Strandkörbe werfen am Abend lange Schatten auf den Strand an der Ostsee.
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Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) schließt Osterurlaub 2021 nicht aus.

„Ab Pfingsten deutlich entspannter“

Osterurlaub trotz Corona? Ein Ministerpräsident hält es für möglich - Kritik am nächsten Corona-Gipfel

  • Franziska Schwarz
    vonFranziska Schwarz
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Was das Thema Urlaub 2021 angeht, sprechen Politiker wiederholt von Schnelltests und der Corona-Impfung - aber eben auch über Mutationen und Hersteller.

  • Nach dem neuen 5-Stufen-Lockerungsplan äußern sich Politiker zum Thema Corona und Reisen.
  • Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) nimmt dabei die Zeit ab Pfingsten ins Visier.
  • Niedersachsen-MP Stephan Weil (SPD) findet dabei, der nächste Corona-Gipfel finde „sehr spät“ statt.

Berlin - Osterurlaub trotz Corona? Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD*) schreibt diese Möglichkeit offenbar zumindest nicht ab - hält aber Aussagen darüber aktuell für verfrüht. „Ich kann Ihnen darauf noch keine verlässliche Antwort geben“, sagte er der Rheinischen Post vom Samstag. Also keine klare Zusage, ob Reisen dann wieder möglich sein werden.

Weil ließ in dem Zusammenhang auch Kritik am Termin (22. März) der nächsten Bund-Länder-Beratungen mit Kanzlerin Angela Merkel* (CDU) anklingen. „Das ist aus meiner Sicht sehr spät, weil die Menschen vorher Pläne machen müssen“, sagte Weil. Er fügte hinzu, er setze darauf, dass man bis dahin „deutlich mehr“ darüber wisse, was man durch neue Testkonzepte zusätzlich möglich machen könne - sie könnten „gegebenenfalls“ eine Grundlage dafür bieten, Ferienwohnungen und vielleicht sogar teilweise Hotels zu öffnen.

Corona in Deutschland: Stephan Weil (SPD) setzt bei Menschen auf Vorsicht

Gleichzeitig schloss Weil einen erneuten Lockdown an Ostern nicht aus. „Wenn jetzt alle die neuen Möglichkeiten exzessiv ausreizen, werden die Infektionszahlen steigen und Einschränkungen notwendig sein“, sagte er. Aber die meisten Bürger seien nicht naiv und aus guten Gründen vorsichtig. „Darauf setzen wir.“

Kanzleramtschef Helge Braun (CDU*) hingegen macht an diesem Samstag wenig Hoffnungen: „Ich bin sehr skeptisch, was Reisen an Ostern angeht“, sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Reisen im Sommer 2021 trotz Corona: Kanzleramtschef hofft auf Pfingsten

Auch für den Sommerurlaub sei es „ein bisschen kühn, darüber schon zu spekulieren“ - Braun betonte aber: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir uns im Sommer - wie im vergangenen Jahr - draußen ziemlich normal bewegen können.“ Das Thema Reisen sei komplizierter, weil sich das Virus durch die Mobilität der Menschen verbreite. „Aber ich gehe davon aus, dass wir ab Pfingsten über Reisen und Freizeit deutlich entspannter reden können“, sagte der Kanzleramtschef.

Er fügte hinzu: „Ich setze aber darauf, dass wir bis zum 22. März deutlich mehr darüber wissen, was wir durch neue Testkonzepte zusätzlich möglich machen können. Solche Konzepte können dann gegebenenfalls auch eine Grundlage dafür bieten, Ferienwohnungen und vielleicht sogar teilweise Hotels zu öffnen.“

Kanzleramtschef für mehr Freiheiten für Corona-Geimpfte - „Wir brauchen aber weitere Studien“

Wieder war die Corona-Impfung* Thema. „Wenn wir jedem in Deutschland ein Impfangebot gemacht haben, dann können wir zur Normalität in allen Bereichen zurückkehren“, betonte Braun. Damit das bis zum Sommer geschehen könne, müssten zwei Voraussetzungen erfüllt seien: „Die Impfstoffhersteller halten ihre Lieferversprechen ein und es taucht keine Mutante auf, die den ganzen Impferfolg infrage stellt.“

Als Zwischenstadium zur Normalität könne er sich vorstellen, dass „Geimpfte, Genesene und aktuell Getestete“ ihre Freiheitsrechte schon früher nutzen können, fügte Braun hinzu. Voraussetzung sei, dass sie niemanden gefährdeten. „Dafür gibt es Anzeichen. Wir brauchen aber weitere Studien“, sagte er.

Nach den Worten von Braun werden die Impfstofflieferungen „ab Mai deutlich ansteigen“. Ende Juni, Anfang Juli werde man das Zehnfache pro Tag zu verimpfen haben. Alle Hausärzte, Betriebsärzte und Impfzentren würden im Vollbetrieb arbeiten. „Dann sind wir mit der gesamten impfbereiten Bevölkerung zügig durch.“

Braun zu Corona-Schnelltest-Beschaffung: „Das ist die Aufgabe der Länder selbst“

Beim Thema Corona-Tests* nahm Braun die Länder in die Pflicht. „Es war nie verabredet, dass der Bund für die Länder Schnelltests bestellt. Das ist die Aufgabe der Länder selbst“, sagte er. „Der Bund bezahlt, aber er schafft nicht die Infrastruktur - und er schafft die Tests auch nicht an. Man kann sie am Markt jetzt kaufen.“

Auch die Testzentren müssten vor Ort entstehen. An die Bevölkerung richtete der Kanzleramtschef den Appell, Testmöglichkeiten „sehr intensiv“ wahrzunehmen. (dpa/AFP/frs) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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