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Corona-Vergleich: Studie zeigt Ansteckung in Innenräumen - Schulen und Büros deutlich vorne 

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Von: Veronika Silberg

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Wo stecken wir uns am schnellsten mit Corona an? Eine Studie der TU Berlin vergleicht R-Werte unter anderem in Kinos, Museen, ÖPNV und Supermärkten.

Viele Innenräume betreten wir aktuell nicht - mal ausgenommen unsere eigenen vier Wände. Mit der Diskussion über eine Lockerung der aktuellen Lockdown-Bedingungen und einer möglichen Öffnung von Schulen, Handel oder Kultur, wird die Frage immer relevanter, wo das Risiko einer Corona-Infektion denn nun am höchsten ist. Forscher der Technischen Universität Berlin haben dazu den Austausch von Aerosolen in sämtlichen Innenräumen des öffentlichen Lebens berechnet: von Freizeiteinrichtungen, wie Kinos und Theaters bis hin zu Schulen und Büros. Auch wa.deberichtete über die Studie*.

Hierzu errechneten Martin Kriegel und Anne Hartmann von der Technischen Universität Berlin mithilfe eines Corona-Infektionsrisikomodells einen situationsbedingten R-Wert. Mit einem R-Wert von 1 steckt sich in einem bestimmten Raum eine gesunde Person bei einer infizierten Person an. Bei allen Szenarien setzten die Forscher voraus, dass Lüftungs- und Abstandsregelungen eingehalten werden. Relevant ist bei den Berechnungen besonders der Luftausstoß und der damit verbundene Austausch von Aerosolen. Bei einem Supermarktbesuch von ca. einer Stunde, ohne längere Unterhaltungen steckt sich laut Studie voraussichtlich eine andere Person an.

Sie übertragen das Coronavirus: Die Infografik beschreibt die Beschaffenheit und Entstehung von Aerosolen.
Wir infizieren uns mit dem Coronavirus über kleine Luftpartikel: die Aerosole. © dpa-infografik GmbH

Hier ist das Corona-Risiko am größten: Büros und Schulen führen den Vergleich an

Das größte Corona-Risiko bieten laut Kriegel und Kollegen weiterführende Schulen. Wenn keine Maske getragen wird und der Klassenraum voll besetzt ist, berechnet die Studie einen R-Wert von 11,5. Auch Mehrpersonenbüros und Fitnessstudios bergen ohne Maskenschutz ein vergleichsweise hohes Risiko. Ist der Raum jeweils nur zur Hälfte besetzt, überholen Büros sogar Oberschulen mit einem R-Wert von 8,0.

Am unteren Ende der Tabelle befinden sich dagegen Kultureinrichtungen, wie Opern, Theater oder Museen. Bei einer Auslastung von 30 Prozent kommen sie gerade einmal auf einen R-Wert von 0,5, bei einer 40 prozentigen Auslastung werden es circa 0,6. Dicht dahinter folgen Friseure, denen bei einer 50 prozentigen Auslastung ebenfalls nur ein R-Wert von 0,6 zugesprochen wird. Der situationsbedingte R-Wert in Kulturstätten wie Theater und Kinos, ist laut dem Berliner Modell also deutlich geringer als in Klassenzimmern oder Büroräumen. *wa.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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