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Vierte Welle rollt über Deutschland: Mehr Corona-Tote als vor einem Jahr - das sind die Gründe

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Von: Maximilian Kettenbach, Franziska Konrad

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Corona-Intensivstation
Neben den Infektionen steigen auch die Todeszahlen wieder. Laut RKI liegt das auch an der zu niedrigen Impfquote. © Fabian Strauch/dpa/Illustration

Nicht nur die Corona-Infektionen steigen in Deutschland - auch die Todeszahlen sind trotz Impfungen höher als vor einem Jahr. Doch woran liegt das?

Berlin - Die Corona-Infektionen schießen in die Höhe - und die Intensivstationen füllen sich wieder: Deutschland steuert geradewegs auf eine heftige vierte Welle zu. Ein Teil der Bevölkerung ist inzwischen gegen das Virus geimpft. Trotzdem steigen seit August erneut die Zahlen der Corona-Toten. Rückblickend betrachtet, ist dieser Wert sogar größer als vor einem Jahr. (Stand, 5. November 2021 150 Todesfälle; Stand 5. November 2020 118 Todesfälle). Doch woran liegt das? Ein Überblick.

Corona in Deutschland: Infektionen und Todeszahlen steigen

Größter Knackpunkt der Ursache: Das Infektionsgeschehen ist insgesamt deutlich dynamischer - und die Fallzahlen wesentlich höher als im vergleichbaren Zeitraum vor einem Jahr, betont das RKI auf Nachfrage von Merkur.de. Weiterer logischer Punkt für die vielen Corona-Toten: Je höher die Fallzahlen, desto mehr Menschen erkranken schwer - und desto mehr Personen sterben.  

Das liegt laut RKI vor allem daran, weil immer noch ein erheblicher Anteil - mehr als 16 Millionen - der Über-12jährigen nicht geimpft ist. Darunter auch einige ältere Menschen. Stand Dienstag, 2. November, waren 70 Prozent der Bevölkerung in Deutschland mindestens einmal und 67 Prozent vollständig geimpft.

Auch in puncto Abstands- und Hygiene-Regeln sowie beim Maske tragen sind die Deutschen wohl nachlässig geworden. Diese Maßnahmen würden - genauso wie die 2-und 3G-Regel - nicht ausreichend umgesetzt. „Unter den Voraussetzungen war die jetzige Entwicklung erwartbar“, stellt das RKI klar.

Hohe Corona-Todeszahlen: Laschere Regeln als vor einem Jahr - Impfschutz lässt nach

Im Vergleich zum Vorjahr sind auch die Corona-Regeln deutlich lascher. Vergangenen Herbst waren etwa Diskotheken und Bars geschlossen, Beschränkungen bei privaten Treffen bestimmten den Alltag. Größtenteils ebenso verboten: Veranstaltungen in Innenräumen. All dies ist heute wieder möglich – und könnte zum Anstieg der Fallzahlen und somit auch der Todeszahlen beitragen.

Einen starken Zuwachs der Todesfälle gibt es derzeit bei Älteren. Aus dem aktuellen RKI-Wochenbericht geht hervor, dass die letzten beiden Wochen einen erneuten Anstieg auf derzeit 472 Todesfälle aufzeigen. Davon waren 82.198 (86 Prozent) der Personen 70 Jahre und älter.

Corona-Todeszahlen steigen: Vor allem ältere Menschen betroffen

Genau jene Personengruppe also, bei denen die Impfung am längsten zurückliegt. Eine Studie der Berliner Charité zeigt: Gerade bei Älteren lässt die Immunantwort nach einer Impfung schneller nach als bei jüngeren.

Fazit: Die gesamte Pandemie-Entwicklung der Todesfälle steht und fällt in erster Linie mit dem Infektionsgeschehen. Schnellste Lösungen, um die Zahlen rasch wieder sinken zu lassen? Laut RKI eindeutig das Impfen - und ein striktes Einhalten der Corona-Regeln.

Auch in ganz Europa klettern die Corona-Zahlen rapide nach oben. Der Kontinent steht wieder im Zentrum der Pandemie. Die WHO zeigt sich darüber sehr besorgt. Noch mehr Nachrichten aus aller Welt lesen Sie hier. (kof)

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