„Kein einzelner Ausbruch“

Neue Corona-Variante B.1.526 in New York entdeckt: Experten in Sorge - sie scheint gefürchteter Mix zu sein

  • Patrick Huljina
    vonPatrick Huljina
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Forscher zweier Universitäten in den USA haben in New York eine neue Variante des Coronavirus entdeckt. Sie weist Ähnlichkeiten zu bereits bekannten Mutationen auf.

New York City - Zu Beginn der Corona-Pandemie im Frühjahr des vergangenen Jahres war New York City ein absoluter Hotspot. Krankenhäuser und Krematorien waren zeitweise überlastet, Leichen wurden in Kühllastern und -zelten gelagert. Nun kommen aus der US-Metropole erneut Neuigkeiten, die laut Wissenschaftlern Anlass zur Sorge geben. Forscher entdeckten eine neue Virus-Variante, die sich rasch in New York verbreitet und Ähnlichkeiten zur südafrikanischen Corona-Mutation B1.351 aufweist.

Die Virus-Variante B.1.526 sei laut zwei Studien von Wissenschaftlern des California Institute of Technology (Caltech) und der Columbia University erstmals in Proben aufgetreten, die im November vergangenen Jahres in New York entnommen wurden. Mitte Februar soll die neue Variante bereits in etwa jeder vierten, der von Caltech-Forschern sequenzierten Proben, vorgekommen sein, berichtete die New York Times.

Virus-Variante B.1.526 in New York entdeckt - Forscher besorgt über Impfstoff-Wirkung

In der Caltech-Studie wurden demnach mehrere hunderttausend Sequenzierungen durchgeführt. In Proben aus der Region New York wurde dabei vermehrt die neue Corona-Variante B.1.526 entdeckt, die zwei Mutationen aufwies. Die Forscher endeckten zum einen die Mutation S477N. Diese sei in der Lage, die Bindung des Coronavirus an menschliche Zellen zu beeinflussen - heißt: das Virus ist schneller übertragbar.

Darüber hinaus konnten die Forscher eine Genveränderung im Spike-Protein mit der Bezeichnung E484K feststellen, ähnlich wie bei den Virus-Varianten, die aus Südafrika und Brasilien bekannt sind. Diese Mutation bereitet Wissenschaftlern größere Sorgen, da es Hinweise darauf gibt, dass das Coronavirus durch diese Mutation sowohl gegen die natürlichen Abwehrkräfte des Körpers als auch gegen Impfstoffe besser gewappnet sein könnte.

Corona-Variante B.1.526: Verteilung in mehreren Gebieten der Stadt - „Kein einzelner Ausbruch“

In der Studie der Forscher von der Columbia University wurden 1142 Proben von Covid-Patienten aus dem eigenen Uniklinikum untersucht. Zwölf Prozent der Corona-Infizierten trugen dabei die Virus-Variante mit der E484K-Mutation in sich. Die aufgetretenen Fälle der Virus-Variante verteilen sich über mehrere Stadtgebiete, wie Dr. David Ho, einer der Autoren der Studie, gegenüber New York Times berichtete.

„Wir sehen Fälle in Westchester, Bronx, Queens, Lower Manhattan und Brooklyn“, so der Forscher der Columbia University. „Es scheint also weit verbreitet zu sein. Es ist kein einzelner Ausbruch“, erklärte Ho weiter. Der Immunologe kündigte an, dass seine Kollegen und er planen, künftig rund 100 Proben täglich zu sequenzieren, um die Ausbreitung der Virus-Variante B.1.526 zu überwachen.

Der Times Square in New York City war im vergangenen Frühjahr aufgrund der Corona-Pandemie teilweise nahezu menschenleer. (Archivbild)

Corona-Variante B.1.526: „Keine besonders erfreulichen Neuigkeiten“

Im Bericht der New York Times zeigten sich weitere, an den Studien unbeteiligte Wissenschaftler ebenfalls besorgt über die Entdeckung der neuen Virus-Variante B.1.526. „Es sind keine besonders erfreulichen Neuigkeiten“, sagte beispielsweise Michel Nussenzweig, Immunologe an der Rockefeller University. „Aber alleine darüber Bescheid zu wissen ist gut, denn dann können wir vielleicht etwas dagegen unternehmen.“

Kristian Andersen, Virologe am Scripps Research Institute in San Diego, erklärte: „Angesichts der Beteiligung von E484K oder S477N in Verbindung mit der Tatsache, dass die Region New York eine hohe Immunität aus der Welle im Frühjahr aufweist, ist diese Variante definitiv weiter zu beobachten.“ In Kalifornien breitet sich ebenfalls eine neue Corona-Mutation, die Variante B.1.427/B.1.429, aus. Experten bezeichneten sie ebenfalls als „sehr besorgniserregend“. (ph)

Rubriklistenbild: © Michael Nagle

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