Institut (RKI) und Thomas Mertens (l), Vorsitzender der Ständigen Impfkommission (Stiko) an einer Pressekonferenz zu Grippeimpfung und Corona teil.
Das RKI um Präsident Lothar Wieler (M.) geht von deutlich mehr Corona-Geimpften aus – zur Freude von Jens Spahn (r.). © Michael Kappeler/dpa

Jens Spahn zu den RKI-Angaben: „Gibt uns zusätzliche Sicherheit für Herbst und Winter“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) erklärte im Hinblick auf die RKI-Angaben, die Corona-Impfkampagne sei noch erfolgreicher als gedacht. „Das gibt uns zusätzliche Sicherheit für Herbst und Winter. Wir wollen mit Umsicht und Vorsicht Schritt für Schritt zurück in Freiheit und Normalität“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur.

Die erreichten Impfquoten machten es möglich, draußen auf bestimmte Corona-Regeln zu verzichten – insbesondere das Tragen medizinischer Schutzmasken. In Innenräumen seien Zutrittsvorgaben für Geimpfte, Genesene und Getestete (3G) mit der Option für 2G nur für Geimpfte und Genesene allerdings weiterhin wichtig – ebenso das Einhalten von Hygieneregeln mit Abstand und Masken. (ph/dpa)

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