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Brisante Corona-Studie aus Wuhan: Höheres Demenz-Risiko nach schwerem Covid-Verlauf

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Von: Max Partelly

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Die Spätfolgen von Corona sind vielfältig und zum Teil noch unbekannt. Eine Studie zeigt nun ein erhöhtes Risiko für Demenz bei Menschen, die einen schweren Verlauf hatten.

Wuhan - Was sind die Risiken einer Erkrankung mit dem Coronavirus? Eine klare Antwort auf diese Frage ist derzeit noch nicht vollumfänglich möglich. Regelmäßig gibt es aber neue Erkenntnisse über das, was das Virus im menschlichen Körper anrichten kann.

Eine Studie aus China zeigt nun einen möglichen Zusammenhang zwischen einem schweren Corona-Verlauf einem Einsetzen von Demenz im Jahr nach der Erkrankung. Diese Erkenntnisse könnten die dramatischen Folgen der Corona-Pandemie nochmals klarer umreißen.

Studie über Corona-Überlebende zeigt Zusammenhang zwischen schwerem Verlauf und Demenz

Die befragten Patienten waren alle im Frühjahr 2020 in einer von drei speziellen Kliniken in Wuhan wegen den schweren Verläufen ihrer Corona-Erkrankung in Behandlung. Im Jahr nach der Entlassung wurden sie telefonisch jeweils sechs Monate und zwölf Monate später einem Screening-Test unterzogen. 1438 Studienteilnehmer wurden so befragt und ihre kognitiven Fähigkeiten erfasst.

Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 69 Jahren - bei der zusätzlichen Kontrollgruppe, welche aus 438 Ehepartnern bestand, die nicht an Corona erkrankt waren, war das Durchschnittsalter 67 Jahre. Auch die Kontrollgruppe durchlief das Screening. Personen, die bereits vor ihrer Erkrankung kognitiv eingeschränkt waren oder an schweren Herz-, Leber-, Nieren- oder Tumorerkrankungen litten, wurden von der Studie ausgeschlossen.

Die Studie kommt zu der Erkenntnis, dass unter denjenigen, die einen besonders schweren Verlauf mit starken Störungen der Lungenfunktion hatten, im ersten Jahr nach der Entlassung kognitive Störungen auftraten. Zehn Prozent der Patienten erfüllten bereits nach sechs Monaten beim Screening die Kriterien einer Demenz. Nach zwölf Monaten waren es schon 15 Prozent. Ganze 26 Prozent zeigten bei beiden Screenings eine leichte kognitive Beeinträchtigung, aus welcher sich eine Demenz entwickeln kann.

Rund 21 Prozent der Patienten zeigten eine Verschlechterung ihres Zustands nach zwölf Monaten im Vergleich mit ihrem Zustand nach sechs Monaten. Knapp zehn Prozent derer, die eine schwere Erkrankung erlitten haben, zeigten trotz keiner Auffälligkeiten nach sechs Monaten beim Screening nach zwölf Monaten Hinweise auf eine kognitive Störung.

Studie legt Zusammenhang zwischen schwerem Covid-Verlauf und Demenz nahe

Die Forschenden schließen aus ihren Erkenntnissen, dass es einen Zusammenhang zwischen schweren Corona-Verläufen und kognitiven Störungen beziehungsweise Demenz gebe. Dabei wird darauf hingewiesen, dass offenbar eine Störung der Lungenfunktion während der Krankheit ein ausschlaggebender Faktor für das Risiko ist.

Das Fazit der Wissenschaftler besagt, dass das „Überleben von Covid-19 mit einem erhöhten Risiko eines kognitiven Langzeitverfalls verbunden“ ist. Diese Erkenntnis unterstreiche „die Bedeutung von Sofortmaßnahmen zur Bewältigung dieser Herausforderung“. Inwieweit sich die Ergebnisse der Studie auf die folgenden Varianten übertragen lassen können, ist nicht klar. Im Frühjahr 2020 waren weder Delta noch Omikron bekannt.

Zu den Folgen von Erkrankungen mit dem Coronavirus wird weiterhin mit Anstrengung geforscht. Zuletzt meldete eine britische Studie, dass eine Corona-Erkrankung sogar das Gehirn schrumpfen lassen kann.(mda) *Merkur.de und tz.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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