Corona-Pandemie

Österreich öffnet Hotels, Kroatien plant Tourismus-Korridore: Wo kann man trotz Corona Urlaub machen?

  • Klaus Rimpel
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Österreich, Kroatien oder die Türkei setzen darauf, trotz Coronakrise im Sommer Touristen empfangen zu können. Ist das realistisch? Die wichtigsten Antworten.

München - Die deutsche Politik zeigt sich gegenüber den Lockungen der Urlaubsländer wie Österreich oder Kroatien skeptisch: Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, sagte, er glaube, dass „ein Urlaub eher regional dieses Jahr möglich sein wird“. Sprich: Urlaub in Deutschland …

Deutschland: Bareiß erklärte, im Sommer könne es „problemlos möglich sein“, Ferienwohnungen und -häuser an der Ostsee oder im Schwarzwald zur Vermietung aufzumachen. Ein Argument dafür: Im Ferienhaus gibt es keine Menschenansammlungen, eine Familie könnte unter sich bleiben. Schrittweise könnten dann auch Hotels geöffnet werden, wenn man Lösungen für Frühstücksbuffets und Restaurants finde. Der Deutsche Ferienhausverband forderte daraufhin ein Konzept, um Planungssicherheit für Urlauber und Vermieter zu schaffen.

Urlaub am Strand? Die Bundesregierung ist angesichts der Corona-Pandemie in Europa skeptisch.

Corona-Krise: Wo können wir Urlaub machen? Österreich

Österreich: Der österreichische Tourismus dringt auf eine Öffnung der Grenze, da Deutsche sowohl im Winter wie auch im Sommer einen Großteil der Gäste im Nachbarland ausmachen. „Wo die Hygiene­regeln beachtet werden, muss Urlaub auch wieder möglich sein, auch in Europa“, schrieben Vertreter von Tourismus, Reiseveranstaltern, Gastgewerbe und Luftverkehr in der FAZ. Zunächst sollten Länder mit erfolgreichen Schutzmaßnahmen in bilateralen Verhandlungen die Reisebeschränkungen gegenseitig aufheben. Eine Öffnung innerhalb der gesamten EU sei dann der nächste Schritt. Österreich hat am Montag aufgrund der weiter günstigen Entwicklung in der Corona-Krise nach fast sieben Wochen die Ausgangsbeschränkungen aufgehoben. Ab dem 1. Mai sei lediglich ein Mindestabstand von einem Meter zu Menschen nötig, die nicht im gemeinsamen Haushalt leben. Ab 15. Mai dürfen Restaurants und Lokale wieder öffnen. Dann seien maximal vier Erwachsene pro Tisch erlaubt und zwischen den einzelnen Tischgruppen müsse ein Mindestabstand von einem Meter eingehalten werden, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP). Eine freie Platzwahl sei nicht möglich. Die Tische würden zugewiesen. Die Regierung empfiehlt zudem eine vorherige Reservierung. Personal mit Gästekontakt müsse bei der Arbeit einen Mundschutz tragen. Hotels und Pensionen dürfen ab 29. Mai wieder öffnen.

Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß.

Corona-Krise: Wo können wir Urlaub machen? Kroatien

Kroatien: Das Mittelmeer-Land setzt auf „Tourismus-Korridore“. Mit Tschechien wurde bereits ein entsprechendes Abkommen vereinbart: Tschechische Touristen, die ihren Sommerurlaub in Kroatien verbringen wollen, müssen demnach einen Nachweis erbringen, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind. Dann könnten sie per Flugzeug oder mit dem Auto nach Kroatien reisen. Die kroatischen Gesundheitsbehörden äußerten sich indes zurückhaltend und erklärten, dass Einreisen von Touristen aus Ländern mit mehr Corona-Fällen als Kroatien nicht erlaubt würden. Bisher wurden 1881 Corona-Infektionsfälle in Kroatien gezählt, darunter 47 Todesfälle. In Kroatien macht der Tourismus 17 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Griechenland: Hier macht der Tourismus knapp ein Drittel der Wirtschaft aus – Zehntausende Arbeitsplätze stehen auf der Kippe. Der griechische Wirtschaftsminister Adonis Georgidas erklärte: „Ich halte die diesjährige Saison nicht für verloren.“ Mindestens bis 15. Mai gilt allerdings die Einreisesperre für von Covid-19 betroffene Länder wie Deutschland.

Corona-Krise: Wo können wir Urlaub machen? Italien, Spanien, Frankreich

Italien, Spanien, Frankreich: In den drei besonders hart von der Corona-Pandemie betroffenen Staaten gibt es wenig Hoffnung auf eine normale Sommer-Urlaubssaison.

Corona-Krise: Wo können wir Urlaub machen? Türkei

Türkei: Laut Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy arbeitet das stark von der Pandemie betroffene Land an einem „international anerkannten Zertifizierungssystem“, um Tourismusdestinationen als „coronavirusfreie Zonen unter bestimmten Systemvoraussetzungen“ zu deklarieren. Touristen müssten zum Zeitpunkt der Einreise Gesundheitsdokumente vorlegen, die international anerkannt seien.

Schweden: Wenn Reiseländer im Süden ausfallen, hoffen etliche auf Schweden als Alternative. Das Land hat auf Einschränkungen weitgehend verzichtet. Ein Ferienhaus zu mieten und mit dem eigenen Auto anzureisen, sieht die schwedische Regierung bislang als nicht problematisch an. Aber offen ist, ob nach dem Urlaub eine Quarantäne fällig ist.

Darüber, ob Reisen im Sommer überhaupt möglich sind, herrscht aktuell aber Unklarheit - die Bundesregierung will die weltweite Reisewarnung bis Mitte Juni verlängern.

Wegen ungenauer Messung von Sommertemperaturen attackierten zwei Wetter-Experten kürzlich den Deutschen Wetterdienst: „Hat mit einer seriösen Messung nichts mehr zu tun.“

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Rubriklistenbild: © AFP / BARBARA GINDL

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