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Corona-Sorge: 2322 Fälle mehr als in der Vorwoche - Experte warnt schon vor 500er-Inzidenz

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Von: Naima Wolfsperger

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Die Corona-Infektionszahlen in Deutschland steigen weiterhin rasant an. Besonders betroffen ist Nordrhein-Westfalen. Alle Infos im News-Ticker.

Update vom 22.08.2021, 19.49 Uhr: „Für Geimpfte ist die Situation weiterhin vergleichsweise entspannt“, sagt Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie angesichts steigender Coronazahlen in Deutschland. „Die Zahlen sollten wirklich ein Warnsignal und Motivator sein, sich impfen zu lassen“.

Zeeb geht davon aus, dass binnen kurzer Zeit auch wieder eine 100er-Inzidenz möglich sei.  „Wir sind im Moment wieder in einer exponentiellen Phase“, sagte er dem Nachrichtensender n-tv. Wenn Impfquote und Verhalten der Menschen gleich bleibe, könne - angesichts der sich ausbreitenden Delta-Variante - auch eine 200er-Inzidenz in vier Wochen, eine 500er-Inzidenz in sieben Wochen erreicht werden. Ab einer 200er-Inzidenz sei, bei gleichbleibender Impfquote, auch damit zu rechnen, dass bis zu 3000 Menschen gleichzeitig auf den Intensivstationen liegen und die Kapazitäten knapp würden.

Regionale Unterschiede sieht Zeeb dagegen als Momentaufnahmen an, die sich binnen Tagen oder Wochen wieder ändern könnten. Dies sagte er mit Blick auf Nordrhein-Westfalen, das eine Inzidenz über 90 (siehe Erstmeldung) aufweist. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte dagegen gewarnt, NRW drohe die Kontrolle zu verlieren. Er brachte - für bestimmte Situationen - eine 2G-Regel ins Gespräch: Dann hätten Geimpfte und Genesene Vorteile gegenüber getesteten Ungeimpften.

2322 Corona-Fälle mehr als in der Vorwoche - ein Bundesland besonders betroffen

Erstmeldung vom 22.08.2021, 12.59 Uhr:

München - Die Corona*-Infektionszahlen steigen im August 2021 weiterhin rasant - und sehr viel schneller als noch im Vergleichszeitraum im Vorjahr. Am Sonntag meldet das RKI auf dem Covid-19-Dashboard 7050 Neuninfektionen (Stand Sonntag, 22. August, 8.00 Uhr). Das sind 2322 Fälle mehr, als noch in der Vorwoche, in der 4728 Neuinfektionen gemeldet wurden. Auch steigt die 7-Tage-Inzidenz auf 54,5. Drei Menschen starben mit oder an Corona in den vergangenen 24 Stunden.

Am stärksten betroffen ist bisher das Bundesland Nordrhein-Westfalen. Auf der Deutschlandkarte des RKI-Dashboards strahlt es in warnenden Rottönen. Mit Ausnahme des Landkreises Kleve, mit einer Inzidenz von 49, liegen alle anderen Kreise und kreisfreien Städte in NRW mit ihrer Inzidenz über 50 oder über 100. Insgesamt liegt die 7-Tage-Inzidenz* in NRW bei 99,2. Auch Hessen (56,6), das Saarland (63,9), Bremen (52,7), Hamburg (63,2) und Berlin (67,3) überschreiten bisher die 50-er Grenze bei der 7-Tage-Inzidenz.

Corona-Zahlen in Deutschland steigen weiterhin rasant - Regeln unterscheiden sich in den Bundesländern

In den einzelnen Bundesländern haben die hohen Inzidenzen aktuell unterschiedliche Konsequenzen für die Bewohner der betroffenen Landkreise und kreisfreien Städte. Denn abgesehen von der 3-G-Regel ab einer Inzidenz über 35* entscheiden die Landesregierungen selbst.

COVID-19-Fälle in 24 Stunden (Stand 22.8., 8 Uhr)+7.050
Covid-19-Fälle gesamt (Stand 22.8., 8 Uhr)3.868.197
Covid-19-Todesfälle (Stand 22.8., 8 Uhr)+3
Covid-19-Todesfälle gesamt (Stand 22.8., 8 Uhr)91.976

Die 3-G-Regel beinhaltet, dass Geimpfte, Genesene und Getestete Menschen von weitgehenden Öffnungen profitieren können. Dazu zählen das gastronomische Angebot, Sport- und Kulturveranstaltungen.

Mit steigender Corona-Inzidenz steigt auch die Belastung des Gesundheitssystems

Für das weitere Vorgehen sollen nun neue Grenzwerte neben der 7-Tage-Inzidenz entwickelt werden. Unter anderem soll dabei die Auslastung der Intensivstationen und die Impfquote eine Rolle spielen. Wenn die Infektionszahlen mit aktueller Geschwindigkeit weiter ansteigen, werden sich jedoch erneute Einschnitte in den Alltag wohl kaum verhindern lassen, so warnen Experten. Denn die Auslastung der Intensivstationen bleibe weiterhin an die Inzidenz gekoppelt. Steige die Impfquote nicht rasch, dann sei die Auslastung der Intensivstationen nun ab einer 7-Tage-Inzidenz von 200 erreicht.

Dabei schützt selbst eine Impfung nicht zwingend vor einem schweren Covid-19-Verlauf*. Jeder zehnte Corona-Patient in der Klink sei geimpft, erklärte kürzlich der Kölner Intensivmediziner Christian Karagiannidis von der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI). Die Mehrzahl werde auf den Normalstationen behandelt, einzelne Fälle gebe es aber auch auf den Intensivstationen. „Hier liegt die Zahl derzeit im unteren einstelligen Bereich.“ Das RKI präsentiert jetzt auch die Daten von Geimpften auf Intensivstationen, um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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