Auswirkungen noch unklar

Neue Corona-Variante in Afrika entdeckt: Experten sehen „Anlass zur Sorge“ - Hoffnung in Impfung

  • Patrick Huljina
    vonPatrick Huljina
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In Angola ist eine neue Corona-Variante entdeckt worden. Experten sind sich bislang unsicher über die Auswirkungen. Die Virus-Variante wird nun in Südafrika untersucht.

Johannesburg - „Der Kontinent bewegt sich langsam auf eine dritte Welle zu, was zu erwarten war“, erklärte der Leiter der panafrikanischen Gesundheitsbehörde Africa CDC, John Nkengasong, bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Nun beunruhigt eine neue Corona-Variante die Experten in Afrika. Sie wurde laut Angaben der Gesundheitsorganisation in Angola bei Reisenden aus Tansania entdeckt.

Neue Corona-Variante in Afrika entdeckt: Gesundheitsbehörde sieht „Anlass zur Sorge“

„Das ist sicherlich eine Variante, die Anlass zur Sorge gibt“, mahnte Nkengasong. Die neue Variante des Coronavirus weise bis zu 40 Mutationen auf, schilderte er weiter. Viele davon seien an Stellen des Virus, die für die Immunantwort des Menschen relevant sind. Noch sei allerdings nicht klar, welche Auswirkungen diese Mutationen tatsächlich haben. Die neue Virus-Variante wird nun in einem Labor in Südafrika untersucht, teilte der Leiter der Africa CDC mit.

„Wir wissen leider nicht, wie diese Variante auf Impfstoffe reagiert“, erklärte Nkengasong. Man habe nun ein Überwachungssystem in Tansanias Nachbarländern errichtet. Das Land im Osten Afrikas hat seit Mitte vergangenen Jahres keine Daten über die dortige Corona-Lage mehr herausgegeben. Aktuell gebe es ebenfalls keine Informationen zur genauen Anzahl der Corona-Fälle dort, erklärte die Africa CDC.

Corona in Afrika: Zahlen in Zentral-, Ost- und Nordafrika steigen an

Laut der panafrikanischen Gesundheitsbehörde wurde inzwischen in 18 afrikanischen Ländern die „britische“ Virus-Variante B.1.1.7 nachgewiesen, die „südafrikanische“ Corona-Variante B.1.351 ebenfalls in 18 Ländern. Während vor allem das westliche und südliche Afrika aktuell noch rückläufige Zahlen bei den Corona-Neuinfektionen registrieren, steigen die Corona-Zahlen vor allem in Zentral-, Ost- und Nordafrika an.

Insgesamt gab es laut Africa CDC bislang rund 4,2 Millionen Corona-Infektionen auf dem gesamten Kontinent, mehr als 1,5 Millionen davon in Südafrika. Zudem gab es in ganz Afrika bislang 112.000 Todesfälle. Nach Expertenansicht gibt es auf dem Kontinent mit 1,3 Milliarden Menschen allerdings eine hohe Dunkelziffer.

In Afrika wurde bislang rund ein Drittel der knapp 30 Millionen beschafften Corona-Impfdosen verabreicht - hier in Malawi. (Archivbild)

Corona in Afrika: CDC-Direktor setzt große Hoffnung in Impfungen

Nkengasong setzt große Hoffnung in die Corona-Impfungen. Er begrüßte, dass Afrika seine Impfstoffe künftig auch selbst produziere. Grundlage dafür ist ein Abkommen der Afrikanischen Union mit dem US-Pharmakonzern Johnson & Johnson für insgesamt 400 Millionen Dosen. Ein Großteil davon soll in Südafrika produziert werden. Das Abkommen sieht zunächst die Anschaffung von 220 Millionen Dosen mit der Option auf 180 Millionen weitere vor.

Der CDC-Direktor warnte jedoch vor Beeinträchtigungen durch Lieferbeschränkungen aus Indien, die auch die UN-Initiative Covax für eine schnelle Impfstoffbelieferung ärmerer Länder ausbremse. „Jegliche Verzögerung wird Afrika daran hindern, seine Ziele schnell zu erreichen“, sagte er. Covax werde sich aber nach anderen Beschaffungsquellen umschauen. Bisher haben die afrikanischen Staaten knapp 30 Millionen Dosen Corona-Impfstoff beschafft, von denen etwa ein Drittel verimpft wurde.

Rubriklistenbild: © Joseph Mizere/dpa

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