Intensivstation
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In Tschechien breitet sich das Coronavirus weiter aus (Symbolbild).

Trotz strenger Maßnahmen

Angespannte Corona-Lage in Tschechien: Land verzeichnet höchste Todeszahlen seit Beginn der Pandemie

Die Corona-Lage bleibt in Tschechien weiterhin angespannt, im März starben so viele Infizierte wie noch nie zuvor in dem Land. Politiker befürchten einen weiteren Anstieg über die Osterfeiertage.

Prag - Nicht nur Deutschland hat aktuell mit hohen Infektionszahlen zu kämpfen, auch Tschechien muss seit Wochen mit harten Maßnahmen die Dynamik der Pandemie in den Griff bekommen. Bereits im Februar mussten Mediziner zu einer außergewöhnlichem Maßnahme greifen, der März wurde dann vor allem durch einen neuen Corona-Rekord überschattet.

Corona in Tschechien: Land verzeichnet die meisten Todesfälle seit Beginn der Pandemie

Der zurückliegende März war in Tschechien der Monat mit den meisten Corona-Todesfällen seit Beginn der Pandemie. Wie am
Donnerstag (1. April) aus den Zahlen des Gesundheitsministeriums in Prag hervorging, starben 5779 Menschen, die zuvor positiv auf das Virus Sars-CoV-2 getestet worden waren. Das waren rund 800 mehr als auf dem Höhepunkt der zweiten Welle im November, dem bisher schlimmsten Monat mit Blick auf die Todeszahlen. Seit Pandemiebeginn gab es in Tschechien mit seinen rund 10,7 Millionen Einwohnern insgesamt 26.586 Todesfälle.

Ein besonders hohes Risiko sehen Politiker des Landes, ähnlich wie in Deutschland, in den anstehenden Osterfeiertagen. Aus diesem Grund rief Gesundheitsminister Jan Blatny die Bürgerinnen und Bürger auf, die Corona-Schutzmaßnahmen trotz des
warmen Wetters einzuhalten. „Wenn die Leute über Ostern die Ketten abschütteln, dann stehen wir vor einem großen Schlamassel“, sagte der 51-Jährige vor Abgeordneten in Prag.

Corona in Tschechien: Ausgangsbeschränkungen noch immer aktuell - Zahlen gehen nur leicht zurück

Die Menschen dürfen ihren Wohnbezirk weiterhin nur in Ausnahmefällen verlassen. Dies kritisierte der Oberbürgermeister der Hauptstadt Prag, Zdenek Hrib: „Mehr als eine Million Menschen auf so wenig Raum einzupferchen, ist unter epidemiologischen Gesichtspunkten wenig sinnvoll“, schrieb der studierte Mediziner bei Twitter.

Obwohl die aktuellen Infektionszahlen landesweit stetig zurückgehen, bleibt die Inzidenz und das Infektionsgeschehen auf einem weiter sehr hohen Niveau. Aktuell stecken sich noch immer mehr als 400 Menschen je 100.000 Einwohner neu an. Und auch in Polen verbreitet sich das Coronavirus immer schneller. Am 31. März wurden dort über 30.000 neue Fälle registriert. Im Vergleich: in Deutschland liegt die sogenannte Sieben-Tage-Inzidenz bei 134,2, mehr als 24.000 Fälle wurden am 1. April gemeldet.

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