Die Motorräder auf der „Sturgis Motorcycle Rallye“.
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Viele Motorräder auf engem Raum - Trotz Corona-Pandemie tummelten sich extrem viele Menschen auf der „Sturgis Motorcycle Rallye“.

Verheerende Folgen

Corona: Problematisches Fallbeispiel aus den USA zeigt womöglich das Hauptproblem der Pandemie

  • Mara Rehfisch
    vonMara Rehfisch
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Weder Masken, noch vorkehrende Maßnahmen. Ein alarmierendes Beispiel aus den USA beweist, was ein einziges Großereignis für gravierende Folgen in der Coronavirus-Pandemie haben kann.

  • Coronavirus in den USA: Superspreading-Event verursachte erschreckenden Anstieg der Infektionszahlen.
  • Keine Anzeichen von Corona-Auflagen: Gouverneurin Kristi Noem setzt in der Krise auf die individuelle Verantwortung der Bürger.
  • Gesundheitsökonomen berechneten den Prozentsatz der Covid-19-Ansteckungen.

Sturgi - Die „Sturgis Motorcycle Rallye“, die jährlich von einer halben Million Besuchern gefeiert wird, entwickelte sich in diesem Jahr zu einem Superspreading-Event. Eine Studie zu dem besagten Biker-Treffen soll jetzt beweisen, welch dramatischen Kreise das Coronavirus zieht, wenn viele Menschen tagelang auf engem Raum gemeinsam unterwegs sind.

Coronavirus: Superspreading-Event „Sturgis Motorcycle Rallye“ verfügte über keinerlei Auflagen

Zehn Tage lang zelebrieren jährlich Millionen von Teilnehmern die „Sturgis Motorcycle Rallye“, eines der weltweit größten Motorradveranstaltungen. Unter den Bikern zählt dieses Event seit 1938 zu den absoluten Klassikern. Aus der ganzen USA strömen die Leute mit ihren Harleys und anderen schwere Maschinen in die Kleinstadt Sturgis, South Dakota. Trotz Coronavirus ließen sich auch in diesem Jahr wieder über 460.000 Motorradfans nicht das Vergnügen an Live-Konzerten, Motorradrennen und Bike-Shows nehmen.

Damit mögliche Menschenmassen vermieden werden konnten, wurden vom Stadtrat im Vorfeld ein paar Corona-Maßnahmen vorgenommen. Man ließ beispielsweise die große Eröffnungsfeier am 7. August ausfallen und strich einige Unterhaltungsmöglichkeiten entlang der Straße. Zudem gab es Richtlinien, an die sich Händler zum Schutz ihrer Mitarbeiter halten mussten. Auch Stationen mit Handdesinfektion waren für alle Teilnehmer zugänglich. Doch von den angeordneten Corona-Schutzmaßnahmen der Regierung wie etwa das Tragen einer Maske oder die Einhaltung der sozialen Distanz war während des Events nicht sonderlich oft zu verzeichnen. Mit fatalen Folgen, wie eine Studie jetzt zeigte.

Corona in den USA: Viele Maskenverweigerer auf großer Veranstaltung - Weitreichende Folgen

Welche gravierenden Folgen dieses Verhalten haben kann, fand jetzt eine Gruppe von Gesundheitsökonomen und Akademikern des Institute of Labor Economics, einer unabhängigen Wirtschaftsforschungsgruppe, heraus. Demnach soll das Festival mit weit mehr als 250.000 der 1,4 Millionen Covid-19-Fällen in Verbindung stehen, die zwischen dem 2. August und dem 2. September in den USA gemeldet wurden. Das wären laut Berechnungen „etwa 19 Prozent der nationalen Fälle in diesem Zeitraum“, hieß es laut den Ökonomen. Außerdem soll Veranstaltung sogar einen horrenden Geld-Schaden verursacht haben: „Damit hätte man, jedem der geschätzten 462.182 Teilnehmer der Kundgebung 26.553,64 Dollar dafür bezahlen können, dass er nicht teilnimmt“, hieß es laut stern.de.

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