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Virologen unter sich: Stöhr und Drosten liefern sich Corona-Diskussion via Twitter

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Von: Ines Baur

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Corona und kein Ende. Virologe Christian Drosten kritisiert den Epidemiologen Klaus Stöhr wegen eines Posts auf Twitter. Der antwortet.

Update, vom 12. Juli 2022: Das Coronavirus sorgt auch mehr als zwei Jahre nach Beginn der Pandemie weiter für Schlagzeilen. Nicht immer stimmen Experten bei der Einschätzung der aktuellen Lage überein. So hatten unter anderem die beiden Virologen Christian Drosten und Klaus Stöhr eine unterschiedliche Meinung (siehe Ursprungsmeldung unten). Nachdem Virologe Drosten zunächst auf einen Stöhr-Tweet reagiert hatte, äußerte sich auch Virologe Klaus Stöhr noch einmal zu Wort.

In einem weiteren Tweet erklärte Stöhr auf Twitter: „Ja, der R-Wert von OWD ist um ca. 0.2 höher, als der in der @NZZ erwähnte. Aber vielleicht hat man dort die Daten des RKI verwendet? Fände ich aus deutscher Sicht nachvollziehbar. Der Rest des Artikels gefällt mir weitestgehend auch gut“.

Virologen-Eklat: Drosten kontert Stöhrs Corona-Tweet mit Bild

Ursprungsmeldung vom 28. Juni 2022: Berlin - Das Corona-Virus interessiert sich weder für Ferien noch Urlaub und legt auch im dritten Sommer keine Pause ein. Die Infektionszahlen sind auf hohem Niveau und Urlaubsländer wie Italien, Griechenland und Co. bringen 3G zurück. Dazu kommt die Sorge vor einer weiteren Welle im Herbst. Bereits im Frühjahr hat Virologe Christian Drosten den Sachverständigenrat verlassen. Sein Nachfolger ist der Epidemiologe Klaus Stöhr, dessen Expertisen sich in den letzten Jahren von denen seines Vorgängers unterschieden.

Corona in Deutschland: Wie hoch ist der R-Wert?

Dass die beiden Experten nach wie vor eine recht unterschiedliche Meinungen haben, zeigte sich zuletzt bei einem Eklat auf der Plattform Twitter. Stöhr setzte einen Tweet ab, der sich auf einen Kommentar der Neuen Zürcher Zeitung bezog. „Bürger, gehorche!“ In Deutschland drohe der nächste harte Winter, doch die Unfreiheit dürfe nicht zurückkehren, so der Autor.

Drosten reagierte zwei Tage später auf den Tweet und zitiert einen Auszug aus dem Artikel: „....der ehemals berühmte R-Wert verharrt auf niedrigem Niveau. Er gibt an, wie viele Menschen eine infizierte Person durchschnittlich ansteckt, und liegt bei etwa 1.“ Drosten veröffentlicht eine Grafik zur Entwicklung des Reproduktionswerts in Deutschland und kommentiert „Auszug aus der Wirklichkeit: R>1 seit 2. Juni, drei Wochen vor dem Artikel.“

Der R-Wert gibt an, wie viele andere Menschen eine bereits infizierte Person durchschnittlich mit dem Corona-Virus ansteckt. Liegt der Wert über eins, nimmt die Zahl der Infizierten insgesamt zu. Liegt er darunter, gehen Infektionen zurück.

Stöhr vs. Drosten: Auch Lauterbach twittert mit

Wie das Redaktionsnetzwerk Deutschland berichtet, mischte sich auch Karl Lauterbach (SPD) in die Twitter-Debatte ein. „Wenn wir im Herbst hohe Fallzahlen und Überlastungen hätten, viele Tote, Arbeitsausfälle in der Infrastruktur: die NZZ würde uns scharf kritisieren, zu Recht“, schreibt der Bundesgesundheitsminister. Und: „Politik braucht Daten und Studien.“

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