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Virologe nennt Priorität für neuen Ampel-Expertenrat - Wie schlimm ist die Corona-Lage?

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Klaus Stöhr (Epidemiologe)zu Gast bei Markus Lanz im ZDF (Symbolbild)
Der Epidemiologe Klaus Stöhr ist ehemaliger Pandemiebeauftragter der WHO. Er kritisiert die Inzidenz als adäquaten Parameter. © teutopress GmbH/Imago

Wie misst man wirklich, wie schlimm das Coronavirus gerade wütet? Wie viel sagt die Inzidenz aus? Ein Virologe fordert neue Parameter vom Expertenrat.

München - Woher weiß man, wie schlimm die Corona-Lage gerade ist? Für viele dürfte die Antwort auf der Hand liegen: an den Zahlen der Infizierten. Doch was, wenn dieser Ansatz wissenschaftlich gesehen gar nicht der richtige ist?

Der Epidemiologe und Virologe Klaus Stöhr, ehemaliger Pandemiebeauftragter der WHO, regt eine Diskussion über einen angemesseneren Parameter an, um die Coronavirus-Pandemie einzuschätzen. Auf Twitter schreibt er, dass er dies als Priorität für den neuen Expertenrat der Ampel-Regierung sieht: Er fordert die „Identifikation von epidemiologischen Parametern, die die Pandemiesituation und Risikolage adäquat widerspiegeln, die die sich ändernde Situation (Impfdecke) berücksichtigen und eine belastbare Entscheidungsgrundlage für die Bekämpfung liefern“.

„Bei doppelt so vielen positiven Fällen hat sich Todesfallrate halbiert und Anzahl Todesfälle nicht erhöht“

Weiter schreibt Stöhr: „Wenn man öffentlich-rechtliche und private Medien verfolgt, bleibt die Meldeinzidenz offensichtlich weiterhin Maß der Risikoeinschätzung für SARSCoV2 in Deutschland. Aber bei doppelt so vielen positiven Fällen hat sich Todesfallrate halbiert und Anzahl Todesfälle nicht erhöht. Wann gibt es adäquate Parameter?“

Inzidenz in Deutschland steigt leicht auf 222,7 - doch wie viel sagt sie aus?

In Deutschland sind seit Beginn der Pandemie mehr als sieben Millionen Corona-Infektionen gemeldet worden. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab die Gesamtzahl am Montagmorgen (27. Dezember, Stand 03.25 Uhr) mit 7.005.289 an. Die tatsächliche Zahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht nachgewiesen und damit auch nicht erfasst werden.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz stieg im Vergleich zum Vortag leicht auf 222,7 (Vortag: 220,7). Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 6.156.500 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 110.433. (cg mit dpa)

Corona wird zwei. Wie lange begleitet uns das Virus noch? Wie schnell kommt die Endemie - oder werden Impfen und neue Wellen zur Dauerschleife? So sehen es die Fachleute.

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