„Viele schaffen den Anschluss nicht“

Corona-Folgen für Schüler: Lernrückstände - Lehrerverband regt zusätzliches Schuljahr an

  • Richard Strobl
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Der Corona-Lockdown hat trotz Home-Schooling teils Lernrückstände bei den Schülern hinterlassen. Der Lehrer-Verband regt nun ein freiwilliges Zusatzjahr an.

Berlin - Seit dem 22. Februar sind in vielen Bundesländern die Schulen zumindest teilweise wieder geöffnet. Deutschland robbt sich langsam aus dem harten Corona-Lockdown - weitere Lockerungen könnte der Bund-Länder-Gipfel am 3. März bringen. Das Thema Schule hat dabei für viele Politiker Priorität. Öffnungen sollen her. Einerseits, um Eltern vom Home-Schooling zu befreien und andererseits, um den Schülern wieder direkter Wissen vermitteln zu können.

Corona-Lockdown: Viele Schüler mit Lernrückständen - Abschlüsse gefährdet?

Doch das vergangene Jahr in der Corona-Pandemie hat bereits Folgen bei vielen Schülern hinterlassen. Neben psychischen Problemen bei Kindern, die zuletzt vermehrt durch die aktuelle Lage bescheinigt wurden, gibt es bei vielen Schülern auch Lernrückstände.

Darauf kam nun der Deutsche Lehrerverband zu sprechen. Im vergangenen Jahr seien in fast allen Bundesländern sämtliche Schüler versetzt worden, so Präsident Heinz-Peter Meidinger gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Eine solche Regelung würde laut Meidinger aber dazu führen, dass „viele Schüler den Anschluss nicht mehr schaffen können“.

Corona-Folge Lernrückstand: Freiwilliges Zusatzjahr als Lösung?

Meidinger sprach sich deshalb für ein freiwilliges Zusatzjahr aus. Allerdings nicht in allen Fächern. So sprach er sich für „eigene Lerngruppen“ aus, in denen nur der Stoff wiederholt werde, in dem ein Schüler Defizite habe. Insofern würden Schüler zwar sitzenbleiben, aber eben nicht in allen Fächern.

Allgemein soll es nach Meidingers Ansatz möglich sein freiwillig an einem solchen Programm teilzunehmen, um die Noten zu verbessern.

Die Frage ist allerdings mit welchem Personal das Konzept umgesetzt werden soll? Auch hier hat Meidinger eine Idee: Es sollen ehemalige Lehrer aus dem Ruhestand geholt werden und Teilzeitkräfte ermutigt werden ihre Stunden aufzustocken.

Zum Hintergrund: Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft forderte im Januar, dass alle Schüler in diesem Jahr versetzt werden. Der Bundeselternrat stimmte dem zu. Der Deutsche Lehrerverband will in den kommenden Tagen ein eigenes Konzept vorlegen, so Meidinger zur Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. (rjs)

Rubriklistenbild: © Stefan Puchner/dpa

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