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Star-Virologe über Corona-Hamsterkäufe: „Kompletter Unsinn“ - Er hat einen speziellen Kneipentipp

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Von: Florian Schimak

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Star-Virologe Christian Drosten spricht im NDR-Podcast über die Corona-Krise und nennt dabei die Hamsterkäufe „Unsinn“. Zudem hat er einen speziellen Bier-Tipp.

München - In Deutschland könnten die Uhren bald stillstehen. Die Infektionszahlen des neuartigen Coronavirus* führen zu weitreichenden Maßnahmen von der Bundesregierung. Im ganzen Land sind Ansätze von Panik zu spüren, die Regale in den Supermärkten werden leergekauft. Die Deutschen sind mehr als beunruhigt. 

Schulen und Kitas bleiben ab Montag (16.) geschlossen. Die Bundeskanzlerin rief die Bevölkerung dazu auf, zu Hause zu bleiben, um die Infektionskette zu unterbrechen und die Ansteckungen zu verlangsamen, damit sich das Gesundheitssystem darauf einstellen kann.

Im NDR-Podcast hat sich nun der bekannte Virologe Christian Drosten von der Berliner Charité zur Corona-Krise in Deutschland geäußert. Dabei verteidigt er das vermeintlich zögernde Handeln der Politik. „Es ist eben nicht so einfach, und man kann als Wissenschaftler nicht so einfach sagen: Ich empfehle Folgendes“, so Drosten: „Auch wenn das die Erwartung ist.“

Er warnt dabei vor voreiligen Entscheidungen in Zukunft und ruft zur Besonnenheit auf: „Es braucht jetzt ein bisschen mehr Nachdenken, ein paar Tage Ruhe und die Möglichkeit, ohne Druck Entscheidungen zu treffen. Diese Zeit haben wir auch“, versichert Drosten. 

Coronavirus: Star-Virologe nennt Hamsterkäufe „Unsinn“ und rät zu Flaschenbier

Ein ständiger Blick nach Italien oder Spanien würde dem Land aktuell auch nicht weiterbringen: „Wir müssen auch aufhören, ins Ausland zu schauen, sondern mehr nach Deutschland“, so Drosten: „Wie kann das in Deutschland gehändelt werden?“

Star-Virologe Christian Drosten spricht im NDR-Podcast über die Corona-Krise und nennt dabei die Hamsterkäufe „Unsinn“.
Star-Virologe Christian Drosten spricht im NDR-Podcast über die Corona-Krise und nennt dabei die Hamsterkäufe „Unsinn“. © AFP / THOMAS KIENZLE

Dabei ruft der Virologe dazu auf, dass die Deutschen ihr Alltagsverhalten in der Krisenzeit überdenken sollten: „Fangen wir mal bei den ganz einfachen Dingen an“, beginnt Drosten: „Man muss sich überlegen, ob man sich mit Freunden am Wochenende unbedingt in einer Kneipe trifft oder ob man das lieber zu Hause stattfinden lässt. Ich würde nicht sagen, trefft euch nicht mit Freunden.“ Denn die Wahrscheinlichkeit, dass „irgendjemand im Freundeskreis infiziert“ sei, hält Drosten für „immer noch sehr, sehr gering“. 

Das Problem am Kneipenbesuch sei, dass man dort mit mehreren Menschen auf engem Raum in  Kontakt stehe. Und auch beim Bier hat Drosten einen Tipp: „Die Biergläser werden, das wissen wir ja, in diesen Kneipen zwar mal durchs Wasser gezogen, aber wie viel Spülmittel da noch drin ist, das möchte man nicht so genau hinterfragen. Über diesen Weg wird mit Sicherheit auch dieses Virus übertragen“, erklärt Drosten weiter: „Und deswegen kein gezapftes Bier. Mal was ganz Praktisches für den wirklichen Wochenendalltag.“

Coronavirus: Top-Virologe Drosten verurteilt Hamsterkäufe - „Kompletter Unsinn“

Auch zum Thema Hamsterkäufe hat der bekannte Virologe eine ganz klare Meinung: „Natürlich kann man noch einkaufen gehen in den Supermarkt“, so Drosten: „Und natürlich ist es der komplette Unsinn, sich jetzt mit irgendetwas einzudecken, was möglichst nicht verderblich ist.“

Derweil stellen sich die Supermarktketten immer besser auf das Virus ein. Aldi will jetzt kein Bargeld mehr. Die wütende Reaktion eines Kunden konnte der Discounter bereits entschärfen.

Es gäbe „überhaupt keinen Grund, dran zu denken, diese Hamsterkäufe zu machen“, diese seien „kompletter Unsinn“, erklärt Drosten deutlich. Sein Kollege Alexander Kekulé ist am Sonntagabend bei Anne Will zu Gast. Ob er ähnliche Worte wählen wird? 

Drosten oder Streeck? Die Corona-Virologen haben eigene Fanclubs. Ein witziges Twitter-Battle um die Wissenschaftler ging viral, wie tz.de* berichtete. 

Lesen Sie auch auf tz.de: Wegen Coronavirus - Beliebte Tagesschau-Sprecherin nicht mehr im TV zu sehen

smk

*Merkur.de und tz.de sind Teile des bundesweiten Ippen-Digital-Netzwerks 

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