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Während Österreich im Lockdown ausharrt: Spitzenpolitiker feiern und schunkeln auf Gala ohne Maske

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Alexander Schallenberg (r.) sorgte im österreichischen TV für fragwürdige Bilder.
Alexander Schallenberg (r.) sorgte im österreichischen TV für fragwürdige Bilder. © Screenshot ORF

Österreich versucht die Corona-Pandemie zu bekämpfen und befindet sich im Lockdown. Dabei gibt die Politik ein schlechtes Beispiel ab. So feierte der Kanzler auf einer Gala.

München - Österreich ist schon ein Schritt weiter als Deutschland. Unser Nachbarland befindet sich im Kampf gegen das Coronavirus aktuell im Lockdown, Kontakte sollen auf ein Minimum reduziert werden. Großveranstaltungen werden abgesagt und Lokale müssen schon wieder schließen. Die Bevölkerung wird angehalten, zu Hause zu bleiben und sich zu isolieren. Das ist zwar mittlerweile nichts Neues mehr, erfordert aber trotzdem jede Menge Selbstdisziplin und Solidarität von jedem einzelnem Mitbürger.

Da ist es wohl umso wichtiger, dass die Politik, die die Coronaschutzmaßnahmen schließlich vorgibt, mit gutem Beispiel vorangeht. Immerhin hat es geheißen, dass die „Zügel straffer“ gezogen werden müssen. In Österreich kam es in diesem Kontext zu Bildern, die den Menschen im Lockdown eher weniger gefallen dürften. Zwar ist die Teilnahme an einer Charity-Gala auch während einer Pandemie nichts grundsätzlich Verwerfliches, aber die Art und Weise der Auftritte einiger Entscheidungsträger sorgten dann doch für Verwirrung.

Coronavirus: Top-Politiker schunkeln zu „Live is Life“

Bei der „Licht ins Dunkel“-Gala in Wien waren unter anderem der neue Kanzler Alexander Schallenberg, Bundespräsident Alexander Van der Bellen und Vize Werner Kogler zu Gast. Dabei kam einigen Zuschauern in den sozialen Medien etwas zu viel Stimmung auf. Zwar ging es in der Sendung des „ORF“ in erster Linie um den guten Zweck, es traten aber auch Musiker auf. Sinnbildlich dafür der Auftritt der Band Opus mit dem Klassiker „Live is Life“.

Zu den Tönen der österreichischen Gruppe standen alle Gäste auf, klatschen und schunkelten bei bester Laune. Für eine TV-Sendung, die unterhalten soll, wäre alles andere zwar wohl nicht besonders stimmungsvoll gewesen, auf das Tragen von Masken und das Einhalten des Sicherheitsabstandes wurde in der geschlossenen Räumlichkeit allerdings verzichtet. Außerdem tauchten nach der Sendung Fotos auf, die Schallenberg mit dem Inhaber eines Wiener Nachtclubs zeigen. Für den „ORF“ laut der Krone ein „Erinnerungsfoto“ - erneut ohne Maske und ohne Abstand.

Coronavirus: Büro von Kanzler Schallenberg weist Kritik zurück

Laut der Krone hat sich das Büro von Bundeskanzler Schallenberg bereits zu der vielen Kritik in den sozialen Medien geäußert und betont, dass es nicht um eine „Party“ gehandelt hätte, sondern nur um eine TV-Sendung. Alle Teilnehmer hätten negative PCR-Testergebnisse gehabt und der Kanzler hätte die Veranstaltung schon nach 20 Minuten wieder verlassen. Der „ORF“ fügt außerdem hinzu, dass sämtliche Sicherheitsmaßnahmen eingehalten worden seien, es keine Aftershow-Party gegeben hätte und die besagten Erinnerungsfotos einen „falschen Eindruck“ erwecken würden. (ta)

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