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Münchner Virologe zerlegt Schnelltest-Studie des Paul-Ehrlich-Instituts: „Sollte uns allen zu denken geben“

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Von: Kathrin Reikowski

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Corona-Test
Ein medizinischer Mitarbeiter entnimmt einem Mann einen Nasenabstrich für einen Corona-Schnelltest. © Julian Stratenschulte/dpa/Symbolbild

Eine Coronavirus-Schnelltest-Studie genügt den wissenschaftlichen Standards nicht, sagt der Münchner Virologe Keppler. Seine Kritik am Paul-Ehrlich-Institut ist harsch.

München - „Die vielen Alltagsberichte von mehrfach falsch-negativen Antigenschnelltests selbst bei symptomatischen Menschen, bei denen dann erst Tage später per PCR Covid-19 diagnostiziert wird, sollten uns allen zu denken geben“, sagt der Münchner Virologe Oliver Keppler.

Er kritisiert damit das Paul-Ehrlich-Institut scharf, das in der vergangenen Woche rund 20 Coronavirus-Schnelltests positiv bewertet hatte. Das Institut war in der vorige Woche veröffentlichten Studie zu dem Schluss gekommen, dass 20 untersuchte Antigen-Schnelltests die Omikron- und die Delta-Varianten des Corona-Erregers vergleichbar zuverlässig erkennen. Das widersprach den Ergebnissen einer Münchner Studie ebenso wie einer Untersuchung der Universitätskliniken Genf.

Der Münchner Virologe Oliver Keppler warnt davor, Omikron als „mild“ abzustempeln.
Der Münchner Virologe Oliver Keppler warnt davor, Omikron als „mild“ abzustempeln. © MvP-Institut/dpa

„Für eine mit Millionen durch den Bund geförderte Bundesbehörde, deren genuine Aufgabe und Verantwortung es ist, diese Fragen fundiert und verlässlich für das Pandemiemanagement in unserem Land zu klären, ist dies fast vier Monate nach Erstbeschreibung von Omikronfällen in Deutschland viel zu spät, inhaltlich dünn und in der Aussagekraft fraglich.“

Oliver Keppler, Münchner Virologe

Coronavirus-Schnelltests: Die Kritikpunkte des Virologen an der Paul-Ehrlich-Institut-Studie

Damit genüge die Studie wissenschaftlichen Mindeststandards nicht. Die Ergebnisse zu den Coronavirus-Schnelltests seien daher nicht aussagekräftig. Positiv getestet, aber weniger schlimm krank? Wie viele Menschen sterben wirklich an Omikron?

Coronavirus-Schnelltests: PEI reagiert auf Kepplers Vorwürfe zur Schnelltest-Studie

Das PEI wies die Vorwürfe zurück: „Die wissenschaftlichen Arbeiten des Paul-Ehrlich-Instituts erfüllen die hohen Anforderungen an wissenschaftliches Arbeiten, die Ergebnisse werden in anerkannten wissenschaftlichen Journals publiziert und dort einer unabhängigen Begutachtung durch andere Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler unterzogen“, hieß es in einer Stellungnahme.

Demnach wurden für die PEI-Untersuchung zusätzlich zu einer zurückliegenden umfassenden Evaluierung mit 50 Proben „nun für die Omikron-Virus-Variante 10 ausgewählte Proben bekannter Konzentration, für die Delta-Variante 4 und für die Wuhan-Variante 6 charakterisierte Proben eingesetzt“.

Die meisten Tests nutzten für die Feststellung des Erregers Zielregionen innerhalb des Nukleokapsidproteins, „die von einer der Omikron-Mutationen nicht betroffen sind, so dass es theoretisch für viele Tests keine Grundlage für einen verminderten Omikron-Nachweis gibt“, antwortete das PEI auf Kepplers Kritik. (dpa/kat)

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