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Corona-Warn-App auf Rot? Infektiologe erklärt, was Betroffene sofort tun sollten

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Von: Lara Listl

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Die offizielle Corona-Warn-App ist auf einem Smartphone zu sehen. (Archivbild)
36,3 Millionen Menschen haben die offizielle Corona-Warn-App inzwischen auf ihr Smartphone geladen. (Archivbild) © Oliver Berg/dpa

Das Gesundheitsamt anrufen oder einen Test machen? Das ist zu tun, wenn die Corona-Warn-App rot leuchtet und ein erhöhtes Risiko anzeigt.

München - Nicht nur die Inzidenzen, auch die roten Anzeigen der Corona-Warn-App schnellen deutschlandweit in die Höhe. So meldete die Corona-App vergangene Woche über 70.000 Fälle - und zwar täglich. Gleichzeitig liegt die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland nach Angaben des Robert Koch Instituts (Stand 23. November) aktuell bei 332.493. Doch was ist eigentlich zu tun, wenn die App eine rote Warnung anzeigt?

Corona-Warn-App leuchtet rot: Das sollte jetzt unternommen werden

Christoph Spinner, Infektiologe und Oberarzt am Münchner Klinikum rechts der Isar kennt klare Antworten: Eine Meldung beim Gesundheitsamt sei vorerst nicht nötig, erklärte er dem Portal Focus Online. Stattdessen sei es wichtig, etwa eine Woche nach der in der App angezeigten Risikobegegnung einen Corona-Test zu machen. Sollten vorab bereits Symptome wie Husten, Schnupfen oder Fieber auftreten, empfiehlt der Mediziner sich direkt testen zu lassen.

Dabei weist Spinner auch darauf hin, dass es grundsätzlich besser sei, sich einem PCR-Test zu unterziehen, da diese weitaus verlässlicher und genauer seien als Antigentests. Zudem sei es bei einer Warnung der Corona-App empfehlenswert, seine Kontakte zu reduzieren. Dies gelte gleichermaßen für Ungeimpfte, Genesene und Geimpfte. Denn auch wenn die Impfung die Wahrscheinlichkeit einer Infektion mit dem Coronavirus reduziere, nehme die Schutzwirkung mit der Zeit ab. Eine Meldung beim Gesundheitsamt ist nach Aussage des Arztes erst notwendig, wenn der PCR- oder Antigentest positiv ausgefallen ist.

Corona in Deutschland: Warn-App konnte bisher etwa 300.000 Infektionsketten unterbrechen

Vergangenes Jahr galt die offizielle Corona-Warn-App (CWA) noch als wenig wirkungsvoll und wurde von Ministerpräsident Markus Söder als „zahnloser Tiger“ bezeichnet. Jetzt hingehen, wo sich die Corona-Lage in Deutschland drastisch zuspitzt, könnte die App aber möglicherweise helfen, die vierte Welle in den Griff zu bekommen. So habe die CWA mittlerweile rund 710.000 Menschen vor einer gefährlichen Risiko-Begegnung gewarnt - und konnte damit schätzungsweise über 300.000 Infektionsketten unterbrechen.

Heruntergeladen wurde die App mittlerweile von 36,3 Millionen Menschen. Per Bluetooth erfasst sie, welche Smartphones einander nahe gekommen sind, und benachrichtigt die Anwender anschließend über riskante Begegnungen. (dpa/ll)

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