Tests in Europa

Coronavirus-Medikament: Durchbruch in Salzburg? Zwei Wirkstoffe könnten helfen

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Bislang gibt es noch kein wirksames Medikament gegen das neuartige Coronavirus. Besonders zwei Wirkstoffe rücken nun in den Blickpunkt, könnten sie doch helfen.

Update vom 24. März 2020: Auf der ganzen Welt werden Maßnahmen gegen die Verbreitung des Coronavirus getroffen. Ziel ist es bislang vor allem Zeit zu gewinnen, bis ein Medikament und ein Impfstoff gegen das Virus gefunden wurde. Mittlerweile gibt es weltweit mehrere Präparate und Medikamente, die teils auch schon erfolgreich im Kampf gegen Corona eingesetzt wurden. Auch in Salzburg wird ein Medikament getestet, das wirksam sein soll (siehe Beitrag unten, vom 22. März). Der Verband der forschenden Pharmaunternehmen in Deutschland listet im Netz mehr als 30 Stoffe auf, die gegen Corona helfen könnten. 

International werden nach einem Bericht der Tagesschau sogar 70 Medikamente genannt, die möglicherweise helfen könnten. Darunter sind demnach Mittel gegen Aids und Rheuma sowie Malaria und auch ein gescheitertes Ebola-Präparat. Der Vorteil: Da die Medikamente teils schon für andere Krankheiten zugelassen sind, könnten sie nun schneller verfügbar sein - insbesondere schneller als ein Impfstoff, der erst noch entwickelt werden und dann getestet werden muss.

Viele Menschen verzichten weltweit auf Normalität, damit Forscher Zeit im Kampf gegen Corona zu gewinnen. Dass diese Beschränkungen sich sogar positiv auf unsere Gesellschaft auswirken könnten, darauf macht indessen ein optimistisch gestimmter Zukunftsforscher aufmerksam.

Corona-Medikament: Zwei Wirkstoffe stehen ganz oben auf der Liste

Für wirksam hält man in Deutschland aktuell aber nur zwei Wirkstoffe. Das berichten NDR und WDR unter Berufung auf die Einschätzung des Vorsitzenden der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig. 

Er nennt einerseits den Wirkstoff Remdesivir, der gegen Ebola entwickelt wurde und aktuell in Deutschland in zwei großen Studien an Corona-Patienten getestet wird - andererseits Chloroquin. Ludwig sagte dem NDR und WDR, dass letzteres „ein sehr gut bekanntes Malaria-Medikament, das wahrscheinlich auch eine antivirale Wirksamkeit hat und deshalb die Aktivität von SARS-CoV-2-Viren hemmen kann“. 

Gerade Chloroquin hatte es in die Schlagzeilen geschafft, da Donald Trump angekündigt hatte den Wirkstoff „sofort“ einsetzen zu wollen. Nach seiner Aussage könne der Wirkstoff in Kombination mit dem Antibiotikum Azithromycin „einer der größten Durchbrüche der Geschichte der Medizin sein“, warb Trump. 

Allerdings ist eine Wirksamkeit bei Corona aktuell nur Spekulation. Einige Fallberichte und eine Hand voll Studien machen Hoffnung, allerdings sind diese noch nicht ausreichend aussagekräftig. Deshalb kündigte die WHO nun eine große länderübergreifende Studie an, um zu testen, inwiefern die Medikamente wirksam sind. 

Durchbruch bei Coronavirus-Medikament? Ärzte melden: Neues Mittel „mildert Erkrankung um 90 Prozent“

Update vom 23. März 2020: Da es bislang keinen Impfstoff gegen das Coronavirus Sars-CoV-2 gibt, hoffen Ärzte hoffen auf Medikamente, die helfen können den schweren Verlauf Covid-19-Erkrankung abzumildern oder ganz zu verhindern. Ärzte testen Medikamente oder Wirkstoffe, die bereits im Zusammenhang mit anderen Erkrankungen entwickelt und untersucht wurden. 

Bei Medikamenten, die am Salzburger Landesklinikum erfolgversprechend (s.u.) bei Covid-19-Patienten gewirkt haben, soll es sich um Infusionen handeln. Weitere Details zu den Substanzen nannte das Klinikum zunächst nicht. Prof. Dr. Richard Greil vom Uniklinikum Salzburg bemüht um weitere Substanzen, wie zum Beispiel ein Malaria-Mittel, wie in einem Video der Uniklinik zu erfahren ist. Vier experimentelle Methoden werden jetzt in Europa an 3800 Versuchspersonen klinisch getestet. Dabei kämen die Mittel Remdesivir, Lopinavir sowie Ritonavir mit oder ohne die Wirkstoffe Interferon Beta und Hydroxychloroquin zum Einsatz, teilte die französische staatliche Forschungseinrichtung Inserm am Sonntag mit.   

Durchbruch bei Coronavirus-Medikament? Ärzte melden: Neues Mittel „mildert Erkrankung um 90 Prozent“

Erstmeldung vom 22. März 2020

Salzburg - Das Coronavirus breitet sich immer weiter aus. Vor allem in Europa* sorgt der Erreger für immer mehr Infizierte und Tote. Besonders Italien und Spanien sind aktuell von der Pandemie gebeutelt. Die Maßnahmen der Regierung, wie etwa Ausgangssperren, haben bislang das Ziel die Ausbreitung des Coronavirus lediglich zu verlangsamen. Damit soll eine Kollaps des Gesundheitssystems, wie er in Italien* bereits teils eingetreten ist, etwa in Deutschland noch vermieden werden. Damit will man sich vor allem eines kaufen: Zeit. Das betonte auch Angela Merkel in ihrer TV-Ansprache* in der vergangenen Woche.

Corona-Medikament wird in Salzburg (Österreich) getestet

Mit der Verlangsamung der Ausbreitung verschafft die Politik der Forschung Zeit, um einen Impfstoff und ein wirksames Medikament gegen das Virus zu finden. In Sachen Medikament, das bei der Behandlung von infizierten Corona-Patienten zum Einsatz kommen könnte, scheint sich nun ein Durchbruch anzubahnen. 

Die Salzburger Landesklinik vermeldet nun erste Erfolge bei der Behandlung von Covid-19. Das berichtet oe24.at. Demnach gibt es nach Angaben von Richard Greil, dem Vorstand der Universitätsklinik, zwei neue Medikamente und „vorsichtig gute Nachrichten“.

Durchbruch bei Corona-Medikament? „Mildert um 90 Prozent“

„Ein Medikament kann den sogenannten Entzündungssturm bremsen. Die entsprechenden Daten sind noch nicht publiziert. Sie werden aber demnächst publiziert. Sie zeigen, dass damit eine Verminderung von 90 Prozent in der Schwere der Erkrankung zu erreichen ist“, wird Greil von dem Portal zitiert.

Beide Präparate sind demnach bereits zuvor in China* zum Einsatz gekommen und werden nun eben auch in einem Testprogramm in Salzburg angewendet. Die Mittel sollen schon in den kommenden Tagen bei schweren Fällen zum Einsatz kommen. Es handelt sich demnach um Infusionen. 

Auch in München wird ein Corona-Medikament getestet.* Unterdessen läuft auch die Suche nach einem Coronavirus-Impfstoff auf Hochtouren.*

rjs

*merkur.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks.

Rubriklistenbild: © dpa / Sven Hoppe

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