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„Höllenhund“: Antikörpertherapien wirken bei Omikron-Variante BQ.1.1 nicht

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Von: Kathrin Reikowski

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Antikörper sollen Coronapatienten helfen
Studien zufolge kann die Antikörper-Therapie einen schweren Verlauf bis zu mehr als 80 Prozent verhindern. © Sina Schuldt/dpa

Die Corona-Subvariante Omikron BQ.1.1 nimmt in Deutschland zu. Laut Analysen ist die aber gegen alle Antikörpertherapien resistent. Doch es gibt Alternativen.

Göttingen (dpa) - Eine mononuklearer Antikörpertherapie ist für viele Corona-Virus Infizierte die große Hoffnung: Früh verabreicht reduziert sie die Wahrscheinlichkeit für Risikopatienten, schwer zu erkranken. Unter anderem eine S3-Ärzterichtlinie gibt Empfehlungen dazu, welches Medikament bei welcher Variante die beste Wirkung erzielt.

Doch für die Behandlung der Corona-Subvariante Omikron BQ.1.1 werden offenbar neue Therapien notwendig. Alle derzeit zugelassenen Antikörpertherapien wirkten bei der „Höllenenhund“-Variante nicht, teilte das Deutsche Primatenzentrum am Mittwoch in Göttingen mit. Die Analyse von Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen der Einrichtung sowie der Universität Erlangen-Nürnberg wird in der Fachzeitschrift „The Lancet Infectious Diseases“ vorgestellt.

BQ.1.1: Risikopatienten sollen bei der „Höllenhund“-Variante eine Alternative bekommen

Vor allem in Regionen, in denen BQ.1.1 stark verbreitet ist, sollten Ärzte bei der Behandlung infizierter Risikopatienten nicht allein auf Antikörpertherapien setzen, sondern zusätzlich weitere Medikamente wie Paxlovid in Betracht ziehen, sagte Studienleiter Markus Hoffmann. Darüber hinaus müssten neue Antikörpertherapien für die neue Corona-Variante, die auch als „Höllenhund“ bezeichnet wird, entwickelt werden.

Deutschlands prominentester Virologe, Christian Drosten, sieht das Ende der Corona-Pandemie kommen. Doch in seinem aktuellsten Wochenbericht wies das Robert Koch-Institut darauf hin, dass die neue Virusvariante sich in Deutschland innerhalb der vergangenen vier Wochen vervierfacht habe. Der Anteil des Erregers lag demnach bei acht Prozent.

Corona-Subvariante BQ.1.1 - Infektionsbiologe empfiehlt Entwicklung neuer Antikörpertherapien gegen „Höllenhund“

Bei ihren Laboruntersuchungen an Zellkulturen stellten die Forschenden fest, dass BQ.1.1 weder durch einzelne Antikörper noch durch Antikörpercocktails neutralisiert werden konnte. Gegen einige Präparate waren auch andere Subtypen schon immun. Ursache der Resistenzen seien Mutationen des sogenannten Spikeproteins des Corona-Virus, hieß es.

„Die immer weiter fortschreitende Resistenzentwicklung von Sars-CoV-2-Varianten macht es erforderlich, dass neue Antikörpertherapien entwickelt werden, welche insbesondere auf die derzeit zirkulierenden und zukünftige Virusvarianten abgestimmt sind“, erläuterte Stefan Pöhlmann, Leiter der Abteilung Infektionsbiologie am Primatenzentrum zum aktuellen Stand der Corona-Pandemie. „Idealerweise sollten sie auf Regionen im Spike-Protein abzielen, die nur wenig Potenzial für Fluchtmutationen aufweisen.“ (dpa/kat)

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