Schwanger in der Corona-Krise
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Kann das Coronavirus schwangeren Frauen und ihrem Baby schaden? (Symbolbild)

Widersprüchliche Datenlage

Corona bei Schwangeren: Israel meldet ungewöhnlich hohe Zahlen - und zwei schlimme Todesfälle

Schadet eine Infektion mit dem Coronavirus schwangeren Frauen und ihren Babys? Während Forscher aus England Entwarnung geben, überrascht Israel mit anderen Erkenntnissen.

München - Während das Coronavirus für viele Erkrankte keinerlei Symptome mit sich bringt, können vor allem Risikopatienten, jedoch auch nicht vorbelastete junge Leute, einen schweren Krankheitsverlauf erleiden. Für schwangere Frauen bestand bislang kein erhöhtes Risiko, das bestätigten vor wenigen Wochen auch Experten aus England. Doch nun überrascht ein Ministerium aus Israel mit erschreckenden Zahlen.

Corona bei Schwangeren: Schadet eine Infektion dem Baby? Israel überrascht mit aktuellen Zahlen

Während in Deutschland der Impf-Start eher holprig verlaufen ist, aktuell eine erneute Debatte über den Impfstoff des Herstellers Astrazeneca entbrannt ist, ist in Israel die Hälfte der rund 9.2 Millionen Einwohner bereits mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft worden. Das bestätigte das israelische Gesundheitsministerium am Freitag. Doch das Institut veröffentlichte am Montag auch alles andere als beruhigende Zahlen. Demnach häufen sich aktuell die Risikofälle unter schwangeren Frauen.

Wie Bild nun unter Berufung auf die Jerusalem Post berichtet, soll eine nicht geimpfte 26-Jährige am Freitag in Israel ein Baby tot in der 36. Schwangerschaftswoche zur Welt gebracht haben. Die Frau habe zuvor nur über leichte Virus-Symptome geklagt. Das Baby sei nachträglich positiv auf das Coronavirus getestet worden. Wie das Blatt weiter berichtet, soll die Klinik in einer Stellungnahme einen Zusammenhang zwischen der Infektion und der Totgeburt vermuten.

Corona in der Schwangerschaft: Zwei dramatische Fälle aus Israel in den Schlagzeilen

Ein weiterer Fall habe sich demnach bereits Anfang Februar, ebenfalls in Israel, ereignet. Damals soll eine 25-Jährige ihr ungeborenes Baby in der 25. Schwangerschaftswoche verloren haben. Auch in diesem Fall soll der Fötus nachträglich positiv auf Corona getestet worden sein.

Und tatsächlich verzeichnet das Gesundheitsministerium in Israel aktuell eine Häufung kritischer Fälle unter Schwangeren und Neugeborenen. In einem aktuellen Bericht spricht das Ministerium laut Bild von bislang 39 schwangeren Frauen und Frauen, die bereits frisch entbunden haben, die aktuell wegen einer Infektion mit dem Coronavirus stationär in Kliniken aufgenommen wurden. Zehn von ihnen sollen in kritischem Zustand sein, acht davon sollen künstlich beatmet werden. Doch auch Kinder seien von einem schweren Verlauf mit dem Coronavirus betroffen. Aktuell seien 25 Kinder unter 18 Jahren in Kliniken, unter ihnen fünf Säuglinge.

Coronavirus: Forscher aus Großbritannien sind anderer Meinung - Studien-Ergebnisse eindeutig

Eine gänzlich gegenteilige Meinung vertreten hingegen Forscher aus England. Erst im Februar hatten die Mediziner in einer Studie des Imperial College London erklärt, dass eine Corona-Infektion bei Schwangeren keine Gefahr für das Baby im Mutterleib darstelle. Demnach habe sich kein Zusammenhang zwischen dem Tod von Babys im Mutterleib bzw. nach der Geburt und einer Infektion mit dem Virus ergeben.

Für die Studie der Forscher wurden die Daten von rund 4000 schwangeren Frauen untersucht. Zwar seien überdurchschnittlich viele Frühgeburten registriert worden, dies sei jedoch möglicherweise auf die Behandlung der Ärzte zurückzuführen. Viele Mediziner würden sich demnach aus Sorge vor der Infektion bei der Mutter, für einen frühzeitigen Kaiserschnitt aussprechen.

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