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Corona-Lage in den USA weiter angespannt: Berichte über volle Krematorien in Florida – Inzidenz über 700

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Kühltransporter stehen auf einem Parkplatz, während im Hintergrund die Freiheitsstatue zu erkennen ist.
Die Kühllaster für Covid-Leichen in New York wurden 2020 zum Sinnbild der Überlastung der Krankenhäuser in den USA. Nun sind die Krematorien in Florida voll. (Archivbild) © William Volcov/dpa

In den USA steigen derzeit die Corona-Zahlen in die Höhe. Im Bundesstaat Florida liegt die Inzidenz inzwischen über 700. Krematorien sind teilweise überfordert.

Tampa - Die steigenden Corona-Zahlen bereiten den Behörden in den USA weiter Sorgen. Am Mittwoch (25. August) meldete die Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) landesweit mehr als 150.000 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus. Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt den Zahlen der Behörde zufolge bei knapp 300. Wie die CDC-Chefin Rochelle Walensky am Dienstag (24. August) mitteilte, sei auch die Zahl der Todesfälle deutlich angestiegen – im Vergleich zur Vorwoche um 23 Prozent.

Corona in den USA: Inzidenz in Florida über 700 – Krematorien überfordert

Laut Experten ist die Ausbreitung der Delta-Variante hauptverantwortlich für den Anstieg der Zahlen. Ein US-Bundesstaat, der besonders betroffen ist, ist Florida. Laut CDC liegt die Sieben-Tage-Inzidenz dort aktuell bei 704,1. Erst in der vergangenen Woche wurde in Florida demnach auch ein neuer Rekordwert verzeichnet. Die Gesundheitsbehörde meldete binnen sieben Tagen 1486 Corona-Todesfälle – der höchste Wert seit Beginn der Pandemie.

Die aktuelle Entwicklung bringt auch eine hohe Belastung für die Krematorien in der Region mit sich. Der Epidemiologe Eric Feigl-Ding erklärte via Twitter, die Krematorien in Florida seien „mit den Verstorbenen so überfordert, dass Leichen ‚bis zur Decke gestapelt‘ werden.“

Krematorien in Florida: „Wir sind so ausgelastet, wie noch nie zuvor“

Er bezog sich dabei auf einen Bericht des lokalen Nachrichtensenders WFLA News, in dem die Betreiberin des West Side Crematory in Winter Garden ihre derzeitige Lage schilderte. „Wir sind so ausgelastet, wie noch nie zuvor“, erklärte die Frau in dem TV-Bericht. „Wir sind an einem Punkt, an dem wir hoffen, dass der Staat einschreitet und uns bei der Kühlung unterstützt“, führte sie weiter aus. In New York lagen im Mai 2021 immer noch Hunderte Covid-Leichen in Kühllastern. Sie wurden in den USA zum Sinnbild der Überlastung der Krankenhäuser nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie im Jahr 2020.

Unterstützung vom Staat forderte auch der Epidemiologe Feigl-Ding. „Florida muss seine Nationalgarde entsenden, um Krankenhäuser, Leichenhallen und Krematorien bei der Bewältigung der Überlastung zu unterstützen“, schrieb er auf Twitter. „Leichen sollten nicht bis zur Decke gestapelt werden“, stellte der Wissenschaftler klar. Als Beispiel nannte er Texas, wo im vergangenen Jahr sogar Häftlinge eingesetzt wurden, um bei der Verlegung von Leichen aus überfüllten Leichenhallen in Kühllaster zu helfen. (ph)

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