Eine trauernde Frau auf Stufen sitzend mit einer Kerze in der Hand.
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In Deutschland sind die Sterbefallzahlen gestiegen. (Symbolfoto)

Konstante Steigung seit 2015

Sterbefallzahlen im September über dem Durchschnitt der Vorjahre - doch es liegt nicht an Corona

  • vonTim Althoff
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Wie „Destatis“ mitteilte, sind im September mehr Menschen in Deutschland gestorben als im Durchschnitt der letzten Jahre - mit dem Corona ist der Wert jedoch nicht zu erklären.

  • Das Statistische Bundesamt gibt an, dass es im September zu einer fünfprozentigen Steigung der Sterbefallzahlen gekommen ist.
  • Dabei hatte das Coronavirus* jedoch wenig Einfluss auf die Zahlen.
  • Einen größeren Unterschied hat Covid-19 zuletzt im April auf die Sterbefallzahlen ausgemacht.

München - Zwar sind die Corona-Zahlen* schon im September wieder angestiegen, jedoch hat sich das verglichen mit den Jahren zuvor nicht auf die Sterbefallzahlen* ausgewirkt. Das gab das Statistische Bundesamt (Destatis) in einer Pressemitteilung an. Demnach seien im September nach vorläufigen Ergebnissen 73.010 Menschen in Deutschland gestorben. Im Vergleich zum Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019 ist das eine Steigung von fünf Prozent.

„Die Daten zu bestätigten Covid-19-Todesfällen, die beim Robert-Koch-Institut (RKI) gemeldet werden, können die überdurchschnittlichen Sterbefallzahlen nicht erklären“, heißt es. Nach Angaben des RKI* gab im September 192 Sterbefälle von Menschen, die zuvor laborbestätigt an Corona erkrankt waren. Verglichen mit den Vorjahresmonaten würden die Sterbefallzahlen im September seit dem Jahr 2015 durchgängig ansteigen.

Sterbefallzahlen im September: Anteil älterer Menschen wohl Hauptursache

Daran seien saisonale Einflüsse wie Grippe-oder Hitzewellen für den Monat jedoch untypisch. „Ohne diese Effekte ist vor allem der steigende Anteil älterer Menschen als Hauptursache für die kontinuierliche Erhöhung der Sterbefallzahlen naheliegend.“, erklärt das Destasis weiter.

Im April war der Einfluss des Coronavirus auf die Sterbezahlen in Deutschland noch deutlich ausgeprägter. Da es im Frühjahr mehr Fälle als im September gab und die Krankenhäuser und Intensivstationen weniger gut gerüstet für das neuartige Virus waren, starben 6035 Menschen in Verbindung mit Covid-19. Dementsprechend lagen die Sterbefallzahlen ganze zehn Prozent über dem Durchschnitt der Vorjahre.

Zwischen Mai und Juli bewegten sich Todesfälle jeweils im Vorjahres-Durchschnitt von 2016 bis 2019. Erst im August stiegen die Zahlen dann wieder auf sechs Prozent. Dies ist aber auf die Hitzewelle zurückzuführen. (ta) Merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

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