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Corona-Lage in Deutschland „enttäuschend“: Arzt erklärt heikle Krankenhaus-Lage trotz Impfungen

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Von: Clara Marie Tietze

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Krankenhaus
Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen wächst abermals die Sorge vor einer Überlastung der Krankenhäuser. © Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

Die Lage ist erst, die Betten auf den Intensivstationen knapper als im vergangenen Jahr. Trotz impfstoff kann das nun zu einer gefährlichen Situation führen.

München - Es ist nichts Neues, dass die Infektionszahlen mit den kälter werdenden Temperaturen in die Höhe schießen. Das war auch im vergangenen Jahr so. Nur sind in diesem Jahr zwei entscheidende Faktoren anders: Zum einen gibt es nun einen Impfstoff gegen das Coronavirus, der die Situation verbessern sollte. Zum anderen wäre da aber die hochinfektiöse Delta-Variante des Virus, die die Situation und Ansteckungsrate massiv verschlimmert.

Zu wenig Personal auf Intensivstationen: Lage wird wahrscheinlich schlimmer als vergangenen Winter

Immer mehr Intensivmediziner warnen nun vor einem weiteren Problem, das es in dem Maße im vergangenen Jahr nicht gab. Denn es gibt zwar genug Betten auf den Intensivstationen der hiesigen Krankenhäuser, „die sind aber nicht betreibbar, schlicht und ergreifend, weil das Personal fehlt“, erklärt Arzt und Medizinjournalist Dr. Christoph Specht im Gespräch mit n-tv.

Das schafft demnach die Situation, dass man trotz Impfungen in diesem Jahr schneller in einen problematischen Bereich komme als noch im letzten Jahr: „Das ist natürlich unglaublich enttäuschend“, so der Arzt.

Deshalb appelliert er - wie auch viele weitere Mediziner - an Impfskeptiker, sie sollen sich das ganze doch bitte noch einmal überlegen: „Und zwar gar nicht mal so sehr für die Gemeinschaft, sondern vor allen Dingen für sich selbst.“ In diesem Winter kommen neben der hochansteckenden Delta-Variante noch die ausbleibenden Kontaktbeschränkungen und sonstigen Maßnahmen hinzu. Es ist also sehr viel einfacher sich in den kommenden Monaten anzustecken, als zur gleichen Zeit im letzten Jahr.

Appell von Medizinern an Impfskeptiker: „Für sich selbst“

Ein großes Problem sieht der Mediziner auch bei den zahlreichen Falschinformationen, die aktuell im Zusammenhang mit der Covid-Impfung kursieren. Den Fehler sieht er hier aber nicht bei den Bundes- und den Landesregierungen, sondern beim Impfen an sich: „Das war immer schon ein sensibles Thema und jetzt natürlich erst recht. Von daher wäre ich vorsichtig mit den Anschuldigungen. Ich glaube, man muss einfach damit leben, dass manche Menschen falsch informiert sind und sich möglicherweise auch weiterhin falsch informieren wollen.“

Wie wichtig die Impfungen und der damit verbundene Schutz vor einem schweren Verlauf einer Corona-Infektion zeigt aktuell die dramatische Situation in Großbritannien.

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