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Foto von Professor mit Maske geht viral - dann eröffnet er Corona-Debatte im Netz

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Von: Julia Volkenand

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Jon Levy stellte sich auf Twitter seinen Kritikern.
Jon Levy stellte sich auf Twitter seinen Kritikern. © IMAGO/Lobeca/Screenshot (Collage)

Weil er in seinem Büro eine KN95-Maske trug, ging ein Professor aus den USA im Netz viral. Doch für seine Kritiker hat er eine Antwort parat.

Boston - Damit hätte Jon Levy sicher nicht gerechnet. Ein Foto des Professors und Vorsitzenden der Fakultät für Umweltgesundheit an der Universität von Boston ging jüngst viral. Eigentlich ist auf dem Foto, das ein Kritiker des Dozenten auf Twitter teilte, auf den ersten Blick gar nichts Spektakuläres zu sehen.

Es ist ein Schnappschuss von ihm selbst, brustaufwärts, eine KN95-Maske im Gesicht. Der Anblick der Maske ist längst zum Alltag geworden, was also macht dieses Bild so besonders? Es ist wohl die Tatsache, dass Levy die Maske trägt, obwohl er mutterseelenallein in seinem Büro sitzt, also eigentlich gar nicht Gefahr läuft, jemanden mit Corona anzustecken.

Corona-Maske: Professor eröffnet Debatte im Netz, nachdem Foto viral geht

Sofort hagelte es Kritik von Nutzern, die sich von dem Anblick auf den Schlipps getreten fühlten. Kritik, die Levy nicht ganz verstehen kann. Er reagierte gelassen und antwortete mit einem Post: „Bin ich verrückt? Will ich moralische Überlegenheit ausdrücken? Oder gibt es einen rationalen Grund, in einem privaten Büro Maske zu tragen? Lasst uns diskutieren.“

An seiner Universität sei das Tragen von Masken nicht vorgeschrieben, erläutert er. Er sei also nicht dazu gezwungen worden. Im Radioformat All Things Considered von NPR erklärt Levy genau, warum er trotzdem zur KN95 griff. „Ich bin zwar auf dem Bild in einer Videokonferenz, aber eben auch in einem physischen Raum, nämlich meinem Büro.“ Und eben dieses Büro teile Luft mit anderen Büros und dem Badezimmer gegenüber. „Es ist wichtig, sich in Erinnerung zu rufen, dass Covid über die Luft übertragbar ist und lange Zeit in der Luft verweilen kann.“

Er selbst habe eine Partnerin, die Corona-Patienten pflege und Kinder, die die Schule besuchen, sei also eine potentielle Gefahrenquelle für seine Kollegen. Außerdem könne er selbst sich ja auch bei Kollegen und Studenten anstecken.

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Kritiker haben die Maske während des Zoom-Calls, bei dem er über öffentliche Gesundheitsrisiken sprach, wohl als „Panikmache“ und Überlegenheitssignal gewertet. Levy äußerte im Interview die Vermutung, man wolle ihm hysterischen Umgang mit Corona unterstellen. Als Antwort habe er eben die Twitterdebatte angestoßen. Er habe gewollt, dass die Menschen verstehen, „dass Corona durch die Luft übertragbar ist“. Außerdem habe er darauf hinweisen wollen, dass eine gute Maske günstig und bequem sein könne. „Außerdem gibt es nicht viele negative Aspekte, die gegen das richtige Tragen einer guten Maske in so einer Situation sprechen“, betonte er.

In einer idealen Welt, würde man über Masken und ähnliches, „als Werkzeuge nachdenken, die man in manchen Situationen benutzt und in anderen nicht“, schloss er ab. Wenn das Ansteckungsrisiko hoch sei, ziehe man sie eben auf, wenn das Risiko geringer werde, könne man sie absetzen. (jv)

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