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Stiko ändert Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren nun doch

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Corona-Impfungen für alle ab zwölf Jahren. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Empfehlung angepasst.
Corona-Impfungen für alle ab zwölf Jahren. Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat ihre Empfehlung angepasst. © Bernd Feil/imago

Nach langem Zögern hat die Ständige Impfkommission (Stiko) nun doch ihre Empfehlung zu den Corona-Impfungen für Kinder und Jugendliche geändert.

Berlin - Kinder gegen Corona impfen, oder lieber nicht? Diese Frage bereitet vielen Eltern Kopfzerbrechen, sorgte für heftige Diskussionen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) spricht sich jetzt für eine Corona-Impfung für alle Kinder und Jugendlichen ab zwölf Jahren aus. Die Impfstoffe von Biontech und Moderna sind ab 12 Jahren zugelassen.

Stiko: Vorteile gegenüber Risiko seltener Nebenwirkungen überwiegen

Nach sorgfältiger Bewertung neuer wissenschaftlicher Beobachtungen und Daten komme man zu der Einschätzung, „dass nach gegenwärtigem Wissensstand die Vorteile der Impfung gegenüber dem Risiko von sehr seltenen Impfnebenwirkungen überwiegen“, teilte das Gremium am Montag mit und berief sich auf einen Beschlussentwurf. Der offizielle Empfehlungstext liegt noch nicht vor, Änderungen sind in einem Abstimmungsverfahren mit Bundesländern und Fachkreisen noch möglich.

„Diese Empfehlung zielt in erster Linie auf den direkten Schutz der geimpften Kinder und Jugendlichen vor Covid-19 und den damit assoziierten psychosozialen Folgeerscheinungen ab“, erklärte die Stiko. Unverändert solle die Impfung nach ärztlicher Aufklärung zum Nutzen und Risiko durchgeführt werden. Man spreche sich „ausdrücklich dagegen aus, dass bei Kindern und Jugendlichen eine Impfung zur Voraussetzung sozialer Teilhabe gemacht wird“.

Corona-Impfungen alle ab zwölf Jahren: Was ändert sich nach der Stiko-Empfehlung?

Bisher hatte die Stiko sich vorsichtig zu Corona-Impfungen bei Kindern zwischen zwölf und 17 Jahren geäußert. Diese in seiner Empfehlung Anfang Juni nur bei höherem Risiko für schwere Corona-Verläufe etwa wegen Erkrankungen wie Diabetes, Fettleibigkeit und chronischen Lungenerkrankungen empfohlen. Aber, nach ärztlicher Aufklärung und individuelle Entscheidung von Kindern und Eltern war bereits eine Impfung gegen Corona auch für Gesunde laut Stiko möglich.

Die bisherige Zurückhaltung hatte Stiko-Chef Thomas Mertens zuletzt mit unzureichenden Daten zur Sicherheit der Impfung bei Heranwachsenden begründet. Im Fokus standen vor allem mögliche Folgen von Herzmuskelentzündungen bei Geimpften. Am Montag sprach die Stiko von meist unkomplizierten Verläufen. Mittlerweile könnten mögliche Risiken der Impfung in der Altersgruppe zuverlässiger beurteilt werden, erklärte das Gremium. Es verwies etwa auf nahezu zehn Millionen geimpfte Kinder und Jugendliche im amerikanischen Impfprogramm.

Außerdem hätten „mathematische Modellierungen“ ergeben, dass für Kinder und Jugendliche angesichts der inzwischen dominierenden Delta-Variante bei einer möglichen vierten Infektionswelle im Herbst ein „deutlich höheres Risiko“ für eine Erkrankung bestehe, teilte die Stiko weiter mit.

Nach Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) vom Montag sind 24,3 Prozent der 12- bis 17-Jährigen mindestens einmal gegen Corona geimpft und 15,1 Prozent vollständig. Die Altersgruppe der zwölf bis 17-Jährigen umfasst etwa 4,5 Millionen.

Corona-Impfungen für Kinder - Diese Länder machen es vor

Die USA, Israel und Frankreich haben Kinder und Jugendliche schon längst in ihre Impfprogramme aufgenommen:

Spahn begrüßt Votum der Impfkommission zu Kinder-Impfungen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat es als „gute Nachricht“ bezeichnet, dass sich die Ständige Impfkommission (Stiko) nun für Corona-Impfungen für alle Kinder ab zwölf Jahren ausspricht. „Eltern und Jugendliche haben damit eine klare Empfehlung, sich für die Impfung zu entscheiden“, sagte der CDU-Politiker am Montag. „Die Fakten sprechen für die Impfung, ausreichend Impfstoff für alle Altersgruppen ist da.“ Wenn gewünscht, könnte eine Impfung noch in dieser Woche stattfinden. (dpa/afp/ml) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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