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Teils irrwitzige Corona-Regeln auf Mallorca - doch die Infektionszahlen steigen weiter

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Von: Tom Offinger

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Ein Strand auf Mallorca
Mallorca ist eines der beliebtesten Reiseziele der Deutschen (Symbolbild). © picture alliance/dpa | Clara Margais

Auch in Spanien ist die Angst vor der Omikron-Variante allgegenwärtig. Das deutsche Urlaubsparadies Mallorca setzt dabei auf einige kuriose Regelungen.

Palma/München - Belgien, Deutschland oder die Niederlande - überall in Europa werden derzeit die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus und seine Omikron-Variante verschärft. Die spanische Regierung hat sich derweil auf ein milderes Vorgehen verständigt: Mehr Impfungen, mehr medizinisches Personal sowie eine Maskenpflicht auch im Freien soll bei der Eindämmung der Pandemie helfen. Auf der beliebten Urlaubsinsel Mallorca setzt man hingegen auf abgewandelte Vorschriften, die durchaus den Tourismusbetrieb vor Ort am Leben halten sollen. Gleichzeitig steigen die Infektionszahlen immer weiter.

Corona auf Mallorca: Tanzen nur mit Maske, Rauchen teilweise verboten

In allen Restaurants und Unterkünften greift die 3G-Regel, das EU-Covid-Zertifikat ist wie in Deutschland eine allgemeingültige Eintrittskarte. Wer nicht geimpft oder getestet ist, muss sich auf eigene Kosten vorher testen lassen. Selbst in den beliebten Clubs und Discos gilt die 3G-Regel, auf den Tanzflächen herrscht sogar Maskenpflicht und um 5 Uhr morgens greift eine Sperrstunde. Nicht weniger kurios ist eine Maskenpflicht im Freien, die allerdings erst greift, wenn kein Abstand von mindestens 1,5 Metern zu Personen außerhalb des eigenen Haushalts eingehalten werden kann.

Haushaltsfremde Badehandtücher müssen an den Stränden mindestens zwei Meter auseinanderliegen. Selbst rauchende Urlauber müssen sich auf Mallorca auf irrwitzige Verhältnisse einstellen: Im Stehen ist Rauchen nämlich erlaubt, beim Gehen hingegen nicht. Zudem muss jederzeit ein Abstand von 1,5 Meter zu anderen Personen eingehalten werden.

Corona-Chaos in Spanien: Strenge Maßnahmen nur in Katalonien

Die Frage nach der Wirksamkeit der kuriosen Maßnahmen erübrigt sich bei einem Blick auf die aktuellen Infektionszahlen auf der Insel. Die Sieben-Tage-Inzidenz auf den Balearen liegt bei 318, in ganz Spanien lag der Wert am gestrigen Dienstag bei 424. Gleichzeitig wurden auf Mallorca 631 neue Corona-Fälle gemeldet, am Vortag waren es noch 546. Mit knapp 80 Prozent verfügt Spanien über eine gute Impfquote.

Wie bereits erwähnt, verzichtet die spanische Regierung vorerst auf härtere Maßnahmen. Die Region Katalonien hatte sich in den vergangenen Tagen für nächtliche Ausgangsbeschränkungen starkgemacht, konnte diese in Madrid allerdings nicht durchsetzen. Die Region mit der Touristenmetropole Barcelona hatte am Dienstag unter anderem die Schließung von Clubs, Bars und Discos sowie Ausgehbeschränkungen von 1.00 Uhr bis 6.00 Uhr und die Begrenzung der Auslastung von Gaststätten, Kultur- und Freizeiteinrichtungen angekündigt. Diese Maßnahmen sollen am Freitag für zunächst 15 Tage in Kraft treten. (to/afp)

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