Mallorca
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Touristen genießen die Sonne am Strand von Arenal. (Symbolbild)

Sorge um Großbritannien

Mitten in der Urlaubssaison: Mehrere europäische Länder verschärfen Corona-Maßnahmen - Wegen Delta-Variante

  • Kathrin Reikowski
    VonKathrin Reikowski
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In die Hauptreisesaison platzt die Delta-Variante: Mehrere europäische Länder verschärfen wegen steigender Infektionszahlen wieder die Maßnahmen. Betroffen sind vor allem Clubs.

München - Zehntausende Menschen besuchen am Sonntag gemeinsam das EM-Finale in London. Sorgen bereitet dieses Großereignis schon länger, stattfinden darf es. Anders sieht das inzwischen in vielen europäischen Ländern aus. Wegen der Delta-Variante verschärfen mehrere Länder ihre Schutzmaßnahmen wieder und nehmen Lockerungen zurück.

Das größte Sorgenkind der Experten bleibt Großbritannien. Trotz rasch ansteigender Infektionszahlen und einer starken Ausbreitung der Delta-Variante wurden hier die Maßnahmen weitestgehend zurückgenommen. Und nicht nur im Stadion soll Fußball geschaut werden - die ganze Insel wird im Falle eines Sieges mitfeiern. Und eine Studie hat (unter dem Vorbehalt der Vorläufigkeit) nachgewiesen, dass sich in Großbritannien aktuell erstmals mehr Männer als Frauen infiziert haben - weil sie häufiger gemeinsam Fußball schauen?

Europa schützt sich gegen Delta: Corona-Maßnahmen in Niederlanden und Katalonien verschärft

Diskotheken und Nachtclubs in Niederlanden machen wieder dicht, in Restaurants darf man sich nur noch bis Mitternacht aufhalten. Bis 13. August sollen die Maßnahmen mindestens gelten, so Regierungschef Mark Rutte. Infolge der Delta-Variante war die Zahl der Neuinfektionen innerhalb von sieben Tagen um das Siebenfache gestiegen. In Frankreich dagegen durften die Clubs zum ersten Mal seit März 2020 wieder öffnen - allerdings unter Auflagen.

Clubs zu auch in Spanien: In der Region Katalonien werden Nachtclubs wieder geschlossen. Feiern geht noch - im Freien dürfen noch bis zu 500 Menschen eine Feier besuchen, allerdings nur, wenn sie einen negativen Test vorweisen können oder vollständig geimpft sind. Katalonien ist zwar ein Hotspot, doch in ganz Spanien steigen die Fallzahlen wieder an. Ab Sonntag gilt das ganze Land für Reisende aus Deutschland wieder als Corona-Risikogebiet.

Corona-Maßnahmen in Europa: Lettland setzt auf Impfungen - Debatte um die Impfquote

Schon seit 8. Juli hat Griechenland das Nachtleben stark eingeschränkt:

In Lettland müssen bis August alle Berufssoldaten geimpft sein, so hatte Militärchef Leonids Kalnins am Freitagabend im staatlichen Fernsehen verkündet - und andernfalls gar mit Entlassung gedroht. Mit von der EU bestellten Impfstoffen könnten europaweit inzwischen 70 Prozent der Erwachsenen geimpft werden.

Allerdings könnte man selbst mit europaweit 70 Prozent Geimpften die Corona-Pandemie wohl nicht mehr eindämmen. Der wissenschaftliche Beirat der französischen Regierung erklärte am Freitagabend, er halte sogar eine Impfquote von bis zu 95 Prozent für notwendig. Das Robert-Koch-Institut (RKI) in Deutschland hatte seinerseits erklärt, dass 85 Prozent der Zwölf- bis 59-Jährigen und sogar 90 Prozent der Menschen ab 60 Jahren geimpft sein sollten. (dpa/kat)

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