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Land greift hart durch: Ungeimpfte müssen Corona-Behandlung selbst zahlen

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Von: Julia Schöneseiffen

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Eine Person wird geimpft.
In Singapur müssen Ungeimpfte künftig ihre Corona-Behandlung selbst zahlen. © Ralf Hirschberger / dpa

In Singapur gelten ab Anfang Dezember härtere Corona-Regeln für Ungeimpfte. So müssen Covid-19-Patienten ohne Impfung ihre Behandlung künftig selbst bezahlen.

Singapur - Die Corona-Fallzahlen in Deutschland steigen weiter an. Dementsprechend werden die Corona-Maßnahmen auch alles andere als gelockert. Anders sieht es in Singapur aus. Das dortige Gesundheitsministerium kündigte an „einige Maßnahmen vorsichtig zu lockern“. Wie das Gesundheitsministerium von Singapur erklärt: „Fortschritte bei Impfungen und Auffrischungsimpfung haben immens zur Milderung der COVID-19-Fälle beigetragen. Allerdings stellen diejenigen, die nicht vollständig geimpft sind, weiterhin überproportional den Großteil der schweren und intensivmedizinischen Fälle dar und belasten unser Gesundheitssystem.“

Corona in Singapur: Verschärfte Regeln für Ungeimpfte

Demnach sollen die Corona-Maßnahmen zwar gelockert werden, allerdings will die Regierung bei ungeimpften Bürgern künftig hart durchgreifen. „Ungeimpfte Personen stellen derzeit eine deutliche Mehrheit der intensivstationären Pflegebedürftigen und tragen überproportional zur Belastung unserer Gesundheitsressourcen bei. Daher werden wir ab dem 8. Dezember 2021 die Behandlung von COVID-19-Patienten, die freiwillig nicht geimpft wurden, in Rechnung stellen. Dies gilt für alle ungeimpften COVID-19-Patienten, die am oder nach dem 8. Dezember 2021 in Krankenhäuser und CTFs aufgenommen werden.“

Eine Kostenübernahme seitens der Regierung gebe es ab dem 8. Dezember nur noch für ungeimpfte Corona-Patienten, „die keinen Anspruch auf eine Impfung haben“. Dazu zählen Kinder unter 12 Jahren und Fälle, in denen eine Impfung aus medizinischen Gründen nicht möglich ist. Bislang hatte die Regierung von Singapur die Corona-Behandlungskosten für seine Bürger komplett übernommen. Dies solle für Geimpfte auch weiterhin gelten, so das Gesundheitsministerium.

Singapur: Überlastung des Gesundheitssystems droht

Die Regierung von Premierminister Lee Hsien Loong reagiert damit auf eine neue Welle von Krankenhauseinweisungen. Trotz der hohen Impfquote von 86 Prozent stieg die Sieben-Tage-Inzidenz zuletzt auf 366 – und bewirkte vor allem bei Ungeimpften einen Anstieg der Krankenhauseinweisungen. Daher appelliert die singapurische Regierung: „Wir sind ermutigt von der wachsenden Zahl von Personen, die sich für ihre Impfungen und Auffrischungen melden. Und ermutigen Sie alle nachdrücklich, dies zu tun, sobald sie berechtigt sind. Dies wird dazu beitragen, Sie und Ihre Lieben zu schützen.“

Auch Deutschland befürwortet Auffrischimpfungen. Demnach wollen Bund und Länder Booster-Impfungen für alle Geimpften nach sechs Monaten ermöglichen. „Boostern nach sechs Monaten sollte die Regel werden.“ (jsch)

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