1. Startseite
  2. Welt

Corona-Studie legt nahe: Diabetes könnte ein Long-Covid-Symptom sein

Erstellt:

Von: Anna Lorenz

Kommentare

Man würde meinen, eine Corona-Erkrankung sei beängstigend genug - eine neue Studie jedoch hat nun ein mögliches neues Long-Covid-Symptom entdeckt.

Berlin - Man muss kein Freund von Süßigkeiten sein, um die Schlussfolgerungen der folgenden, am 16. März 2022 erschienenen Studie alarmierend zu finden: Die Wissenschaftler Wolfgang Rathmann und Oliver Kuss von der Heinrich-Heine-Universität in Düsseldorf untersuchten zusammen mit Karel Kostev vom Marktforschungsinstitut IQVIA in Frankfurt a.M. die Frage, inwiefern eine Diabetes-Erkrankung ein Long-Covid-Symptom sein könnte. Nun wurde die Forschungsarbeit in der Zeitschrift Diabetologia publik gemacht.

Long-Covid nach Corona-Erkrankung: Neue Studie veröffentlicht mutmaßliches Phänomen

Im Rahmen der Untersuchungen wurden zwei Gruppen verglichen: Die erste Gruppe bestand aus 35.865 Personen mit einer nachgewiesenen Covid-19-Erkrankung. Die Vergleichsgruppe bildeten 35.865 Patienten mit akuten Atemwegserkrankungen, die jedoch nicht an Corona litten. Die zwei, in der Zusammensetzung sehr ähnlichen Gruppen wurden daraufhin untersucht, inwieweit in der Folge der Infektionen eine Neuerkrankung mit Diabetes Typ 2 festgestellt werden konnte. Und tatsächlich: Die Gruppe der Corona-Patienten, die insbesondere durch einen leichten Verlauf auffiel, erkrankte in höherer Zahl an Diabetes als die Vergleichsgruppe; über 28 Prozent mehr Diabetes-Neuerkrankungen wurden in der Gruppe der Covid-19-Erkrankten registriert (15.8 anstatt 12.3 per 1000).

Die Nahaufnahme zeigt verschiedene schokoladenüberzogene Pralinen auf der Internationalen Süßwarenmesse ISM in der KoelnMesse.
Diabetes verbinden die meisten mit dem Genuss von zu viel Süßwaren. Doch die Krankheit kann auch andere Ursachen haben. © Christoph Hardt/Future Image/imago

Diabetes nach Corona-Erkrankung: Das empfehlen die Forscher nach einer Covid-Infektion

Laut Zahlen des Bundesministeriums für Gesundheit Deutschland leben zirka 7,2 Prozent der Erwachsenen im Alter von 18 bis 79 Jahren hierzulande mit Diabetes mellitus. Nur etwa 5-10 Prozent der rund 6.000.000 Betroffenen sind an der Variante „Typ 1“ erkrankt, die bereits in jungen Jahren auftritt. Der sogenannte Altersdiabetes („Typ 2“), der neben genetischer Veranlagung meist auf mangelnde Bewegung und ungesunde Ernährungsgewohnheiten zurückgeführt wird, „kann auch noch mit 90 auftreten“, so Prof. Harald Klein von der Deutschen Diabetes Gesellschaft.

Tatsächlich jedoch „erkranken in den letzten Jahren auch zunehmend junge Erwachsene, sogar Jugendliche daran“, erläutert das Bundesministerium. Während für Diabetiker eine Corona-Infektion besonders riskant sein kann, ist auch die Aussicht, dass die Zahl der Zuckerkranken nun womöglich im Rahmen von Long-Covid steigen könnte, wenig erfreulich.

Die Nahaufnahme zeigt eine Hand, die einen positiven Corona-Schnelltest hält. Dahinter liegen diverse Ampullen und Nadeln.
Eine Corona-Infektion könnte in der Folge Diabetes auslösen. Die Studie deutscher Wissenschaftler legt die Zuckerkrankheit als bisher unbekanntes Long-Covid-Symptom nahe. © Felix Schlikis/imago

„Die Ergebnisse der vorliegenden Studie deuten darauf hin, dass ein Diabetes-Screening bei Personen, die sich von einer leichten Covid-19-Erkrankung erholt haben, empfohlen werden sollte“, so die Schlussfolgerung von Rathmann und seinen Kollegen. Tatsächlich kann ein unbehandelter Diabetes das Risiko von Herzinfarkten, Schlaganfällen und Durchblutungsstörungen erhöhen; eine Behandlung mit Insulinspritzen ist aber nur ultima ratio - oft reicht bereits eine Anpassung der Alltagsgewohnheiten aus oder zumindest Medikamente können helfen*. Weiterer Forschungsgegenstand bleibt, inwieweit die Diabetes-Erkrankung als Long-Covid-Symptom eventuell nur temporärer Natur ist. (askl) *Merkur.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare